Aufsatz 
Exegetische Abhandlung über Röm. III, 1-20 / G. W. Matthias
Entstehung
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zu einer concreten, indem es durch das vorgeſetzte al von Anderen, welche bereits erwähnt worden wa⸗ ren, beſtimmt unterſchieden wird. Wer ſind nun dieſe Anderen? Unſtreitig jene 1ν˙ν V. 2, die ſich in Bezug auf das Anvertraute untreu bewieſen hatten und gleichwohl nach dem in V. 5 erhobenen Einwurf, bloß weil durch ihre à0ναι die göttliche diοααοσν verherrlicht war, ſtatt der 6 Gottes anheimzufal⸗ len, vielmehr die Conz als Lohn ihcer Adιic erwarten ſollten. Entkleiden wir demnach den Satz ſeiner fragenden Form, ſo ergibt ſich als einfacher Sinn deſſelben:ſo kann auch ich(und jeder Andere) doch wohl ebeu ſo wenig wie jene Andern, die ſich untreu bewieſen und durch dieſe Art der à zl« die göttliche diαοd, verherrlicht haben, noch wie ein Sünder ge⸗ richtet werden. Es leuchtet ein, daß dieſer Erklärung zufolge. dem im vorhergehenden Verſe vorkommenden Begriffe 6 1⁹α, inſofern es wie dieſer, nur in concreter Unterſcheidung aufgefaßt, die Idee der Geſammtheit vertreten ſoll, als völlig parallel zu betrachten iſt. Unter den zu erklärenden Einzel⸗ heiten unſeres Folgerungsſatzes, ſo weit ſie für die Erklärung des Ganzen von weſentlichem Belange ſind, haben wir ferner die Inverſton von aig G.⁴⁵έαριι⁴ς als höchſt bedeutſam hervorzuheben. Einen verkürzten Relativſatz enthaltend(= A⁴o* d.⁴μέαρνι⁴ςσ κlφ*νν), müßten dieſe Worte ihrem Hauptſatze: 10 81 v2d zirouat in der gewöhnlichen Wortſtellung nachfolgen. Durch Inverſion aber werden dieſelben mit be⸗ ſonderem Nachdruck vorangeſtellt und dadurch ſchon an ſich als ſolche bezeichnet, die zu einem anderen entweder ausgedrückten oder zu ergänzenden Relativſatze in einem gegenſätzlichen Bezuge ſtehen. An ſich betrachtet liegt nun in ds d⅜όαό⁴ς als nothwendiger Gegenſatz: 2⁴ ½ο) ci dizcios, oder was hier⸗ mit ganz parallel ſein würde: 2* ½) dis 1r0ννά τ⁴ͥ᷑ ρσα⁴, und es konnte daher die Ergänzung dieſes antithetiſchen Gedankens, ohne daß das Verſtändniß irgend wie beeinträchtigt wurde, den Leſern überlaſſen werden. Weil jedoch letzterer für den Zweck der Beweisführung von zu weſentlicher Bedeutung war, ſo ſpricht ihn Paulus ſelbſt und zwar mit Hinzufügung neuer Momente in einer Weiſe aus, wie es theils individuelles Bedürfniß, theils die Rückſicht auf den Pragmatismus der Darſtellung forderte. So ſaſſen wir denn die Worte:³* 1ο)*εαές SAα†. x. x. 1. bisναα V. 8 als antithetiſche Erläu⸗ terung zu dds d.ιέαόοα⁴ες und überſetzen:und nicht vielmehr*) ſo(= danach), wie**) wir ver⸗ läſtert werden u. ſ. w. An der Vollſtändigkeit des Satzes fehlt demnach Nichts;**r) nicht einmal hat man, da die beiden Relativſätze: dle 6 1⁴ςρεις und 2⁴‿.έαςνεμ⁴ἀαασςσ. u. 1. 1. als coordinirte Glieder

*) In Bezug auf den hier angenommenen Gebrauch von 2l 40) verweiſen wir auf Viger. ed. Herm. P. 531 und Kühner Gr.§. 741. A. 2. In den Briefen des Paulus finden ſich die Partikeln 2cet 1u1, und cl ον(dxt) im Sinne erläuternder Antitheſe beſonders häufig, ſo⸗ daß dieſe

Art der Verbindung faſt als eine Lieblingswendung des pau⸗

liniſchen Ausdrucks, berechnet auf energiſche Hervorhebung des Gedankens, erſcheinen könnte. Vgl. z. B. Röm. VII, 6; XII, 2. 14; XIII, 14; XV, 1; 1. Kor. 1I, 10; III, 2; V, 2; VI, 1. 49; X, 20; XV, 34; 2. Kor. III, 13; IV, 7; V, 12; VI, 9; 1x, 5; XuuHI, 10;3 Gal. I1, 14. 15. 16; 1V, 18; V, 13 VI, 4; u. ſ. w. Daß übrigens an unſerer Stelle nicht xcel 00, ſondern Xlα 100) ſteht, hat natürlich ſeinen Grund darin, daß dem Sprechenden der Gedanke vorſchwebt:und

nicht vielmehr, wie man doch erwarten ſollte. **) In dem antithetiſchen Relativſatze beachte man, daß nicht das einfache d, ſondern das zuſammengeſetzte.ια⁴ ſteyt, offenbar entſprechend ſeinem Etymon*αqꝗ ꝙιein Gemäß⸗ heit deſſen(danach), wien= τοτο ας, wie man freilich im Griechiſchen nicht ſagt, aber nach der Analogie von 10 ½ ͥ R p-9Gl2 ſtatt ö re0(ſ. z. B. Aeschin. c. Timarch. Vol. III, p. 131 Ed. Reiske) an ſich betrachtet doch ſagen könnte. Ueber.ις ſtatt des im At⸗ tiſchen üblichen oder 4.³ vgl. Lobeck. ad Phryn. p. 426. b *rr) Die Ergänzung von d 101,G1. aus dem Folgen⸗ den: ö1ι ƷπGονμσην ᷣά 1. 4., die ich früher annahm, habe ich ſpäter als unnöthig aufgegeben.