Aufsatz 
Ort und Zeit der Abfassung der Astronomica des Manilius
Entstehung
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Durch mein Lied und zuerst durchtönen mit neuen Gesängen Helikons Höh'n und den Hain, der sich reget mit grünenden Wipfeln, Während ich Gaben, die keiner gebracht, darbringe den Musen!

Diese Übersetzung gebe ich wie an andern, Stellen(außer, wo es besonders bemerkt ist) nach Merkel, bin aber der Ansicht, daß die UÜbertragung der divinae artes im ersten Verse(göttlichen Weltbaus Kunst) mißlungen ist; mit Scaliger möchte man lieber darunter die Künste der Weissagung, die Künste des Astrologen verstehen, die damit zugleich als die edelsten bezeichnet werden nach Analogie des Giceronischen Ausdrucks divina studia. Es sind offenbar die curiosae artes, von denen Casaubonus zu Suet, T. 6, 67 spricht, 2Qνα ν T5, Kayr,(Dio 69) zu verstehen. Fast möchte man meiuen, Schiller habe die Stelle vor Augen gehabt, als er schrieb(Astronomische Schriften s. Schillers Werke hsg. v. J. G. Fischer, Stuttgart und Leipzig, Bd. I, S. 195):

So unermeßlich ist, so unendlich erhaben der Himmel! Aber der Kleinigkeitsgeist zog auch den Himmel herab.

Ist das merkwürdige Denkmal der astrologischen Literatur aus den ersten Zeiten des römischen Kaisertums in Rom verfaßt, so erklärt sich endlich leicht die Widmung an den Kaiser. ³*) Seit Birts grundlegender Schrift über das antike Buchwesen ist die Einzelforschung auch auf diesem Gebiete weiter fortgeschritten ³¹). Wir haben jetzt eine Untersuchung über Buchdedikationen von Gräfenhainsé). Danach kann kein Zweifel sein, daß es sich bei den Astronomica um eine Widmung an den römischen Kaiser im eigentlichen Sinne handelt. Darauf deuten die Worte I 7 H ³⁸⁵):

Hunc mihi tu, Caesar, patriae princepsque paterque,

Qui regis augustis parentem legibus orbem,

Concessumque patri mundum deus ipse mereris,.

Das animum viresque facis ad tanta canenda;

Jam propiusque favet mundus scrutantibus ipsum,

Et cupit aethereos per carmina pandere census.

Hoc sub pace vacat tantum: iuvat ire per ipsum

Aéra et immenso spatiantem vivere caelo

Signaque et adversos stellarum noscere cursus. Cäsar, der du regierst als Romas Vater und Herrscher Durch machtvolle Gesetze den willig sich fügenden Erdkreis, Und, ein Gott schon selber, verdienst den Himmel des Vaters, Du gibst Mut mir und Kraft, den erhabenen Stoff zu besingen! Günstiger zeigt sich jetzt dem erforschenden Sinne der Himmel, Um in der Dichtung Glanz zu entfalten die Schätze des Athers! Glücklicher Friede vergönnt uns dies; wir schwingen hinein uns Freudigen Flugs, durchschweifend mit Lust die unendlichen Räume, Wo mit entgegen sich strebendem Lauf hingleiten die Sterne.

Am Schlusse des Buches kommt der Dichter dies ist gleichsam die Vollendung der Dedikation darauf zurück, indem er singt:

Jam bella quiescant:

Atque adamanteis discordia vincta catenis

Aeternos habeat frenos, in carcere clausa.

Sit pater invictus patriae, sit Roma ³⁰⁶) sub illo

Cumque deum caelo dederit, non quaerat ³⁷) in orbe.

Mögen die Kriege

Ruh'n, und mit eisernen Banden umringt die zerrüttende Zwietracht Hemmender Zügel Gewalt stets fühlen, umschlossen vom Kerker! Siegreich sei Roms Vater und Rom! Und gab es dem Himmel Ihn als Gott, so vermisse es nie sein rettendes Walten! ³⁸)