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eidiger Kerl. Apollo befehle ihm im Orakel, ihr die Augen mit glühenden Fackeln auszubrennen. Und als nun der Alte Sklaven holen will, um ihn zu binden, da ruft er unter den nötigen Grimassen:„Apoll, du heißest mich, diesem Menschen die Fäuste ins Gesicht zu schlagen! Viel befiehlst du mir, Apoll! Jetzt soll ich die Pferde an- spannen, jetzt auf den Wagen steigen, um den alten Kerl zu zermalmen. Schon steh ich da, schon halte ich die Zügel, schon die Peitsche. Auf, Pferde, laßt euren Huf- schlag ertönen, von schneller Fahrt sei er zerschmettert! Sieh! wieder heißest du mich auf ihn losgehen, ihm, wie er dasteht, den Schädel zu spalten.— Aber wer reißt mich von hinten vom Wagen und hemmt dein Gebot, Apoll?“ Mit diesen Worten stellt er sich, als falle er, vom Toben erschöpft, zu Boden; als jetzt der Alte, der keine Besorgnis vor weiteren Wutausbrüchen mehr zu haben braucht, einen Arzt holt, macht sich der verstellte Kranke eiligst davon. Sehr spaßig wird auch die folgende Szene, wo der herbeigeholte Arzt mit dem richtigen Menaechmus zuisamtnentrifft und neue ergötzliche Verwicklungen ent- stehen.
Merkwürdigerweise hat noch niemand auf die unge heure Xhnlichkeit dieser Stelle mit dem Botenbericht aus Euripides' ‚Hercules furens' hingewiesen. Und doch ist für jeden, der beide Stücke miteinander vergleicht, kein Zweifel, daß dem Dichter der griechischen Vorlage der Menaechmi die Euripidesstelle vorschwebte, ja, daß er sie mit Absicht travestierte: so sehr stimmen beide Szenen in Inhalt und Ausdruck überein. Irren wir uns aber in dieser Vermutung nicht, so haben wir darin eine neue
Odoardo. Auf mich warten? Weiß ich nicht schon genug? — Madame?— Aber, reden Sie nur, reden Sie nur.
Orsina. Sie wissen nichts.
Odoardo. Nichts?
Orsina. Guter, lieber Vater!— Was gäbe ich darum, wenn Sie auch mein Vater wären!— Verzeihen Sie! die Unglücklichen ketten sich so gern aneinander.— Ich wollte treulich Schmerz und Wut mit Ihnen teilen.
O doardo. Schmerz und Wut? Madame!— Aber ich ver- gesse.— Reden Sie nur.
Orsina. Wenn es gar Ihre einzige Tochter— Ihr einziges Kind wäre!— Zwar einzig, oder nicht. Das unglückliche Kind ist immer das einzige.
O doardo. Das unglückliche?— Madame!— Was will
ich von ihr? Doch, bei Gott, so spricht keine Wahnwitzige!
Orsina. Wahnwitzige? Das war es also, was er Ihnen von mir vertraute?— Nun, nun; es mag leicht keine von seinen gröb- sten Lügen sein.— Ich fühle so was!— Und glauben Sie, glauben Sie mir: wer über gewisse Dinge den Verstand nicht ver- lieret, der hat keinen zu verlieren.—


