Aufsatz 
a) Einige Usancen im internationalen Handel mit Ölsaaten. b) Über die Abstimmung der Konti-Korrenti / Friedrich Karl Leitner
Entstehung
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Exportierende Staaten.

Rußland.

Leinſaat: Die Kultur der Leinpflanze ſowohl zur Gewinnung von Leinſamen wie von Flachs⸗ faſern bildet einen hervorragenden Zweig der ruſſiſchen Landwirtſchaft. Die Ausſaat von Leinſaat hat ſich 1897 auf 2,029.973 Deßjatin(à 109 ¼ Ar) gehoben und bildet gegenwärtig ca. 2,8% der geſammten Anbaufläche. Von dieſem Areal gehören ca. 600,000 Deß. zum Gebiete der ſchwarzen Erde. Am ausgedehnteſten wird die Kultur der Leinpflanze in den Gouvernements Livland und Pskow betrieben, wo deren Ausſaat ca. 13% des geſamten Anbaues umfaßt. Größeren Umfang beſitzt die Produktion überdies in den Gouvernements Smolensk, Jaroslaw, in den baltiſchen Oſtſee⸗ provinzen, in Litthauen und dem Gebiete öſtlich der Wolga. Der Ertrag pro 1897 wird auf 43,174,770 Pud(à 16,38 kg) geſchätzt. Das durchſchnittliche Ernte⸗Erträgnis iſt pro Deßjatin 26 Pud Samen; der Export betrug pro 1897 in den erſten 11 Monaten 27,905,000 Pud.

Raps: Der Anbau beſchränkt ſich auf das Gouvernement Beſſarabien und die polniſchen Provinzen wie Cherſon, Kiew, Poltawa, Podolien. Exportiert wurden 1897 9,329,000 Pud. Durchſchnittlich werden in% ausgeführt:

. eſte G 2* 3 3 N 3 nach Deutſchland Dirarei Belgien England Holland Frankreic Andere Leinſaat. 19 0,8 10 30,7 30,8 4 4,7 Hanf.. 58 9 7 19 7 Raps.. 1 3 5,9 50 5 19,1

Die wichtigſten Plätze für den Handel in Olſaaten ſind: im Norden; Odeſſa und Nicolajeff im Süden.

Riga: Der Export von Leinſaat iſt zurückgegangen, da die Produktion dieſes Artikels im Süden des Reiches in bedeutendem Maße zugenommen hat.(Der Weizenbau iſt eben durch den ſcharfen Preisrückgang für dieſen Artikel nicht mehr ſo lohnend.) Ferner mag auf die Abnahme des Exportes die Thatſache nicht ohne Einfluß geblieben ſein, daß in den letzten Jahren im Zufuhrsgebiete Rigas eine große Anzahl von Olmühlen entſtanden iſt, welche bedeutende Mengen von Leinſaat verarbeiten.

An Qualitäten werden zwei Gattungen unterſchieden: 1. Einheimiſche Leinſaat, Drujana genannt und 2. Steppenſaat, aus dem Innern des Landes kommend. Erſtere kann ſowohl zur Ausſaat wie zur Olgewinnung verwendet werden, letztere hingegen nur zur Blbereitung. Der Olgehalt der Steppenſaat iſt größer, als jener der Drujana⸗Saat, das Ol aber iſt nicht für alle Zwecke brauchbar; auch fällt Steppenſaat zumeiſt reiner und wird hauptſächlich auf 98 99% reiner Saat gehandelt.

Die Ausfuhr geht ausſchließlich nach Hull, wo eine Vorliebe für baltiſche Saat iſt.

Das Geſchäft wird in Riga faſt nur aufcif Konditionen gemacht, d. h. man verkauft in der Regel durch Vermittelung eines Agenten die Ware zu einem beſtimmten Preiſe in ausländiſcher Valuta und nach ausländiſchem Gewichte für eine beſtimmte Einheit, franko in den Dampfer verladen, wobei der Abſender(Verkäufer) Aſſekuranz und Schiffsfracht bis zum Beſtimmungshafen zu bezahlen

Riga, Reval, Libau, St. Petersburg