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Bittflehend zu dem Erdennabel, wo die Glut Der nie verlosch'nen Flamme glimmt, Apollons Sitz.“
Und schon glaubt er die Schar der Eumeniden sich auf ihn stürzen zu sehen(Vs. 1048 ff.):
„Ha, was für Weiber sind das? Wie gorgonenhaft, In mächtig fahlen Mänteln? Um die Häupter zuckt Natterngewimmel. Meines Bleibens ist nicht mehr.“
Als die Chorführerin entgegnet: „Welch' Wahngebild verwirrt dich? Halt dem Schrecken Dem Vater treuster aller Söhne, fasse dich!“,[Stand,
da fährt er fort: „Kein Wahngebilde! Diese Greu'l sind Wirklichkeit. Sie sind's, die Rachegeister meiner Mutter sind's. — Apollon, Heiland, immer neue steigen auf, Blutstropfen seh' ich in den dräu'nden Augen glühn. — Ihr seht sie freilich nicht. Ich seh' sie, da und da. Es jagt mich fort. Nein, meines Bleibens ist nicht mehr!“
Auch hier sehen wir nicht eigentlich einen Wahn- sinnigen vor uns. Orestes schildert nur die Schreckens- bilder, die er sieht. Die Erkenntnis, daß er allein sie sieht, daß die andern sie nicht sehen können, pflegt sonst Men- schen, die an Sinnbeirrungen und Vorspiegelungen leiden, nicht zu kommen.
Die Fortsetzung bringen die„Eumeniden“ des Aschylus. Hier verfährt der Dichter anders, indem er die Erinnyen selbst als handelnde Personen, als Chor, auf- treten läßt. Am Ende der„Choëphoren“ hatte Orestes die ersten Anzeichen des Wahnsinns beschrieben und seinen körperlichen und seelischen Zustand geschildert. Im An- fang der„Eumeniden“ müßten wir also den Orestes mit den ausgeprägten Zeichen der Krankheit sehen. Statt dessen erzählt uns Pythia ganz anders, wie sie den Orestes am Nabelsteine sitzen sieht(Vs. 34 ff):
„Aus Phoibos Hause jagt ein Anblick mich zurück, Den Augen grau'nvoll, grau'nvoll zu beschreiben auch. Mir schwinden meine Sinne, schwanken meine Knie, Die Arme fliegen zitternd, doch der Fuß ist steif. Das Alter wird vor Schrecken hilflos, wird zum Kind. Ein tret' ich in das kranzbehang'ne Heiligtum,
Da seh' ich einen Menschen nah dem Nabelstein. Schutzflehend sitzt er und entweiht den heil'gen Ort. Blut trieft von seinen Händen, die das nackte Schwert Noch halten und des ölbaums hochgewachs'nen Zweig, Den keusch ein weithin wallendes Gewand verhüllt, Die weiße Wollenbinde, deutlich sag' ich so.
Vor diesem Menschen aber auf den Stühlen sitzt Und schläft von Weibern eine wundersame Schar,


