D- vorliegende Arbeit will nichts anderes sein als eine Einladung an die Freunde der französischen Literatur, sich mit Edmond Rostands Vers-Drama„La Princesse lointaine“ näher bekannt zu machen. Sie will zugleich der Schulausgabe dieser
Dichtung, die soeben erschienen ist,¹) die Wege ebnen.
Der UÜberzeugung, dass kaum ein anderes Werk der zeit- genössischen französischen Bühnendichtung gleich geeignet für die deutsche Schule ist, hat der Verfasser bereits in den Neueren Sprachen*) Ausdruck gegeben. Unter den Fachgenossen Anhänger
für diese UÜberzeugung zu werben, ist ein weiterer Zweck der
Schrift.
In der Schulausgabe konnte die literaturgeschichtliche Ein- leitung naturgemäss nur einen beschränkten Raum einnehmen; insbesondere konnte nur ganz kurz hingewiesen werden auf die zahlreichen Vorgänger Rostands, die den gleichen Stoff, bezeich- nenderweise stets episch, behandelt haben. Da diese Dichtungen zum Teil schwer zugänglich, zum Teil dort und da zerstreut und gewiss den wenigsten zur Hand sind, so habe ich sie in einem 3. Abschnitt zusammengestellt. Auf die Quellen(zu denen in erster Linie die von Joffroy Rudel überlieferten Lieder gehören) und auf die heiss umstrittene Frage, ob es sich im Grund um
¹) La Princesse lointaine. Pièce en quatre actes en vers par Edmond Rostand. Edition abrégée avec notes à l'usage des classes par F. Kraft et L.. Marchand. Leipzig 1907. Rengersche Buchhandlung.(Französische und englische Schulbibliothek, herausgegeben von Otto E. A. Dickmann. Reihe B. Bd. 31.)
²) Bd. XIV. p. 207 ff.,
.


