Aufsatz 
Exegetische Abhandlung über Röm. III, 1-20 / G. W. Matthias
Entstehung
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Form als dem Inhalt nach genauer entſprochen hätte, ſagt er vielmehr, mit Durchbrechung der Schranken ſtreng logiſcher Genauigkeit und im Unwillen erregten Gefuͤhls gleichſam ſich ſelbſt vorgreifend: 1 2.σς αμεμασꝓρσράνιμορρνμεᷣ α να 2ρςσ qaotd τνια ν. x. J.

Nach Erörterung dieſer Einzelheiten iſt uns noch übrig, den Gedanken als Ganzes zu betrachten und ſeine Bedeutung als Glied der Beweisführung feſtzuſtellen. Durch ydo angeknüpft enthält er den Grund des vorhergehenden Satzes. Daß alſo Gott, wofern er in dem Verhängen ſeines Zornes wegen der αeule der Juden ungerecht wäre, die Welt überhaupt nicht mehr zu richten, ſondern trotz aller à⁴εlc nur noch zu beſeligen im Stande ſein würde, dies iſt es, was Paulus durch V. 7 und S als etwas völ⸗ lig Widerſinniges darthun will. Den Zuſammenhang von V. 7 mit dem Vorhergehenden können wir uns zufolge deſſen, was über 2να bemerkt wurde, leicht dadurch verdeutlichen, daß wir etwa den Gedanken ergänzen:denn alsdann(wenn es nämlich mit dem oben[V. 5] erhobenen Einwande ſeine Richtigkeit hätte) könnte ja Jeder ſagen: wenn die Wahrhaftigkeit Gottes u. ſ. w. Man ſieht deutlich, Paulus will in populärer Sprechweiſe den Gedanken ausdrücken:was fuͤr die Einen recht iſt, muß auch füͤr die Andern recht ſein; denn nur ſo wird man hier überhaupt noch von Gerechtigkeit reden können. Der Sinn der Frage: 2i Ʒνꝛα‿̈eνα G,1⁴σ⁴⁶ς σμeμια³ασι*ν. k. 2., die der Frage: 1) w&⅜ιι dε⁶ς drrσέςο τiνν ⁶ρον in V. 5 offenbar parallel iſt, geht alſo dahin, daß unter gleichen Vorausſetzungen (man betrachte die parallelen Bedingungsſätze V. 5 und 7) Jeder das Gleiche für ſich zu folgern berech⸗ tigt ſei.Wenn Gott, will der Apoſtel ſagen,gegen die Juden darin gerecht erſchiene, daß er ihnen um der in ihrer Untreue bewieſenen 2011 willen nicht etwa zürnen, ſondern ſie trotz derſelben, bloß weil ſie durch ihre 20ezlc ſeineεκααονν verherrlicht hätten, ſogar noch beſeligen wollte, ſo müßte er ſich auch gegen Andere auf dieſelbe Weiſe dadurch gerecht zeigen, daß er ihnen als Lohn ihrer Adexia nicht etwa ſeinen Zorn, ſondern ſo gut wie jenen die Seligkeit zu Theil werden ließe. Denn das began⸗ gene Böſe könnte ja Jeder damit rechtfertigen, daß es zur Verherrlichung Gottes habe gereichen ſollen und folglich nicht als böſe, ſondern als gut zu betrachten ſei. Dies ſcheint uns der klare Sinn der vorliegenden Stelle; die ſich weiter ergebenden Folgerungen aber werden wir, geſtützt auf den Zuſammen⸗ hang mit dem vorhergehenden Verſe, mit Leichtigkeit ziehen können. Daß nämlich auf die angegebene Weiſe aller Unterſchied zwiſchen Gut und Böſe völlig verſchwinden und mit Aufhebung der weſentlichen Grundlage alles Richtens, der Scheidung von Gaαμᷣαιοοdeνυ und d⁵lk, auch das Richten Gottes über die Welt zur Unmöglichkeit werden würde, dies iſt, wie wir glauben, der Kern der Beweisführung, und wenn der Apoſtel dieſe Gedanken auch keineswegs mit der Ausführlichkeit entwickelt, mit welcher wir dieſelben in Berückſichtigung entgegenſtehender Erklärungen darlegten, ſo iſt dies bei ſeinem Streben nach gedrungener Kürze wohl nur darin begründet, daß ihm eine nähere Ausführung nach den mehrfachen Win⸗ ken, die beſonders durch invertirte Wortſtellungen gegeben waren, als unnöthig erſcheinen mußte. Wie nichtig nun aber eine ſolche Ausrede ſein wuͤrde, durch welche man das Böſe als gut darzuſtellen und ſo zu rechtfertigen wagen möchte, deutet Paulus mit Berufung auf das ſittliche Gefühl ſeiner Leſer ſelbſt in den Worten an:»(= 205» 98 1010 10») 20 20011⁴ εν⁰0Q6νhmO*πQν, wobei er offenbar Solche, die den angegebenen Grundſatz hegen und in ihrem Wandel bethätigen, vor Augen hat und von der Voraus⸗

*) Die Beziehung des Relativpronomens beſonders in der ten, ſondern bloß dem Sinne nach enthaltenen Begriff iſt im Masculinform auf einen im Vorhergehenden nicht ausgedrück⸗ Griechiſchen nicht ungewöhnlich.(S. Krüger§. 51.13. A. 14):