Aufsatz 
Der logische Zusammenhang in der Physik / von K. Kost
Entstehung
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ſein wie die Körper der Umgebung und die Luft. Auch die Kräfte ſind nichts Transcendentes und Un⸗ begreifliches, ſie ſind nur beſtimmte Formen, wie die Subſtanzen auf einander wirken. Die Annahme von Kräften iſt aber ebenſo wenig entbehrlich, wie der Begriff der Urſache, welcher die Veranlaſſung zur Bildung des Kraftbegriffs giebt, denn in der Feſtſtellung, wie die Dinge auf einander wirken, beruht ge⸗ rade die letzte Aufgabe der Erklärung.

Die Kräfte haben aber für ſich abgeſehen von den Erſcheinungen ebenſo wenig eine Exiſtenz wie die Subſtanzen.

Die Hypotheſen ſind alſo im allgemeinen Vermutungen über die letzten Thatſachen, bei welchen die cauſale Analyſe der Erſcheinungen ihr Ziel erreicht hat, die ſich zur Zeit aber noch eines überzeugenden Nachweiſes ihrer thatſächlichen Richtigkeit entziehen. Es iſt aber nicht ausgeſchloſſen, daß eine Hypotheſe im Fortgang der Erfahrung als eine erſchloſſene Thatſache vollſtändig ſicher geſtellt werden kann. So wurde die Hypotheſe des Kopernikus über die Bewegung der Himmelskörper in den Rang einer Thatſache erhoben und vielfach wird auch ſchon zur Zeit die Exiſtenz des Aethers als gewiß vorausgeſetzt.

Von dieſen Hypotheſen, welche wirklich Vermutungen über die letzten Thatſachen als Inhalt haben, ſind diejenigen zu unterſcheiden, die mehr als didaktiſche Hilfsmittel in Anwendung kommen, weil es durch dieſelben möglich wird, die Thatſachen in einen einfachen Zuſammenhang zu bringen. Ohne thatſächliche Grundlage ſind natürlich dieſe Vorausſetzungen auch nicht, aber ſie ſtellen keine Vermutungen über die letzten Thatſachen auf, ſondern gelten als Vorausſetzungen, die einer weiteren Analyſe noch zugänglich ſind. So nimmt man zur Erklärung der Electricitätserſcheinungen die Exiſtenz zweier entgegengeſetzter Fluida an, aber ihre ſubſtanzielle Exiſtenz wird allgemein in Zweifel gezogen, weil man vermutet, daß dieſe Fluida noch einer weiteren Analyſe zugänglich ſind, indem irgend welche entgegengeſetzte Bewegungsformen der Moleküle oder des Aethers ihre Grundlage bilden. Auch die Vorausſetzung von Lichtſtrahlen, die nach der Emmiſſionstheorie den letzten Grund der Lichterſcheinungen bildeten, wird gegenwärtig als didaktiſches Hilfsmittel beibehalten, weil ſich für das Licht die Erſcheinungen der Ausbreitung, Reflexion, Brechung und Farbenzerſtreuung damit in einfacher Weiſe erklären laſſen, obgleich nach der Undulations⸗ theorie der Begriff Lichtſtrahl nichts Letztes iſt, ſondern einer weiteren Analyſe noch zugänglich iſt, wobei er ſeine phyſikaliſche Bedeutung ganz verliert und nur im Sinn einer geometriſchen Conſtruktion noch Geltung hat.

Auch die fernewirkenden Kräfte, die zur Erklärung der elektriſchen Erſcheinungen nach Art der Gravitation vorausgeſetzt wurden, ſind wie es ſcheint, ſeitdem man feſtgeſtellt hat, daß ſie zur Fort⸗ pflanzung Zeit brauchen, nicht die letzten Beziehungen, ſondern noch einer weiteren Analyſe zugänglich, und möglicherweiſe gelingt es auch für die Gravitation und Schwere den gleichen Nachweis zu erbringen, womit dann auch dieſe Wechſelwirkung eine weitere Erklärung aus andern Vorgängen verlangt, was ſchon Newton vermutete. Aber zur Zeit werden dieſe Kräftewirkungen immer noch vorausgeſetzt, weil ſie bis jetzt die letzten Ergebniſſe ſind, worauf die Analyſe der Bewegungserſcheinungen geführt hat, und weil ſich mit dieſen Vorausſetzungen die Bewegungen in einfacher Weiſe erklären laſſen.

Induktion der Geſetze.

Die Analyſe und Syntheſe treten in den Dienſt der Induktion, ſobald ſie ſich nicht mehr auf eine einzelne Erſcheinung beſchränken, ſondern die Herleitung allgemeiner Reſultate, die als Geſetze bezeichnet werden, zum Gegenſtand haben. Mit der Analyſe und Syntheſe iſt nur die Zerlegung und Zuſammen⸗ ſetzung der einzelnen Erſcheinungen gegeben und logiſch davon zu unterſcheiden iſt natürlich die Gewinnung allgemeiner Reſultate. Der Charakter des Geſetzes liegt in ſeiner Allgemeinheit. Wenn daher irgend ein