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ausruft: Enim iam nequeo contineri, da sucht Tyndarus den Alten glauben zu machen, jetzt breche der Anfall aus: „Hörst du'’s? Rasch zur Flucht! Schon verfolgt er uns mit Steinwürfen, wenn du ihn nicht ergreifen läßt. Seine Augen glühen, siehst du nicht, wie sein Körper sich mit fahlen Flecken bedeckt? Schwarze Galle beunruhigt ihn. Schon redet er irr, die bösen Geister(laruae) quälen ihn.“ Aber durch ruhiges Zureden überzeugt Aristophontes den Hegio von der Unwahrheit der ganzen Erfindung des ver- schmitzten Sklaven, so daß er, obwohl dieser ihm wieder die Erscheinung des rasenden Aias in Aristophontes zu zeigen sucht, sich über den ihm gespielten Betrug auf- klären läßt. Sicherlich hat der Dichter dieses Stückes den Gedanken, eine Person seines Stückes fälschlich als geisteskrank erklären zu lassen, nicht erst neu erfunden, dazu sind die Motive schon zu sehr abgeleitet, und wir ge- winnen den Eindruck, daß manch anderes Stück mit ähn- lichem Stoff vorausgegangen sein müsse*.
Weit urwüchsiger ist die Darstellung des Wahnsinns in den Menaech mi. Als der eben erst angekommene Menaechmus von der Frau seines verschollenen, ihm aber aufs Haar gleichenden und auch gleichnamigen Bruders als ihr Mann angesehen und wegen der von jenem ange- stellten Streiche zur Rede gestellt wird, weiß er keinen anderen Rat, als daß er auf eine Bemerkung der Frau, daß grünliche Farbe seine Augen, Stirn und Schläfe entstelle, eingeht und sich wahnsinnig stellt, um sie und ihren eben hinzukommenden Vater zurückzuschrecken. Er ruft die Gottheit an, fragt, wohin sie ihn schicke; er könne nicht fort, ihn bewache eine wütende Hündin und ein mein-
* Es ist merkwürdig, wie sehr diese Stelle an LESSINGS Er- findung in Emilia Galotti“: IV, 6 und 7 erinnert, so daß ich bei dem trefflichen Plautuskenner und-nachahmer(vgl. Schatz) eine deutliche Abhängigkeit annehmen möchte.
Marinelli(leise zu dem Obersten, den er beiseite ziehet). Mein Herr, ich muß Sie hier mit einer Dame lassen, die— der— mit deren Verstande— Sie verstehen mich. Ich sage Ihnen dieses, damit Sie wissen, was Sie auf ihre Reden zu geben haben,— deren sie oft sehr seltsame führt. Am besten, Sie lassen sich mit ihr nicht ins Wort.
Odoardo. Recht wohl.— Eilen Sie nur, mein Herr.
Siebenter Auftritt. Die Gräfin Orsina. Odoardo Galotti.
Orsina(nach einigem Stillschweigen, unter welchem sie den Obersten mit Mitleid betrachtet; so wie er sie mit einer flüchtigen Neugierde). Was er Ihnen auch da gesagt hat, unglücklicher Mann!
Odoardo(halb vor sich, halb gegen sie). Unglücklicher?
Orsina. Eine Wahrheit war es gewiß nicht;— am wenig- sten eine von denen, die auf Sie warten.


