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Erkärung gegebener Erſcheinungen zu ſtande brachte und dann dadurch, daß es ganz neue Erſcheinungen und Erſchetnungsgebiete aufdeckte, von deren Exiſtenz die in der Natur gegebenen Erſcheinungen nichts ahnen ließen.
Syutheſe der Erſcheinungen.
Die cauſale Analyſe geht bis zur Aufſtellung gewiſſer Vermutungen über die Bedingungen einer Erſcheinung. Das Reſultat der Analyſe hat daher vielfach noch einen hypothetiſchen Charakter, indem von dem Bedingten nur mit einiger Wahrſcheinlichkeit auf die Bedingungen geſchloſſen werden kann. Umgekehrt ſchließt die Syntheſe von den vermuteten Bedingungen auf andere Thatſachen, welche durch die Beobachtung zu beſtätigen ſind. Die Analyſe der Erſcheinung an der Pumpe in Florenz hatte auf den Luftdruck als Bedingung geführt.
Umgekehrt ſchloß die Syntheſe, wenn der Luftdruck exiſtiert, dann muß er eine Queckſilberſäule tragen, dann muß an der Wage die Luft ihr Gewicht anzeigen. Bei der Beobachtung des Spektrums, als die Sonnenſtrahlen durch ein Prisma gingen, kam Newton, nachdem er die Erſcheinung einer eingehenden Analyſe unterzogen hatte, auf die Vermutung, das weiße Licht ſei aus den farbigen Lichtern des Spektrums zuſammengeſetzt. Hieraus ſchloß er umgekehrt durch Syntheſe, wenn das weiße Licht aus Spektralfarben beſteht, ſo muß ſich das weiße Licht aus den Farben des Spektrums zuſammenſetzen laſſen. Es wird alſo durch die Analyſe aus der Thatſache A auf die Bedingung B geſchloſſen und durch Syntheſe aus der Bedingung B auf die Thatſachen C, D u. ſ. w. und durch deren Beſtätigung dann die Bedingung B als eine erſchloſſene Thatſache ſicher geſtellt, indem man in vielen Fällen, was logiſch nicht richtig iſt, im Zuſammenhang der Erfahrung von der Folge auf den Grund mit Gewißheit zu ſchließen vermag. Durch eine derartige Syntheſe wurde mit Zuhilfenahme des Experimentes eine große Anzahl neuer Thatſachen gewonnen, die zunächſt nur eine nebenſächliche Bedeutung hatten, da das ganze ſynthetiſche Verfahren auf die Feſtſtellung einer nicht beobachtbaren Bedingung gerichtet war. Im folgenden ſind noch einige Beiſpiele einer derartigen Syntheſe, die zur Ausbildung des experimentellen Verfahrens führten, angegeben.
Die Beobachtungen Olaf Römers über die Umlaufszeiten der Jupitertrabanten hatten durch eine analy⸗ tiſche Unterſuchung zu der Vermutung geführt, das Licht habe Geſchwindigkeit, und dieſelbe ſei ſehr groß.
Dieſes Reſultat der Analyſe galt als ſehr zweifelhaft, ſo daß ſelbſt Caſſini, der an dieſer Entdeckung beteiligt war, zuletzt nicht mehr für die Richtigkeit dieſes Reſultates einzutreten vermochte. Nachdem die Beobachtungen Bradleys über die Verſchiebung der Fixſterne durch eine analytiſche Unterſuchung zu demſelben Ergebnis geführt hatten, ſuchte Fizeau dieſes Reſultat in ſynthetiſcher Weiſe zu beſtätigen. Eine direkte Beobachtung der Lichtgeſchwindigkeit war aber bei dieſen Verſuchen mit dem rotierenden Zahnrad nicht vorhanden. Was beobachtet wurde, nämlich das abwechſelnde Verſchwinden und Sichtbarwerden des Lichtpunktes war eine Erſcheinung, die ſich aus der vorausgeſetzten Geſchwindigkeit als Folge ergeben mußte, und aus welcher man mit Sicherheit auf die vorausgeſetzte Geſchwindigkeit rückwärts ſchließen konnte.
Als Volta nach Wiederholung des von Galvani entdeckten Verſuchs mit den Froſchſchenkeln auf Grund einer genaueren Analyſe zu der Vermutung gelangt war, daß in dem Contact der Metalle die Urſache der Elektricitätserregung liege, nicht in dem Muskelpräparat wie Galvani annahm, ſtand zunächſt Vermutung gegen Vermutung. Indem aber Volta ſchloß, wenn in dem Contact der verſchiedenen Metalle die Urſache der Erregung liegt, dann muß ſich durch den Contact der Metalle Elektricität erzeugen laſſen, die an einem Elektroſcop von hinreichender Empfindlichkeit nachweisbar ſein wird, hatte er auch ſynthetiſch von dem Grund auf gewiſſe Folgen geſchloſſen, die ſich nach der Anſtellung der geeig⸗


