Aufsatz 
Die Bildsäule des Bacchus von Uhland, nadowessische Todesklage von Schiller, Hochzeitslied von Goethe, für die Schule erklärt
Entstehung
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3. Wo die Augen, falkenhelle, 8. Mit den Geiſtern ſpeiſt er droben, Die des Rennthiers Spur Ließ uns hier allein, Zählten auf des Graſes Welle, Daß wir ſeine Thaten loben Auf dem Thau der Flur? Und ihn ſcharren ein.

4. Dieſe Schenkel, die behender 9. Bringet her die letzten Gaben, Flohen durch den Schnee, Stimmt die Todtenklag'! Als der Hirſch, der Zwanzigender, Alles ſei mit ihm begraben, Als des Berges Reh? Was ihn freuen mag.

5. Dieſe Arme, die den Bogen 10. Legt ihm unters Haupt die Beile, Spannten ſtreng und ſtraff? Die er tapfer ſchwang, Seht, das Leben iſt entflogen! Auch des Bären fette Keule, Seht, ſie hangen ſchlaff! Denn der Weg iſt lang;

6. Wohl ihm, er iſt hingegangen, 11. Auch das Meſſer, ſcharf geſchliffen, Wo kein Schnee mehr iſt, Das vom Feindeskopf Wo mit Mais die Felder prangen, Raſch, mit drei geſchickten Griffen, Der von ſelber ſprießt; Schälte Haut und Schopf;

7. Wo mit Vögeln alle Sträuche, 12. Farben auch, den Leib zu malen, Wo der Wald mit Wild, 3 Steckt ihm in die Hand, Wo mit Fiſchen alle Teiche Daß er röthlich möge ſtrahlen Luſtig ſind gefüllt. In der Seelen Land.

Bemerkungen.

Tropen und Figuren. Str. 1. ſitzt ſitzt: Epanalepſis, ferner das Aſyndeton; letzteres auch Str. 2. V. 1. 2; Str. 3. und 4. V. 3. 4. u. ſ. w. In Str. 25 die rhetoriſche Frage, wirkungsvoll mit dem Aſyndeton und der Anaphora(Wo, dieſe) verbunden; dieſe auch Str. 5. V. 3. 4.(Seht), Str. 6 und 7(Wo), Str. 10. und 12.(Auch). Str. 3. Des Graſes Welle: Metapher. Str. 4. Schenkel flohen⸗ Perſonification. Ebenſo Str. 5. Arme ſpannten, Str. 11. das Meſſer, das ſchälte. Str. 5. Spannten, ſtreng, ſtraff: Alliiteration; beſonders auch Str. 11. Meſſer, ſcharf geſchliffen, und raſch, geſchickten, ſchälte, Schopf. Str. 7. Chiasmus, der mit Anaphora und Alliteration(Wald Wild) den höchſten Wohlklang hervorbringt. Individualiſirung in Str. 25, 6 und 7, 1012.

Str. 1. Der Verſtorbene liegt nicht, er ſitzt und zwar aufrecht, wie es dem männlichen, unverweichlichten Sohne der Wälder ziemt. Sitzend hat er den Tod erwartet und bewahrt auch jetzt den Anſtand, d. i. den Ernſt und die Würde, welche er gemäß dem geſetzten Charakter ſeines Volkes im Leben zeigte.