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Es wird in einen paſſend zugeſchnittenen Kork geſteckt, der ſich wie die Korke der unter Nr. 7 be⸗ ſchriebenen Elektroden einklemmen läßt.
Dceun negativen Pol bildet ein Zinkſtäbchen von 5 mm Durchmeſſer und 5—6 cm Länge, oder ein entſprechend großer Streifen Zinkblech; das Zink ſteckt ebenfalls in einem paſſenden Kork. Der Zinkſtab wird, ſoweit er in die Cuvette eintaucht, ſorgfältig amalgamiert, an dem oberen Ende werden beide Electroden mit Smirgel blank gemacht.
Man klemmt nun zunächſt den Kupferdraht ſo ein, daß der 4 cm lange Schenkel wagrecht nahe dem Boden der Cuvette liegt, den Zinkſtab befeſtigt man ſo, daß ſein unteres Ende ca. 1 ½ cm über dem wagrechten Stück des Kupferdrahtes hängt. Die Cuvette füllt man nun mit ſoviel 10—15% Schwefelſäure, daß der Zinkſtab 2—3 cm eintaucht und bringt das Ganze auf das Tiſchchen des Skioptikons. Man ſieht dann auf dem Schirm die Schattenbilder der beiden Metalle, die leicht an ihrer Form zu unterſcheiden ſind. An dem Zink macht ſich gewöhnlich nur eine ſehr ſchwache Gas⸗ entwicklung bemerkbar. Verbindet man nun die blanken Enden der beiden Metalle durch einen blanken Kupferdraht oder ⸗ſtreifen, ſo tritt eine ſtürmiſche Gasentwicklung an dem Kupfer auf, die in dem Bild ſehr ſchön zu erkennen iſt: es iſt der bei der Auflöſung des Zinks frei werdende Waſſerſtoff.
. Nun ſchichtet man vorſichtig mit einer ſpitzen Pipette eine concentrierte Löſung von Kupfer⸗ vitriol unter die Schwefelſäure, ſo daß der wagrechte Schenkel des Kupferdrahtes damit ca. 2 cm hoch bedeckt iſt. Schließt man nun den Strom, ſo zeigt ſich die Gasentwicklung nur noch an dem ſenkrechten, von der Schwefelſäure umgebenen Theil des Kupferdrahtes, an dem wagrechten, in der Kupfervitriollöſung liegenden Theil dagegen ſcheidet ſich kein Waſſerſtoff, ſondern Kupfer ab. In dem projicierten Bilde iſt dieſer, der hohen Stromdichte wegen ziemlich ſchwammige Kupferniederſchlag nicht beſonders genau zu ſehen, man zeigt ihn nach der Beendigung des Verſuchs an dem herausgenommenen Kupferdraht. Iſt die Stromſtärke groß und die Kupfervitriollöſung nicht concentriert genug, ſo ſcheidet ſich auch an dem unteren Theil des Kupferdrahts etwas Waſſerſtoff ab, eine Erſcheinung, die den Nutzen der Ballonelemente und ähnlicher Vorrichtungen bei Daniellelementen erläutert.
9. Sinfaches Magnetometer mit Spiegelableſung.
Ein gutec kreisrunder Spiegel— ich benutze dazu den Planſpiegel eines kleinen Mikroſkops von 35 mm Durchmeſſer— wird am Rand mit einer kleinen Drahtöſe verſehen. Dieſelbe läßt ſich⸗ leicht mit Leim auf die Rückſeite des vorſichtig erwärmten Spiegels aufkleben. Ebenfalls auf die Rückſeite des Spiegels klebt man mit drei Tropfen Leim einen rechteckigen Glimmerflügel von ca. 5 em Breite und 10 cm Länge ſo auf, daß die kurze Rechteckſeite ungefähr durch die Mitte des Spie⸗ gels geht und wagrecht liegt, wenn dieſer frei aufgehängt wird. Den Magneten verfertigt man aus einem Stück Uhrfeder von 5 mm Breite und 30 mm Länge; die Hälfte, die zum Südpol werden ſoll, ſchleift man, wie üblich, mit feinem Smirgelpapier blank, die andere läßt man blau. Nachdem man die Nadel magnetiſiert hat, klebt man ſie mit Canadabalſam(in Pylol gelöſt, wie er zum Mikro⸗ ſkopieren gebraucht wird) dicht unter den Spiegel auf das Glimmerblatt. Das Ganze hängt man nun an einen Coconfaden in ein Gehäuſe, deſſen Seitenwände zugleich als Dämpferplatten dienen.
Das Gehäuſe ſtellt man folgendermaßen her. Aus altem, trockenen Holz läßt man ein recht⸗ eckiges Brett von ca. 38 cm Länge und 10 cm Breite bei 2 cm Dicke anfertigen, das mit zwei Meſſingſchrauben ſenkrecht auf ein paſſendes Fußbrett aufgeſchraubt werden kann. Auf der einen Seite befeſtigt man nun einen Rahmen, den man aus drei einfachen Holzlinealen(30 cm lang, 1,1 em ✕ 1,1 cm Querſchnitt, per Stück ca. 10 ₰) herſtellt. Fin ſolches Lineal zerſägt man zunächſt in zwei Stücke von 19 und zwei Stücke von 5 cm Länge. Das eine 10 em lange Stück durchbohrt man genau in der Mitte mit dem Drillbohrer und glättet das Loch mit einer Stahlnadel, die etwas dicker als der Bohrer iſt. Dies Stück ſchraubt man auf die eine Fläche des rechteckigen Bretts, dicht an die obere, kurze Kante. Unter der oberen Kante verſtehe ich diejenige, die oben liegt, wenn das Inſtrument auf dem Fußhrett ſteht. An die beiden Längskanten ſchraubt man zunächſt die beiden ganzen Lineale, läßt dann jederſeits ein Stück von ca. 4 mm frei, dann kommen die beiden Stücke von 5 cm Länge. Das übrig bleibende 10 cm lange Stück ſchraubt man parallel der unteren ſchma⸗


