Aufsatz 
Schulkind und Elternhaus
Entstehung
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achtenswerten Schriftſtellern, Dramendichtern, Romanſchrift⸗ ſtellern und insbeſondere von Philoſophen wie Ibſen, Zola, Schopenhauer, Nietzſche u. a. Die Jugend iſt zum größten Teil für das ruhige Beſchauen der Probleme der eben ange führten Schriftſteller noch nicht reif genug, verſteht ſie nur ganz einſeitig, lebt ſich kritiklos in ſie hinein und unterliegt ihnen leider oft genug.

Auch die Nachahmung kann bei dem Selbſtmord eine aus ſchlaggebende Rolle ſpielenis, ferner liegen die Gründe zu der Tat häufig in wirklichen Vorkommniſſen des Lebens, bei denen die Kinder als Opfer heftiger Gemütserregungen fallen. In vielen Fällen wird man darauf verzichten müſſen, jemals zu einer befriedigenden Aufklärung zu kommen.

Was den Selbſtmord anlangt, den man gewöhnlich mit der Schule in ZSuſammenhang bringt, ſo werden ſeine all gemeinſten Urſachen: Furcht vor der Strafe, Mißerfolg in der Schule, Nichtverſetzung, gekränkter Ehrgeiz, Unluſt gegen die Schule u. a. m. ſein. Jedenfalls ſollten ſich die Eltern von Zeit zu Zeit darüber vergewiſſern, ob ihr Kind den Anforde rungen, wie ſie die Schule ſtellen muß, tatſächlich gewachſen iſt. Iſt das letztere nicht der Fall, ſo erwäge man ernſtlich, ob es mit dem ſeeliſchen Wohle des Kindes vereinbar iſt, daß man es vor unüberwindliche Aufgaben ſtellt. Hat man den Ein⸗ druck gewonnen, daß man es dadurch in Verzweiflung treiben könnte, ſo ſollte man es lieber ſofort aus der Schule entfernen und ihm eine Beſchäftigung zuweiſen, die ſeinen Anlagen beſſer entſpricht. Handelt es ſich bei dem Kinde in der Schule um ein Nichtwollen, ſo hat ſich die Frage zu erheben: Haben die Eltern auch bei der Erziehung des Kindes hinſichtlich der Charakter⸗ und Willensbildung nichts unterlaſſen, haben ſie alles verſucht, um beſonders das Verantwortlichkeitsgefühl und die Pflichttreue des Kindes bei der Erziehung zu ſtärkend Ein Kind, das einen Fehler begangen hat, muß ſo viel Willenskraft beſitzen, daß es auch ein offenes Wort des Tadels hinzunehmen vermag, und daß es nicht jede gerechte Rüge als eine Be leidigung, als eine Ehrenkränkung anſieht, die ihm jeden ſitt⸗ lichen Halt nimmt, und ihm die Waffe in die Hand drückt.

¹5 Gerhardt, S. 15. ¹⁶⁴ Ebenda, S. 16. 1¹7 Ebenda, S. 17.