Aufsatz 
Die Bildsäule des Bacchus von Uhland, nadowessische Todesklage von Schiller, Hochzeitslied von Goethe, für die Schule erklärt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Gegenſtrophe. 1. Theil(V. 1721.) Eindruck ihres Anblicks auf den Schwärmer.

2. Theil(V. 22 26.) Anklage und verdammendes Urtheil.

3. Theil.(V. 27 32.) Die tiefere Bedeutung und das Weſen des Weins.

Schlußgeſang.(V. 33 37.) Reue und Umkehr des Schuldigen.

Satz und Gegenſatz, die Häßlichkeit und Ohnmacht des entnervenden Sinnenge⸗ nuſſes gegenüber der edlen Schönheit und der Vollkraft der unentweihten Natur, gleich⸗ ſam die Schatten⸗ und die Lichtſeite des Weins, gelangen in der Strophe, wie in der Gegenſtrophe zum beredten Ausdruck, dort gewiſſermaßen real und praktiſch, hier (in der Apoſtrophe des Gottes) ideal und theoretiſch, ſich gegenſeitig hebend und be⸗ leuchtend, Bild und Gegenbild. Welcher Abſtich zwiſchen demtaumelnden, wüſten und bleichen Schwärmer und dem Gotte mit demrunden, blühenden Geſicht, deſſenGeſtalt ſich in Jugendfülle hebt, zwiſchen demwilden Haar des Einen und demreichen, lang hinwallenden Gelock des Anderen, zwiſchen demwelken Epheukranz, den jener trägt, und demüppigen Geflecht von Rebenlaub und ſchwel⸗ lender Traubenfrucht, das dieſen umſchattet! So ſtehen ſie ſich gegenüber, der Gott im vollen Fackelnſchein, der Schwärmer noch in derbleichen Dämmerung. Der iſt kein Prieſter der reichen, göttlichen Natur, die nur Leben und Fülle ſchafft, welcher durch frevelnden Mißbrauch ihrer Gaben ſich zum kraftloſen Schatten herab⸗ würdigt, der Nacht und des Hades, nicht des ſonnigen Tages werth. So lautet die vernichtende Anklage des zürnenden Gottes.

Der Epodus aber vereinigt Satz und Gegenſatz gleichſam zum verſöhnenden Gleichſatz. Der von der Natur Verirrte kehrt reuig zu ihr zurück, indem er die Wahrheit ihrer Satzungen und die Reinheit ihrer Zwecke anerkennt und ſich der über⸗ wältigenden Hoheit ihres Weſens willig beugt.

Uadoweſſiſche Todtenklage

von Schiller. (Bone, Leſeb. 2. Th. S. 390.) 1. Seht, da ſitzt er auf der Matte, 2. Doch, wo iſt die Kraft der Fäuſte, Aufrecht ſitzt er da, Wo des Athems Hauch, Mit dem Anſtand, den er hatte, Der noch jüngſt zum großen Geiſte

Als er's Licht noch ſah. Blies der Pfeife Rauch?