Bemerkungen.
V. 1. Kalliſthenes, d. i. der durch ſeine Schönheit Mächtige.
V. 3. welken— wilde: Alliteration. Ebenſo V. 8. vollen Fackeln⸗ ſchein. Vergl. V. 12, 20, 34. Eine Aſſonanz V. 33: Licht— erliſcht.
V. 14. Schatten, metaphoriſch für: unter dunkelndem Geflecht.
V. 19. Thyrſusſtab(zu uew auflodern, auffahren in Begeiſterung?), eigentlich von den Begleitern des Bacchus geführt; er lief, mit Weinlaub und Epheu umwunden, in einen Fichtenzapfen aus.
V. 21. belebte, proleptiſch für: als bekäme der Mund Leben und ſpräche.
V. 22. Eine charakteriſtiſche Umkehrung des Verhältniſſes der Beiden. Nicht Bacchus, deſſen Bild nächtlicher Weile Leben empfängt und Rede, iſt Geſpenſt und ſpukt, ſondern der zum Schatten herabgekommene Zecher.
V. 23. Ereb'ſcher Schatten. 70 20 oc(40εςααιι, bedachen, bedecken, verhüllen), das Dunkel der Unterwelt(deren Gott Hades, V. 32.) unter der Erde.
V. 28. beſonders, ein ziemlich proſaiſcher Ausdruck.
Idee. Der Wein, eine der herrlichſten Offenbarungen der in mächtiger Fülle ſchaf⸗ fenden Naturkraft, darf nicht zu ſchnödem Sinnengenuß mißbraucht werden(V. 27— 32.)
Plan.
Die antiken Verſe, 37 reimloſe jambiſche Pentapodien, ſind nach Art der Chorgeſänge des alten Drama als Strophe und Antiſtrophe von je 16 Verſen und Epodos von 5 Verſen gegliedert. Und zwar ſcheiden ſich in jeder Strophe 3 Theile, die erſten beiden von je 5, der dritte von 6 Verſen.— Die Richtigkeit dieſer Glie⸗ derung zeigt ſchon äußerlich der Umſtand, daß von den beiden einzigen(für das ſie tragende Wort bedeutſamen) Anapäſten des Gedichts der eine in der Strophe(V. 15), der andere in der Gegenſtrophe(V. 31) an derſelben Stelle, nämlich im fünf⸗ ten Verſe des dritten Theils als vorletzter Fuß, erſcheint.
Strophe. 1. Theil(V. 1—5.) Heimkehr des bleichen, verkommenen Zechers
um die Morgenzeit. 2. Theil(V. 6—10.) Erſcheinung der Marmorſtatue des—
Weingottes. 3. Theil(V. 11—16.) Seine volle, blühende Geſtalt.


