Aufsatz 
Physikalische Versuche / von August Köhler
Entstehung
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Größenverhältniſſen der Dämpfungsvorrichtung iſt die Einſtellung nicht ganz aperiodiſch, ſondern die Nadel geht erſt ein wenig über ihre neue Gleichgewichtslage hinaus. Durch teilweiſes Aſtaſieren mit einem genäherten Magneten kann man aber leicht eine aperiodiſche Einſtellung bewirken. Der Magnet kann auch dazu dienen, um der Nadel eine beſtimmte Ruhelage außerhalb des Meridians zu geben.

Bei der angegebenen Einrichtung ſind nach beiden Seiten Ausſchläge von 11⁰ möglich, der Winkel den der Lichtzeiger beſchreibt, iſt alſo jederſeits 220. Dieſer Ausſchlag erfordert in 5 m Abſtand eine 4 m lange Scala.

Man kann den Apparat vielfach anwenden; beiſpielsweiſe zu den von Kuhfahl in der Zeit⸗ ſchrift für phyſikaliſchen und chemiſchen Unterricht im 10. Jahrgang beſchriebenen Verſuchen; man kann ihn durch auf der Rückſeite des Brettes anzubringende Rollen von ca. 10 cm Durchmeſſer mit einer oder mehreren Windungen leicht in eine Gaugain⸗Helmholtzſche Tangentenbuſſole mit Spiegelab⸗ leſung und guter Dämpfung verwandeln, deren Ausſchläge allen Schülern bequem ſichtbar und für gröbere Verſuche hinreichend genau den Stromſtärken proportional ſind.

Um die Ausſchläge in den Grenzen von 110 zu halten, dienen die gewöhnlichen Mittel: ſtär⸗ kere Richtmagnete, Spulen von verſchiedenem Durchmeſſer mit verſchiedener Windungszahl in größerem oder kleinerem Abſtand, Widerſtände im Stromkreis oder Nebenſchlüſſe.

10. Darſtellung des Wegs von Lichtſtrahlen.

Zur Veranſchaulichung des Strahlengangs bei der Reflexion, Brechung ec. benutze ich einen Holzſchirm, der mit weißer Farbe angeſtrichen iſt und auf den die Strahlen in der ſchon mehrfach em⸗ pfohlenen Weiſe ſtreifend auffallen. Der Schirm kann quadratiſche Form haben, bei einer Länge der Kanten von etwa 40 cm. Die Farbe beſteht aus Kreide, etwas gebrannter Magneſia und ganz dün⸗ ner Gummilöſung. Die Mengenverhältniſſe wählt man ſo, daß die Farbe gut deckt(beim erſten An⸗ ſtrich ſchon!) und nach dem Trocknen nicht abfärbt. Kreide und Magneſia gemiſcht geben ein ſchöneres Weiß als Kreide allein..

Man verſieht das Skioptikon mit dem Spaltanſatz, ſtellt den Spalt wagrecht und das Objektiv ſo ein, daß der Spalt ſich im Brennpunkt befindet. Dann bringt man in den Weg des aus dem Ob⸗ jektiv heraustretenden Strahlenbündels den Schirm, zunächſt ſenkrecht zur optiſchen Achſe. Sein Ab⸗ ſtand vom Skioptikon ſei etwas über eine halbe Schirmbreite. Man bemerkt auf dem Schirm dann einen oben und unten ſcharf, an den beiden Seiten verwaſchen begrenzten Lichtfleck. Der obere und untere Rand erſcheint um ſo ſchärfer, je enger der Spalt iſt. Man rückt den Schirm ſo, daß der Fleck in die Mitte föllt, und dreht ihn dann ſo, daß die Schirmfläche mit der Achſe des Skioptikons einen ſehr ſpitzen Winkel bildet. Dabei dehnt ſich der Lichtfleck zu einem wagrechten Band aus, das oben und unten ſcharf begrenzt bleibt. Man drehe den Schirm nicht weiter, als bis das Band oben und unten parellele ſcharfe Nänder zeigt, dreht man zu weit, ſo nimmt die Helligkeit zu ſehr ab.

Aus dieſem Strahlenbündel laſſen ſich nun einzelneStrahlen durch Pappblenden iſolieren, die man vorn an dem Objektiv des Skioptikons anbringt. Je nach der Zahl von Strahlen, die man wünſcht, tragen dieſe Blenden 15 etwa 3 mm breite parallele Spalten, die wie der Spalt des Spalt⸗ anſatzes wagrecht geſtellt werden. Man erhält dann auf dem Schirm einen oder mehrere unter einan⸗ der parallele Strahlen, die durch dunkle Zwiſchenräume geſchieden ſind. Je näher der Schirm am Skioptikon ſteht, deſto ſchärfer ſind ſie begrenzt.

Hält man in den Weg der Strahlen, ſenkrecht auf den Schirm, einen Spiegel, ſo erſcheint auf dem Schirm der reflectierte Strahl; eine ebenſo angebrachte unbelegte Glasplatte zeigt den reflec⸗ tierten und den durchgelaſſenen Strahl; bei paſſender Drehung der Glasplatte kann man deutlich das Wachſen der Intenſität des reflectierten, und die Abnahme des durchgelaſſenen Lichts bei wachſendem Einfallswinkel beobachten. Dickere Platten zeigen gut die parallele Verſchiebung des durchgelaſſenen Strahls, doch iſt dies nur deutlich zu ſehen, wenn man parallel zu den brechenden Flächen auf den Schirm blickt.

Ein Prisma zeigt die Brechung und das Minimum der Ablenkung, wenn man es mit der Grundfläche auf den Schirm hält.

Linſen und ſphäriſche Spiegel muß man an den dem Skioptikon zugewandten oder von ihm