Aufsatz 
Zur Auffassung und Darstellung des Wahnsinns im klassischen Altertum
Entstehung
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barlich verhaßt ist, beschließt und vollführt er in ruhiger UÜberlegung den Selbstmord.

Die nämliche Gesamtvorstellung liegt demExodos' in demKönig Odipus zugrunde. Nachdem der unglück- liche König, der zuerst gegen die Weisungen des Sehers Tiresias, dann auch gegen seinen Schwager Kreon in törichter Wut aufgebraust war, sein Verhängnis erkannt hat, daß er, ohne es zu ahnen, den Vater getötet und die Mutter geheiratet hat, da gerät er in eine an Wahnsinn grenzende Verzweiflung. Er will das Licht der Sonne, die Angehörigen nicht mehr sehen und sticht sich selbst beide Augen aus.Dem Rasenden zeigte das irgend ein Dämon, meldet der Bote(Vs. 1258). Als nun der geblendete dipus. noch blutüberströmt, aus dem Palaste herauswankt, ergibt sich folgendes Gespräch zwischen ihm und dem Chorführer (Vs. 1297 ff., nach der Ubersetzung von U. von Wilamowitz- Moellendorff):

Chorführer:

Ein Anblick, entsetzlich dem menschlichen Aug', Entsetzlich, wie keinen ich jemals gesehn.

In welch' einem Wahnsinn hast du's getan?

Von welch' einem Dämon warst du verführt? Auch das noch zu all deinem Schicksal!

Weh dir, du Mann des Fluches!

Mich schaudert......

dipus:

Wehe, weh mir, ich Mann des Fluches!

Wohin führt mich mein Schritt?

Mich jammervollen!

Wohin verhallt die Stimme?

Der Dämon packte mich

Ach, wohin hat er mich verschlagen? und Vs. 1327: Chorführer:

Furchtbare Tat! Wie konntest du die Augen Auslöschen? Welcher Dämon trieb dich an?

O dipus: Apollon war's. Apoll, ihr Freunde.

Voll machen wollt' er die Leiden, Voll machen wollt' er die Frevel.

Wesentlich anders gestaltet EURIPIDES die Darstel- lung des Wahnsinns in seinemRasenden Hera- kKles. Nach der Ermordung des Lykos, welcher die dem Herakles angetraute thebanische Königstochter Megara und deren Kinder bedrängt und die Herrschaft an sich zu reißen versucht hatte, schickt sich der siegreiche Held an, Opfer zu bringen und den Palast zu entsühnen. Da ver-