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Toy*j x. x. J. beweiſt, dem ſittlichen Stolze entgegentreten, vermöge deſſen die Juden ſich hoch uber die Heiden erhaben dünkten und alſo glauben mußten, daß jene Schilderung des herrſchenden Verderbens nicht auf ſie, ſondern ausſchließlich auf die von ihnen ſo verachteten Heiden Bezug habe. Zweitens aber wollte er dadurch— und dies ſcheint uns das Wichtigſte— auf ſein mit Cap. I, 16 begonnenes und durch Cap. III, 1 ff. unterbrochenes Thema zurücklenken, auf die Entwicklung der Wahrheit nämlich, daß Juden und Heiden, da ſie gleicher Maßen Suüͤnder und als ſolche dem Zorne Gottes(Cap. I, 18) verfallen ſeien, auch gleicher Maßen nur durch das Evangelium zum Heile gelangen könnten, ein Weg, der nicht bloß für die Heiden, ſondern namentlich auch für die Juden deshalb als der einzig mögliche zu betrachten ſei, weil die weſentliche Bedingung alles Heils, nämlich Gerechtigkeit, wie Gott ſie verlange*) d. i. vollkom⸗ mene Angemeſſenheit des ſittlichen Lebens zum Geſetz Gottes(vgl. Matth. V, 20) nur in dem Cvangelium als eine dειυαιοοσννν ετ πμεαστεαςα εi rioνν*⁵ε*ε) und nicht wie im Geſetze als eine εμκαιον ες εουνπ
*) Dies iſt unſerer Anſicht nach der Sinn des Ausdrucks 0*ακαιοσ ϑμο Röm. 1, 17. Daß wir denſelben in der angegebenen Weiſe faſſen, wobei wir den Genitiv 9 ε0⁷ als einen poſſeſſiven betrachten, findet in dem altteſtamentlichen Sprachgebrauche(vgl. z. B. Pſ. V, 9) ſeine volle Berechtigung und außerdem in dem pauliniſchen Ausdruck Soyα 70ιG (= Werke, wie das Geſetz ſie fordert) eine deutliche Paral⸗ lele. Stellen wie Röm. III, 21. 22; X, 3; 2. Kor. V, 21 zeigen uns die fraglichen Worte in derſelben Bedeutung, nur daß in Röm. X, 3 der beigefügte Artikel eine ſelbſtver⸗ ſtändliche Modificirung des Begriffes hervorbringt(=— die Gerechtigkeit— d. i. die bekannte, weil durch das Evan⸗ gelium geoffenbarte Gerechtigkeit— die Gott verlangt). In der Stelle Matth. VI, 33 kann der Ausdruck 1))» u- 2⁴οσ⁴⁶» α.αο offenbar nur den Sinn haben„die Ge⸗ rechtigkeit, die er fordert,“ mithin denſelben Sinn, den wir für Röm. X, 3 in Anſpruch nehmen, und es dürfte ſomit die Bemerkung de Wette’s(ſ. Comm. zu Matth. VI, 33),
die von Chriſtus erwähnte καόαοσ⁴eέ ſei nicht die pauli⸗
niſche, der nöthigen Begründung ermangeln, wie denn an ſich betrachtet ſchwer denkbar iſt, daß der Apoſtel einen aus dem A. T. überlieferten und von Chriſtus ſelbſt gebrauchten Aus⸗ druck anders als in traditionellem Sinne genommen habe. **) Die Worte à&*᷑ ες eis rlort in der viel⸗ beſprochenen Stelle Röm. 1, 17 ſind unſers Erachtens nichts Anderes als Attribute zu dem Begriff dνμαάε, nicht aber zu dμσάαννν als dem Subjecte, was offenbar ſprach⸗ widrig ſein würde, ſondern zu Oοακαον als dem aus dem Subjecte zu wiederholenden Prädicatsnomen, eine Art von Brachylogie, wie ſie auch ſonſt(vgl. Kühner§. 852. 2. e) im Griechiſchen nicht ungewöhnlich iſt, und wie ſie um⸗ gekehrt d. i. in Bezug auf das aus dem Prädicat zu ergän⸗ zende Subjectsnomen z. B. Cap. I, 28 unſeres Briefes vor⸗
kommt. Zu überſetzen iſt demnach:„Denn Gerechtigkeit Gottes wird in ihm geoffenbart als Gerechtig⸗ keit aus Glauben für Glauben.“ Nehmen wir hier⸗ bei an, daß die Präpoſitionen 2x und els durch rhetoriſchen Accent he.vorzuheben ſind, ſo ergibt ſich als Sinn der Worte x loreòς εᷣ lortν:„als eine Gerechtigkeit, die eben ſo ſehr aus Glauben kommt, als ſie für Glauben be⸗ ſtimmt iſt d. i. als ſie dem Glauben geſchenksweiſe(dcν ſ. Cap. III, 24) zu Theil werden(= gegeben werden) ſoll.“ An die Stelle des abſtracten Ausdrucks elg tiorty kann hiernach, ohne daß der Sinn irgend verändert wird, der con⸗ crete ε⁶⁴οωνέμ Jτw]W”( T1GrOvGK,» treten. Als Attribut des zu ergänzenden raͤdicatsnomens 1*νεαιοσν erhalten wir ſo den Ausdruck&n 01ε dε⁶οου τονπισ⁷ iοτεει— 0ν01, welcher zu dem Gal. m, 22 vorkommenden en Il- 0⁷ς◻ dο 1⁰⁷G 71018090“ eine vollkommene Paral⸗ lele bildet. Faſſen wir alſo das Geſagte zuſammen, ſo ergibt ſich folgende Form des zu erklärenden Satzes: 01απαORb ⁵ ꝛ 900 8*.υ d-οεανerd(⁶ιυκαόαιοσ⁷) ex τπʃ⁶σσσέκσς ⁶οιιμ̈ τοςστ I1εέονυσεν, eine Form, die dem Verſtändniß keinerlei Schwierigkeit bieten würde. Es darf übrigens in der Erklärung nicht unerwähnt bleiben, weshalb die Worte r loτιιαιο εi lort» an das Ende des Satzes getreten ſind. unſtreitig will ſie der Apoſtel durch dieſe Stellung mit beſonderem Nachdruck hervorheben, indem ihm dabei als Gegenſat vorſchwebte: 2⁴ 00% 60G— 71⁵⁰ 2„ 10νG 28 20*0 eig 20„. Wenn die vorge⸗ ſchlagene Erklärung der Stelle Röm. 1, 17, namentlich was die in der Structur der Worte 2ν ¶Tεσςσ ες ατν anzunehmende Brachylogie betrifft, unſeres Wiſſens noch von keinem Ausleger gegeben iſt, ſo möchte dies vielleicht nur darin begründet ſein, daß zuweilen gerade das Nächſte und Natürlichſte am leichteſten überſehen wird. 6


