Aufsatz 
Exegetische Abhandlung über Röm. III, 1-20 / G. W. Matthias
Entstehung
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W. Krüger Griech. Sprachl.§. 50. 2. Anm. 6) durchaus nicht ungewöhnlich ſind. Auf jene Wahrheit alſo, daß Gottes Zorn über jede Ungerechtigkeit der Menſchen offenbar werde, will der Apoſtel hier hin⸗ deuten, und vielleicht iſt der Ausdruck 2,τ%, der an jenes 2 τ1 6.αάσσ εςdκεασe anklingt, nicht ohne die Abſicht, die Reminiscenz zu erleichtern, von demſelben gewählt worden. Jeden Falls knuͤpft ſich der Gedanke, den Paulus entwickeln will, an die genannte Stelle und die ſachlich damit in Verbindung ſte⸗ hende Cap. II, S an und zeigt uns, wie Paulus dazu kommt, einen Einwurf zu machen und zu beſei⸗ tigen, der abgeſehen von jenem Zuſammenhange unſerem Denken vielleicht fern liegen wuͤrde. Gegen die Richtigkeit unſerer Auffaſſung könnte man nun anführen, daß in ν und 900 1e» doch eine Identität der Perſon bezeichnet und folglich, daν auf die Juden gehe, auch der Folgerungsſatz: 11 000 1e; auf dieſe letzteren zu beziehen ſei. Dieſen Einwand halten wir jedoch nicht für begründet. Denn die Be⸗ ziehung auf die erſte Perſon iſt in1αν und s900 1,e&» von verſchiedenem Standpunkt aus verſchieden aufzufaſſen. Bei denkt ſich der Apoſtel lediglich als Juden, bei 2900.» dagegen lediglich als den Sprechenden, der ſeine Leſer im Geiſte gleichſam mitreden läßt, indem er ſie in ſeine Anſchauungsweiſe hineinzieht. An die Möglichkeit eines Mißverſtändniſſes aber konnte er hierbei wohl um ſo weniger denken, als die Formel 1 2900 ,e»; vielleicht aus der rabbiniſchen Dialektik(ſ. Tholuck z. d. St.) ihm auch ſonſt geläufig war und außerdem die beigefügte Parentheſe: 2αι⁴ e(|μƷμόάσισιοπ ⁷ιeρι den Satz als ſeine eigene Rede deutlich erſcheinen ließ. Was namentlich den zuletzt erwähnten parenthetiſchen Gedanken be⸗ trifft, ſo iſt dieſer gleichſam zur Milderung der Gottes unwürdig klingenden Rede hinzugefügt, was in dieſer Form ausgeſprochen, wofern der Satz einen Einwurf aus dem Sinne verſtockter Juden enthalten ſollte, nicht nur nicht nöthig, ſondern offenbar zweckwidrig geweſen wäre. Uebrigens iſt es für die Ausle⸗ gung des Satzes: 1%&0⁴ιοο σ ϑ⁶*ς. z. 7. von Wichtigkeit, auf die invertirte Wortſtellung zu achten. Deutlich werden in dieſer die Begriffe Ade und ⁶νν als die betonten hervorgehoben, und es liegt da⸗ her in dem 10)&⁶ιαο der Frage das zu demεννοιτο der Antwort zu ergänzende: d⁴νᷣꝙ Cαϑἀάο̈ diæᷣuοs, wie anderer Seits zu d&mααεέσσmν⁹ννν ⁶σον* als erläuternde Antitheſe zu ergänzen iſt: 2⁴ ⁴ιό⁷§ευdos Jjacy zauεο dôtοις οdde πνν ‿α⁷ν v alcνον*) Wie beantwortet nun Paulus die aufgeworfene Frage? Unwillig weiſt er ſie V. 6 mit einem 10 .youro ab, indem er als Grund dieſer Abweiſung anführt: errel ενυνν 0 ε0G 10 2io; Durch arrei als begründende Partikel eines Frageſatzes wird hier, wie auch ſonſt häufig(vgl. Viger. ed. Herm. p. 402) angedeutet, daß man aus dem Vorhergehenden einen Satz zu ergänzen habe, und zwar dem Zuſammenhange gemäß einen ſolchen, durch welchen der in der Frage enthaltene Grund weſentlich bedingt iſt.**) Das Futurum z0ονιν dagegen bezeichnet zufolge eines hauptſächlich in Frageſätzen vor⸗ kommenden Sprachgebrauches(vgl. Winer Gramm.§. 41. 6. S. 323), daß man den Inhalt des Satzes als auf ethiſcher Möglichkeit ruhend zu betrachten habe. Zu ergänzen iſt alſo nach dem Zuſammenhange das Gegentheil des durch 11⁶ανν ausgedrückten Gedankens, und zwar aus dem Geſichtspunkte ſubjee⸗ tiv bedingender Möglichkeit aufgefaßt, mithin der Satz: 21 10) sin obrus oder beſtimmter: er Ads 2in 6ꝗmϑεις εmσσ⁶ειυντσν ονσH 25) d4008 ²ανο ddοππιεε οddt Qνν Sun nn crtch⸗ 547 ein indir isν angezeigt, indem der Apoſtel 40*). Unſtreitig iſt alſo durch ecei ein indirecter Beweis von 1ενοετο angezeigt, aus der Unſtatthaftigkeit einer Folgerung die Unſtatthaftigkeit einer Vorausſetung darthun will. Um aber

eines begründenden Frageſatzes, zu welchem ein Bedingungs⸗

*) Den Gegenſatz von 60) und G00*) ſ. Röm. II, 7. 8. des, 1 nhs 9773 4 ſatz zu ergänzen iſt, ſteht&* 1. Kor. XV, 29.

) In ganz gleicher Weiſe wie hier d. i. zur Einführung