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dieſe Stelle dachte wohl, obgleich er ſie nicht gerade wörtlich anführt, der alte Simeon, als er im Tempel das Kind auf ſeine Arme nahm und(Luk. 2, 34) der Maria ſagte:„Siehe, dieſer wird geſetzt zu einem Fall und Auferſtehen Vieler in Iſrael.“— Näher iſt auf dieſe Stelle in Ver⸗ bindung mit Jeſ. 28, 16 hingewieſen Röm. 9, 33:„Siehe, wie geſchrieben ſtehet: Siehe da! ich lege in Zion einen Stein des Anlaufens und einen Fels der Argerniß, und wer an ihn glaubet, der ſoll nicht zu Schanden werden.“
Der Apoſtel ſpricht mit Bedauern davon, daß ſo viele Juden nicht an das Evangelium glauben, ſondern ihre Gerechtigkeit(ihre Rechtfertigung vor Gott) in den Werken, in der äußeren Erfüllung des Geſetzes ſuchen. Darum hätten ſie ſich geſtoßen an den Stein des Anlaufens und die geſuchte Rechtfertigung nicht erlangt.
Auf unſere Stelle, auf Jeſ. 28, 16 und auf Pſ. 118, 22 bezieht ſich Petrus in ſeinem erſten Briefe(2, 6— 8):„Darum ſtehet in der Schrift: Siehe da, ich lege einen auserwählten köſtlichen Eckſtein in Zion, und wer an ihn glaubet, der ſoll nicht zu Schanden werden.— Euch nun, die ihr glaubet, iſt er köſtlich; den Ungläubigen aber iſt er der Stein, den die Bauleute verworfen haben und(der) zum Eckſtein worden iſt, ein Stein des Anſtoßens und ein Fels der Ärgerniß, die ſich ſtoßen an dem Wort, und glauben nicht daran, darauf ſie geſetzt ſind.“ Dem Apoſtel iſt Chriſtus der„Eckſtein“. Die nicht an ihn glauben oder(das ſagt eigentlich der griechiſche Ausdruck Aοε 5es) ſeinem Worte nicht gehorchen, denen gereicht ihr Unglaube und Ungehorſam zum Argerniß, zum Anſtoß,
zum Falle. Matth. 13, 41:„Des Menſchen Sohn wird ſeine Engel ſenden und ſie werden ſammeln aus ſeinem Reich alle Argerniſſſe und die da Unrecht thun.“— Jeſus erklärt ſeinen Jüngern das
Gleichniß vom Unkraut unter dem Weizen. Das Unkraut, das ſind die Ärgerniſſe, die Menſchen, welche Andere durch Wort und Beiſpiel zum Böſen verleiten.
Matth. 18, 7:„Wehe der Welt der Argerniß halber! Es muß ja ürgerniß kommen, doch wehe dem Menſchen, durch welchen Argerniß kommt.“— Dieſe Stelle iſt eine Fortſetzung der oben erwähnten, wo Jeſus von Solchen ſpricht, die ein Kind„ärgern“. Argerniß iſt hier ſo viel als Verführung zum Böſen. Auffallen könnten die Worte:„Es muß ja Argerniß kommen.“ Ihr Sinn iſt: Wie einmal die Menſchen jetzt ſind, ſo kann es bei ihnen an Verführern und an Verführung nicht fehlen.
1. Kor. 1, 23:„Wir aber predigen den gekreuzigten Chriſtus, den Juden ein Argerniß und den Heiden eine Thorheit.“ Die Lehre, daß Jeſus von Nazareth, der gekreuzigte— und, können wir wohl im Sinne des Apoſtels hinzuſetzen, auferſtandene(vgl. z. B. 1. Kor. 15, 14; 2. Tim. 2, 4)—, der Meſſias, der Erlöſer iſt, iſt den Heiden eine Thorheit.(Das hatte Paulus etwa fünf Jahre, ehe er dies ſchrieb, in Athen erfahren[Ap. Geſch. 17, 32], und etwa fünf Jahre ſpäter erfuhr er es in Cäſarea[Ap. Geſch. 26, 24]). Den Juden, die geglaubt hatten, der Meſſias werde in irdiſcher Pracht kommen und das weltliche Reich Davids wiederherſtellen, iſt dieſe Lehre ein Argerniß, ſie nehmen Anſtoß daran.
Gal. 5, 11:„So hätte das Argerniß des Kreuzes aufgehört.“ In der apoſtoliſchen Zeit gab es viele Juden, die zwar das Chriſtenthum angenommen hatten, die aber meinten— und lehrten—, die Chriſten, auch die aus den Heiden, müßten zuerſt vollſtändig Juden werden, müßten das jüdiſche Geſetz mit allen ſeinen Ceremonien halten. Gegen Solche kämpft Paulus auf


