Aufsatz 
Exegetische Abhandlung über Röm. III, 1-20 / G. W. Matthias
Entstehung
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ſo auch die Begriffe d** eiᷣ und edοιααα einen engeren und einen weiteren Sinn haben, einen engeren, ſofern ſie auf das Wort(die Ausſage oder das Verſprechen), einen weiteren, ſofern ſie auf die ethiſche Beſchaffenheit des bezüglichen Subjectes gehen. Selbſtverſtändlich iſt nun die engere Bedeutung in der wei⸗ teren eingeſchloſſen; es fragt ſich aber, welche von beiden hier Statt finde. Die engere anzunehmen, könnte man ſich vielleicht dadurch veranlaßt fühlen, daß nach dem Zuſammenhange von dem Worte Gottes die Rede iſt. Blicken wir jedoch auf das Folgende, ſo werden wir uns von der Unhaltbarkeit dieſer Annahme leicht uͤberzeugen können. Unſtreitig iſt nämlich der Begriff eðorns als parallel mit dem Begriffe pen- V. 7 aufzufaſſen. Kann es aber bei dieſem letzteren durchaus nicht beſtritten werden, daß er keine Beziehung auf das Wort, ſondern allein auf das ſittliche Weſen hat, ſo muß für den parallelen Ausdruck offenbar auch die parallele Bedeutung gelten, und was auf dieſe Weiſe für die Begriffe Weuorns und εεσρασ feſtſteht, iſt in weiterer Folge natürlich auch auf die Gegenſätze az und d*ε anzuwen⸗ den. Die Begriffe ³ννσ und νοs alſo nehmen wir V. 4 im weiteren Sinne und erklären den Satz:*νεέα m‿ς⁶ ⁶ς 2Aν ⁹ꝙ, 11½ 02 ουσπνπο mM⁷beot, der durch als Antitheſe von 10 . ντ bezeichnet wird, im ſtrengen Anſchluß an V. 3 folgender Maßen:ſtatt die Treue Gottes hin⸗ ſichtlich der Beſtändigkeit deſſen, was nach V. 2 dem jüdiſchen Volke als Vorzug verliehen wurde, irgend wie in Frage zu ſtellen, muͤſſen wir vielmehr bekennen, daß Gott, eben weil er Gott iſt, ſeinem ſittli⸗ chen Weſen nach ſich ſelbſt nicht verleugnen kann, während bei Menſchen allerdings das Gegentheil Statt findet. Die Treue Gottes erſcheint hiernach als begründet in der Wahrhaftigkeit Gottes, wie anderer Seits die theilweiſe Untreue der Juden in Bezug auf das Anvertraute daraus zu erklären iſt, daß der Menſch uͤberhaupt ſein wahres Weſen verleugnen kann und bald auf die eine, bald auf die andere Weiſe wirklich verleugnet. Man hat nun freilich behauptet, die Worte: α ϑ˙ Gνρσπι edοmτν ſeien fuͤr den Zweck der Beweisführung ohne weſentliche Bedeutung, und der Apoſtel habe ſie bloß des⸗ halb, um durch einen Gegenſatz ſeine Rede nachdrucksvoller zu machen, dem erſten Gedanken hinzugefügt. Bei dieſer Anſicht iſt jedoch, wie aus dem Geſagten erhellen muß, ein weſentlicher Punkt überſehen wor⸗ den, wir meinen den Umſtand, daß die fraglichen Worte ſowohl mit dem Vorhergehenden, wo von der drενεiᷣα eines Theiles der Juden, als auch mit dem Folgenden, wo von dem ½ 5αα der Menſchen die Rede iſt, ſachlich in genauer Verbindung ſtehen. Jene aniorla nämlich findet eben in dieſem Satze nicht ur ihre Erklärung, ſondern zugleich eine Art Milderung, inſofern ſie nämlich in einer für alle Menſchen gültigen Erfahrung begründet iſt. Für das Folgende aber muß der Satz deshalb als ein wichtiges Mo⸗ ment gelten, weil der Apoſtel durch den darin ausgedrückten Gedanken gleichſam den Faden, an welchem er das Weitere fortſpinnt, feſt in der Hand behält und dadurch auch dem Verſtändniß ſeiner Leſer wirk⸗ ſam zu Hülfe kommt.

Um nun dem Satze:erεεο ½ σ ε dν, 10 d8 οοιπτ ωό̈οε, der ſchon durch ſeine imperativiſche Faſſung anzeigt, daß von Seiten des ſittlichen Bewußtſeins Anerkennung für ihn ge⸗ fordert werde, noch mehr Nachdruck und Halt zu geben, belegt ihn Paulus mit einer Schriftſtelle, indem er hinzufügt: 2& yOα.σνναε εeφάια teν J1*⁴εααι εέντ◻εςι ⁷⁶‿eι σοι τα veννουννιᷣ ν ττmꝛwo!ʃpe. 69½ σε. Die Anknüpfung durchενιωνς péyoanrct zeigt, daß wir in dem Citate den Beweis des vor⸗ hergehenden Satzes zu ſuchen haben. Der Hauptſatz, von welchem 61% v⅞ als abhängig zu denken ift, wird als hinlänglich bekannt ausgelaſſen, und zwar aus keinem anderen Grunde, als weil dem Imperativ⸗ ſatze:rνέμισσν. z. J. nur der Finalſatz, nicht aber zugleich deſſen Hauptſatz als ein Satz von verwand⸗ tem Inhalt entſprechend war. Ueber den Sinn der angezogenen Stelle aber ſowie über die Art ihrer An⸗,