Aufsatz 
Exegetische Abhandlung über Röm. III, 1-20 / G. W. Matthias
Entstehung
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man freilich einwenden, daß nach der eigenen Erklärung des Apoſtels(ſ. V. 19) die Schilderung der all⸗ gemeinen Sündhaftigkeit, wie ſie zum Beweiſe jenes rarrce uc, dεαέαοiciꝭοlnat in den folgenden Verſen(10 18) aus dem alten Teſtament beigebracht werde, mit beſonderer Beziehung auf die Juden zu nehmen ſei, und es ließe ſich dann hieraus der Schluß ziehen, daß Paulus mehr die Sünde der Ju⸗ den, als die Sünde der Heiden betont und ins Licht zu ſtellen geſucht habe. Zur Widerlegung dieſes Einwurfs aber müſſen wir eine abweichende Auffaſſung des 19. Verſes geltend machen. Unſeres Erachtens nämlich iſt der Gedanke: ö νι Ʒν yvJrd⁴οος έιeνέ, os y 2d edꝙ Tader keineswegs ein allgemeiner, ſo daß man zu überſetzen hätte:wir wiſſen aber, was das Geſetz ſpricht, das ſagt es für diejenigen, die unter dem Geſetze ſind. Vielmehr iſt derſelbe, wie der Zuſammenhang und namentlich das Wort TL6p*ε andeutet, in ſpezieller Beziehung auf die vorhergehenden Schriftzeugniſſe aufzufaſſen, ſo daß wir in der Ueber⸗ ſetzung vorſpricht(6&ν) das Wörtchenhier(d. i. in den angeführten Schriftworten) einzuſchalten haben, eine Einſchaltung, die uns namentlich deshalb, weil im Präſens eyety(wie im Aoriſt§ ννναι⁷ das bei Citaten ſpeziell gebräuchliche Verbum iſt, nicht allein ganz unbedenklich, ſondern mit Rückſicht auf die vorausgegangenen Citate ſogar ganz unerlaßlich ſcheint. Der Dativ z078 2 26 ½νvaber dürfte nicht als Dativ des Intereſſes, ſondern als Dativ der Relation(vgl. Winer Gramm.§. 31. 3. S. 244) zu nehmen ſein, ſo daß die betreffenden Worte zu überſetzen ſindꝛ:was das Geſetz(= das A. T.) hier ſpricht, das ſagt es mit Rückſicht auf die, welche unter dem Geſetze ſtehen. Es iſt damit keineswegs ausgeſprochen, daß die angezogenen Stellen, ſei es ausſchließlich oder auch nur vorzugsweiſe, den Juden gelten; vielmehr kann es an ſich betrachtet eben ſo gut heißen, daß die Juden in denſelben weſentlich mit⸗ gemeint und folglich von dem ſündlichen Verderben nicht als ausgeſchloſſen zu denken ſeien. In ähunlicher Verbindung d. i. bei einem auf ein Citat hinweiſenden Ausdruck(20,ꝓν.) ſteht der Dativ als Dativ der Relation Gal. III, 16, welche Stelle von den Auslegern, weil ſie die Dative 1 SOG.eꝛ ucl u εεμμιααάισι αάκισον oanders faßten, offenbar unrichtig aufgefaßt und erklärt worden iſt, und welche gleich der mit ihr in Verbindung ſtehenden Gal. III, 19 nur unter der Vorausſetzung, daß die betreffenden Da⸗ tive als Dative des Bezuges ſtehen, einen dem Zuſammenhange des Ganzen wirklich entſprechenden Sinn bieten dürfte.(S. meinen exegetiſchen Verſuch über Gal. III, 16. 21 im Programm des Caſſeler Gymn. vom Jahre 1849. S. 5 u. w.). Daß alſo Paulus bei den Citaten V. 10 18 nicht etwa vorzugsweiſe

die Juden im Auge hatte, erhellt bei der zu V. 19 angenommenen Erklärung des Dativs 078 2 20

27½ mit Nothwendigkeit aus dem Zuſammenhange, wie es denn die Worte G⁶ιασ ττ᷑˙ ³mφ]⁸ς in dem angefügten Finalſatz außerdem noch ausdrücklich beſtätigen. Müſſen wir nun nach dem Bemerkten anerkennen, daß der Apoſtel ſeinen Schriftbeweis für die Sundhaftigkeit der Menſchen eben ſo ſehr mit

Rückſicht auf die Heiden, als mit Ruͤckſicht auf die Juden führt, und daß ihm ſomit beide Momente zum

Erweiſe des.άαάα¶ĩ. 9 als gleich wichtig erſcheinen mußten, ſo bleibt nur noch die Frage zu beant⸗

worten, warum er V. 19 die Nothwendigkeit, die fraglichen Citate namentlich auch auf die Juden zu be⸗

ziehen, ſo nachdrücklich und gefliſſentlich hervorhebt. Der Grund hiervon iſt unſerer Anſicht nach ein dop⸗

pelter. Erſtens nämlich wollte er durch jene Bemerkung, wie beſonders der Finalſatz: Tuch mdy rduc-

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würde die Ergänzung von 2l ⁴ι⁷ 1Q⁶ο τ( l0vdæt- 00 2911 diuαοο*l9), eine Beziehung auf alle 0⁰8, welche wir als verſteckte Antitheſe zu.res anneh⸗ Individuen unter Juden und Heiden angedeutet, waͤhrend men, noch deutlicher indicirt ſein. Durch Idνντας wird na⸗ durch 21ερσοναεοοσσς Juden ſowohl als Heiden als ein in türlich, entſorechend dem Inhalte des folgenden Verſes(61 ſich abgeſchloſſenes Ganzes gedacht werden würden⸗