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zeigt. Man faßt nun den inneren Beleg an dem Knopf und ſenkt ihn vorſichtig, ohne den äußeren zu berühren, ſo tief ein, daß die oberen Enden beider Belege in einer Ebene liegen. Der Abſtand der Belege iſt dann gerade ſo groß wie bei der Einſchaltung des Glaſes. Der Ausſchlag der Gold⸗ blättchen ſinkt dann, je nach Umſtänden, etwa auf ein Drittel. Entfernt man nun den inneren Be⸗ leg, ſo erreicht der Ausſchlag wieder den alten Werth, ein Beweis, daß keine Elektricität weggegangen iſt. Nun faßt man das gut getrocknete und erwärmte Glas ganz am oberen Rand und ſtellt es in den äußeren Beleg. Iſoliert das Glas gut, ſo wird man kaum ein Zuſammengehen der Goldblätichen bemerken. Senkt man nun wieder den inneren Beleg, den man am Knopf faßt, in das Glas hinein, ſo fallen diesmal die Goldblättchen weit ſtärker zuſammen, obgleich beide Belege, wie das Zuſammen⸗ fallen der oberen Ränder in eine Ebene zeigt, denſelben Abſtand wie vorhin haben. Bei gleicher Lad⸗ ung iſt alſo das Potential auf dem äußeren Beleg bei Glas kleiner als bei Luft, die Capacität alſo größer.
Etwas umſtändlicher, aber angenehmer für Jemand, der keine ſichere Hand hat, läßt ſich der Verſuch auch ſo anſtellen. Der äußere Beleg kommt einfach auf den Tiſch, er wird am beſten noch mit der Gas⸗ oder Waſſerleitung verbunden. In ihn hinein legt man auf den Boden drei kleine iſolierende Stützen, auf die man den inneren Beleg ſo ſtellen kann, daß der Abſtand beider Belege ſo groß iſt, wie bei Benutzung des Glaſes. Man lädt nun den inneren, mit einem Elektroſkop verbun⸗ denen Beleg durch den Deckel eines kleinen, ſchwach elektriſierten Elektrophors, und zählt die Ladungen, die nöthig ſind, um ein beſtimmtes Pontential zu erzeugen. Dann entlädt man und wiederholt den Verſuch, wenn beide Belege durch das Glas getrennt ſind. Bei derſelben Zahl von Ladungen erhält man einen kleineren Ausſchlag und man muß länger laden, bis das Elektroſkop denſelben Ausſchlag zeigt, wie vorhin.
7. Elektoden für die projection elektrolytiſeher Verſuche.
In zwei Glasröhrchen von ca. 5 cm Länge, 4 mm äußerem und 2—2,5 mm innerem Durchmeſſer werden 2 ca. 4 cm lange Platindrähte ſo eingeſchmolzen, daß ihre Enden etwas in die Röhrchen hineinragen. Die Röhrchen werden 2— 3 em hoch mit Queckſilber gefüllt. Man ſteckt ſie in zugeſchnittene Korke, die ſich in die obere Oeffnung einer kleinen Cuvette einklemmen laſſen, ſodaß die Drähte in die Flüſſigkeit herabhängen.
Die Cuvette mit den Drähten und der Flüſſigkeit ſtellt man auf den Tiſch des Skioptikons, den Strom führt man zu zwei Kohleklemmen, die man an die beiden Schmalſeiten des Tiſchchens an⸗ klemmt und führt von dieſen einen weichen, dünnen, ſpiralig aufgerollten Kupferdraht in das Queck⸗ ſilber der Röhrchen. So können die Zuleitungsdrähte keinen Druck oder Zug auf die Elektroden ausüben.
Will man verdünnte Schwefelſäure zerſetzen und die Gaſe einzeln auffangen, ſo ſchiebt man über die unteren Enden der Elektrodenröhrchen etwa 5 mm lange gut paſſende Stückchen Gummiſchlauch. Ihr unterer Rand ſoll mit dem unteren Rand der Glasröhrchen abſchneiden; damit die Glasröhrchen unten ziemlich eben ſind, thut man gut, die Drähte einzuſchmelzen, ohne die Röhrchen in eine Spitze auszuziehen, was bei dem engen Lumen leicht geht. Ueber dieſe Schlauchſtückchen ſchiebt man weitere Glasröhrchen von ca. 5 em Länge, die alſo die Drähte einhüllen. Damit dieſe Röhrchen feſt auf den Schläuchen ſitzen, aber doch von ihnen nicht zerſprengt werden, müſſen die leeren Schlauchſtückchen ganz leicht in die Röhre hineingehen. Dieſe Röhrchen füllt man mit einer kleinen Pipette mit verdünnter Schwefelſäure, das Ausfließen des Oueckſilbers verhindert man dabei, indem man die Elektrodenröhrchen durch ein Stück⸗ chen Streichholz verſchließt, das man mit Watte umwickelt. So verſchloſſen bewahrt man auch die Röhrchen auf. Setzt man die mit den Auffangröhrchen verſehenen Elektroden in die Cuvette ein und ſchließt den Strom, ſo ſammeln ſich die Gaſe in den Glasröhrchen an. Iſt in dem Waſſeeſſtoffröhr⸗ chen ſoviel Gas entwickelt, daß die Flüſſigkeit bis zum unteren Ende des Platindrahtes geſunken iſt, ſo wird der Strom von ſelbſt unterbrochen; das Sauerſtoffröhrchen enthält dann nur die Hälfte an Gas. Die Auffangröhrchen und die Schlauchſtückchen nimmt man vor der Aufbewahrung der Elektro⸗ den ab, damit ſie nicht ankleben; vor dem Zuſammenſetzen befeuchtet man ſie mit Waſſer.
8. Prejection der ebemiſehen vorgänge im Element.
Als Elementenglas dient die in Nr. 7 erwähnte Cuvette. Als poſitiver Pol dient ein 1—2 mm ſtarker Kupferdraht, an deſſen unteren Ende ein 4 em langes Stück rechtwinklig umgebogen iſt.


