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Leider können in unſerem Zeitalter, wo man gerade in bezug auf die Erziehung unſerer Jugend die unglaublichſten Irr⸗ tümer begeht, viele unſerer Söhne nicht mehr hören, wenn der Lehrer eine Sache beim richtigen Namen nennt. Rier hat alſo an Stelle der ſanften Erziehungspolitik, die den Kindern jede Unannehmlichkeit zu erſparen trachtet, von der früheſten Jugend an ein etwas derberes Anfaſſen zu treten. Die Kinder vertragen das gerne und haben ſehr bald herausgefunden, daß ſie ſich dabei recht gut befinden. Selbſtverſtändlich muß in allen Fällen, wo es ſich darum handeln ſollte, daß ein Schüler Strafe zu gewärtigen hat, derſelbe ſo erzogen ſein, daß er auch die Gerechtigkeit und Einſicht beſitzt, daß er ſeine Strafe verdient hat. Man behandle die Rüge auf ſachliche Weiſe und führe das Kind auf richtige Bahnen. Man ergehe ſich nicht in Schmähereden oder ſtemple gar Vergehen, wie ſie das jugendliche Alter und die Schule eben mit ſich bringen können, zu entehrenden Verbrechen! Es bleibt uns weiter die Frage:„Wie iſt es denn nur möglich, daß alle dieſe jugendlichen Selbſtmörder in den Beſitz der Schießwaffe kamend“ Es iſt unglaublich, aber leider wahr, daß viele Jungen, die kaum den Kinderſchuhen entwachſen ſind, ſchon eine ſolche ihr eigen nennen. Nicht genug, daß dieſelbe heim⸗ lich gekauft wird, nein, die Eltern geben auch noch das Geld dazu, damit der Sprößling ja ſeinem Kameraden, der auch eine ſolche Waffe beſitzt, nicht nachſteht. Viele Kinder führen die Schießwaffen den Tag über in der Taſche bei ſich. Verfaſſer kennt einen Fall, wo ein Tertianer ſich während des Unter— richts mit einer Flobertpiſtole in die Hand ſchoß; ein anderer Fall betrifft einen 16 jährigen Schüler, der ſich während des Unter⸗ richts mit einem Revolver, den er bei ſich führte und mit dem er in der Taſche ſpielte, ins Bein ſchoß. Gelegenheit macht Diebe. Daß ſich mancherorts die Schule gar gezwungen ſah, denjenigen Schülern, die eine Schußwaffe zur Schule bringen, mit Ausweiſung zu drohen, wirft ein bedenkliches Licht auf unſere heutige Jugenderziehung. Schaden könnte es nichts, wenn die Mütter zuweilen die Taſchen ihrer Söhne oder ihre Schulmappen, ihre Kommoden und Schränke viſi⸗ tierten, wir glauben, ſie würden manchmal verwundert über alles das ſein, was ihre Kinder ſchon beſitzen. Was ſoll man


