Aufsatz 
Die Bildsäule des Bacchus von Uhland, nadowessische Todesklage von Schiller, Hochzeitslied von Goethe, für die Schule erklärt
Entstehung
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Weſen des Zwergengeſchlechts überaus paſſend. Und es mag nicht als die geringſte Tugend dieſer muſikaliſchen Seite des Gedichts anzuſehen ſein, daß es das Gebahren und Thun und Treiben nicht von gewöhnlichen Menſchen, ſondern eben von Zwergen in ſeiner winzig⸗anmuthigen Eigenart zur Anſchauung bringt.

Von den 9 anapäſtiſchen Verſen der Strophe beginnt jeder mit einem Jam⸗ bus oder Spondäus als Einſchritt; an den übrigen Stellen finden ſich nur Anapäſte. Die Strophe zerfällt aber in zwei Theile, von 4 und 5 vierfüßigen Zeilen, jene mit gekreuzten Reimen, dieſe mit unmittelbarer Reimfolge; beide ſind überall durch Satzende und Beginn eines neuen Gedankens geſchieden. Im erſten Theil haben V. 1 und 3 männlichen Schluß und Reim, V. 2 und 4 weiblichen. Im zweiten bilden die drei erſten Zeilen(V. 5. 6. 7.), welche immer einen einzigen, abgeſchloſſenen Gedanken ausführen, ebenfalls männlich ſchließend und reimend(Schlagreim) gleichſam den Wiederklang und die Erweiterung von V. 1 und 3 des erſten Theils, während die zwei letzten Zeilen durch weiblichen Schluß und Reim(Reimpaare) V. 2 und 4 nach⸗ hallen. So entwickelt ſich aus dem erſten Theile der zweite, jener wiederholt ſich in dieſem: dieſelben Verſe, aber mit veränderter Folge und neuem Reim; und in Wiederkehr und Wechſel ſeiner Glieder gelangt der kunſtvolle Bau zum harmoniſchen Abſchluß.

Inhalt und Plan.

Das Gedicht erzählt von einer Zwergenhochzeit, wie ſie ein aus dem Kreuz⸗ zuge in ſein verfallenes Schloß zurückgekehrter Ritter nächtlicher Weile von ſeinem Lager aus geſehen. Die Sage erſcheint in der Einkleidung eines Liedes, geſungen bei der Vermählung eines Nachkommen jenes Ritters. So erhält die Erzählung Halt und Rahmen und ihre ſinnreiche Motivirung.

Der Graf von Eilenburg, einem Schloſſe unweit Leipzig, hatte einen Kreuz⸗ zug mitgemacht und auf dieſem und durch das luſtige Leben am Hofe des Kaiſers all ſein Vermögen verthan. Als er endlich zu der öden Stammburg zurückkehrte, fand er nur ein ungeheures Himmelbett in einem großen, ſonſt ganz leeren Saale. Er legte ſich hinein und ſank bald in feſten Schlaf. In der Nacht aber erwachte er, und da ſtand ein Zwerg vor ihm auf dem Bette, begrüßte ihn als den Burgherrn und bat um die Erlaubniß, daß ſein Volk in dieſem Saale die Hochzeit der Zwergen⸗ prinzeſſin begehen dürfe. Der Graf gewährte die Bitte und die Hochzeit wurde vor ſeinen Augen gefeiert. Die Zwerge aber verhießen ihm und ſeinem Hauſe Glück und Gedeihen, wenn auch fürder Niemand mit profanem Auge ihre Heinlichkeit ſtöre. Dieſes that aber einſt die alte Gräfin, und da verſchwanden ſie für immer. Nach