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über ſie und die Heiden.“ Und Vs. 19 fährt er fort:„Wenn ſie euch nun überantworten werden, ſo ſorget nicht, wie oder was ihr reden ſollt; denn es ſoll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden ſollt. Denn ihr ſeid es nicht, die da reden, ſondern eures Vaters Geiſt iſt es, der durch euch redet.“ Auch hier ſteht Gr: un uegiεατe(Mark. 13, 11 Hirhqm*π εᷣεοννναμφρε; Luk. 21, 14 unhh poue«er). Zur Erklärung können wir einfach auf das Wort(Matth. 12, 34; Luk. 6, 45) verweiſen:„Wes das Herz voll iſt, des gehet der Mund über.“ Auch das Lateiniſche„pectus disertum facit“ kann angeführt werden. Bewährt hat ſich das Wort des Herrn zum erſtenmale — wenn wir nämlich von dem„vor Fürſten“ u. ſ. w., als von etwas Unweſentlichem, abſehen—; bei der Pfingſtrede des Petrus(Ap.⸗Geſch. 2); dann bei Paulus, als er vor Feſtus und Agrippa ſprach(Ap. Geſch. 26); und ſpäter im Laufe der Zeiten noch häufig.
In dem bekannten Gleichniſſe vom Säemann(Matth. 13, Mark. 4, Luk. 8) fällt etliches des Samens unter die Dornen. Jeſus gibt ſeinen Jüngern die Erklärung(Matth. 13, 22):„Der aber unter die Dornen geſäet iſt, der iſt's, wenn jemand das Wort höret, und die Sorge dieſer Welt und Betrug des Reichthums erſticket das Wort und(es) bringet nicht Frucht.“
Auch hier haben wir das Wort ge9ομμινα(uεοαιμινιια. Hier iſt eine ängſtliche Sorge um Irdiſches(„Sorge dieſer Welt“) gemeint, die den Geiſt ſich nicht erheben läßt, ſo daß er am Ende gar keinen Sinn mehr für Höheres hat.— Vgl. auch Luk. 21, 34.
Als die in freundlichem Sinne geſchäftige Martha(Luk. 10, 38— 42) ihre Schweſter Maria, die zu Jeſu Füßen ſaß und ſeiner Rede zuhörte, verklagte, daß ſie ihr bei dem Bemühen, dem Herrn rechte Ehre zu erweiſen, keine Hülfe leiſte, da erhielt ſie zur Antwort:„Martha, Martha, du haſt viel Sorge(eHεεανιέμς) und Mühe; Eins aber iſt noth.“ Jeſus warnt liebevoll, ſie ſolle ſich durch die Sorge für Irdiſches nicht ganz gefangen nehmen laſſen.
Es iſt nun nicht weiter nöthig, alle die vielen Stellen des A. und N. T., in welchen unſer Wort vorkommt, aufzuführen; bei den meiſten ergibt ſich aus dem Zuſammenhange leicht, welche Art von Sorge gemeint ſei, und auch ob dieſe gebilligt werde(wie z. B. 1. Kor. 12, 25:„Auf daß nicht eine Spaltung im Leibe ſei, ſondern die Glieder für einander gleich ſorgen“) oder mißbilligt.
Nur einige wenige Stellen wollen wir noch betrachten. Pſ. 127, 2:„Es iſt umſonſt, daß ihr frühe aufſtehet und hernach lange ſitzet, und eſſet euer Brot mit Sorgen; denn ſeinen Freunden gibt er's ſchlafend.“ Nach dem Hebräiſchen eigentlich:„eſſet das Brot der Mühe, der ſauren, ſchweren Arbeit.“*)— Hier iſt Gottvertrauen empfohlen, nicht aber, wie man bei ober⸗ flächlicher Betrachtung wohl glauben könnte, Trägheit. Wem gibt es Gott ſchlafend(d. h. während ſie ſchlafen)? Seinen Freunden. Das ſind aber nicht diejenigen, welche, ſeinem Gebote zuwider, müßig gehen. Im gleich darauf folgenden Pſalm, der mit dieſem im Gedankengange Ähnlichkeit hat, ſteht, Vers 2:„Du wirſt dich nähren deiner Hände Arbeit; wohl dir, du haſt es gut.“ Dies widerſpricht unſerer Stelle nicht. Gottes Freunde mögen, nach gethaner Arbeit, auch, wie ja das dem Menſchen nothwendig iſt, ruhen und ſchlafen; ſie brauchen ſich nicht ſo wie jene, die, glaubenslos, allen Erfolg ihrer ängſtlichen Bemühungen durch ihre Mühe ſelbſt meinen erzwingen zu können, den Schlaf und die nöthige Ruhe zu entziehen; Gott wird doch ihre Arbeit ſegnen.— Zu unſerer Stelle
*) D.'2;yg 899.— V.: panem doloris.— F.: le pain de douleur.— E.: the bread of sorrows.— A.: das Brot der Schmerzen.


