Aufsatz 
Exegetische Abhandlung über Röm. III, 1-20 / G. W. Matthias
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Beide Begriffe enthalten, wie wir bereits oben bemerkten, deutlich eine Beziehung auf&ιιοατεννφηνσαe. Können wir aber nach dem zuαιοστιααάη Angemerkten unter Aioric hier nichts Anderes verſtehen, als den der Heilsabſicht Gottes zuwiderlaufenden Gebrauch in Anſehung des Empfangenen(der 70 ο-ͥTroο ϑο d. i. des Geſetzes und der Verheißung), ſo iſt hinwiederum die iονα τν ϑμεο eben nichts Anderes, als die unwandelbare Heilsabſicht Gottes in Anſehung des Gegebenen. Unſtreitig will Paulus V. 3 dies ſagen:Die Heilsabſicht Gottes kann doch wohl dadurch, daß ein Theil der Juden ihr zuwider ge⸗ handelt hat, nicht etwa aufgehoben und dadurch jener große Vorzug, den Gott dem iſraelitiſchen Volke durch das Anvertrauen ſeines Wortes verliehen hat, für die Zukunft zunichte geworden ſein?

Dieſe Frage nun weiſt der Apoſtel V. 4 mit einem 10)otro ſelbſt als eine ungehörige ab und ſtellt ihr in den Worten:ενεασα νFιη ιες μφνυη, s 08 d⅜νννϑοοιυινπ νεκτ einen Satz entge⸗ gen, in welchem zugleich jenes 1oero ſeine Begruͤndung erhalten ſoll. Hier fällt aber ½ ο ο auf. Daß es mit Rückſicht auf 4̈ϋ gebraucht ſei, leuchtet ein; nur darf man nicht außer Acht laſſen, worin dieſe dem Gedanken gegebene Wendung, die offenbar vom Gewöhnlichen abweicht, ihren eigentlichen Grund habe. Dieſen erblicken wir darin, daß dadurch ein Wortſpiel, analog dem Wortſpiel der Frage (dπ³σεα l⁶νι˙, herbeigeführt werden ſollte. Ganz gemäß der Eigenthümlichkeit ſeiner Schreibart ge⸗ braucht Paulus gern ſolche Wendungen des Ausdrucks, durch welche die Gedanken lebhafter und markirter hervortreten, und ſo finden wir namentlich das Wortſpiel häufig von ihm angewendet(vgl. Winer§. 62.2. S. 602), wie z. B. in unſerem Abſchnitt außer V. 3 noch V. 5 und V. 19 beweiſen können. Mit Recht erklärt man nun den Ausdruckενέιω οω, ähnlich wie V. 19 den Ausdruckryrat, als einen logiſch zu faſſenden(= es werde vielmehr in unſerem Bewußtſein Gott wahrhaftig, jeder Menſch aber ein Lügner), ſo daß derſelbe wohl beſſer als ſynonym mit 0 αιιG)ιωόι, als nach Theodoret's Vorgang als ſynonym mit Q.αάιουςσσαι zu faſſen iſt. Imperativiſch aber wird der Satz deshalb ausgeſprochen, weil ein Zweifel, wie ihn V. 3 ausdrückte, nicht anders möglich war, als indem man einen Augenblick gleich⸗ ſam vergaß, daß Gott wahrhaftig ſei, und dies folglich, um die Nichtigkeit jenes Zweifels erkennen zu laſſen, im Bewußtſein gleichſam erſt wieder feſtgeſtellt werden mußte. Durch Inverſion bezeichnet nun Paulus hier einer Seits die Begriffe ö 9ede und dνισισασοο, anderer Seits die Begriffe ann ¹⁸ und weðου als die betonten, und es liegt daher in dem erſten Gliede als Gegenſaß: 2⁴νι⁶ι* ⁴οσι e 9νπαοο mGirois und in dem zweiten: 2⁴ 1⁶ σσ 6 ε⁸ς din is. Der Zweck der Worte geht offenbar dahin, auf einen charakteriſtiſchen Unterſchied hinzuweiſen, der zwiſchen Gott und dem Menſchen beſtehe und in dem ethiſchen Weſen Beider begründet ſei.Wollte man annehmen, will Paulus ſagen, daß Gott um der theilweiſen Untreue der Juden willen ſeine Treue gegen das jüdiſche Volt in Zukunft verleugnen werde, ſo würde man das Verhältniß umkehren, das Gott und die Menſchen ihrem inneren Weſen nach unterſcheidet: man würde nämlich bei dieſer Annahme Gott zum Lügner machen, während doch allein der Menſch ein Lügner, Gott aber wahrhaftig iſt. Die Begriffe 4anis und vyeugris ſind nun aber in ihrer Entgegenſetzung für das Verſtändniß des Ganzen von entſcheidender Wichtigkeit, und wir können daher eine genaue Crörterung derſelben hier nicht wohl umgehen. M heißt, wer ſeinem Wort oder Weſen treu bleibt, Wedorns dagegen, wer ſein Wort oder Weſen verleugnet. Iſt alſo ννν = N 100G 1009 16y u* 1*, ſo iſt 1dαση ά dπμσσνσοοσ rous lõrous 1 19, Letzteres, auf den Charakter bezogen, ſynonym mit dem pauliniſchen Ausdruck αυzνν dνοννιεννο 2. Tim. I. 13 Der Zuſammenhang der Begriffe d**νεια und lοτι⁸ ſowie der entgegengeſetzten εαα und dtorl« geht

aus dieſer Entwicklung deutlich hervor, und eben ſo erhellt, daß wie die Begriffe dnν und Weugtns, 2