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Petrus„nahm ihn zu ſich, fuhr ihn an“(ſprach heftig, faſt drohend mit ihm),„und ſprach: Herr, ſchone dein ſelbſt; das widerfahre dir nur nicht!“ Jeſus„wandte ſich um und ſprach zu Petrus: Hebe dich, Satan, von mir, du biſt mir ärgerlich, denn du meineſt nicht, was göttlich, ſondern was menſchlich iſt.“ Das ſind, ſo kann es ſcheinen, harte Worte, geſprochen zu einem Manne, der doch nur in guter Meinung den Herrn abhalten wollte, ſich in Gefahr zu begeben. Der Sinn iſt: Ver⸗ ſucher(denn deine Worte ſind geeignet, mich von dem mir von meinem himmliſchen Vater beſtimmten Wege abzulenken), tritt hinter mich(wolle du, mein Jünger, nicht mir durch deinen Rath meinen Weg bezeichnen, ſondern folge du mir nach); du biſt mir ärgerlich*)(der Gedanke, den du aus⸗ ſprichſt, könnte mich, wollte ich ihm folgen, wankend machen und zu Falle bringen); du ſprichſt wohl in(guter) menſchlicher Meinung, du erkenneſt aber nicht Gottes Rathſchluß. Daran knüpft Jeſus die Mahnung an alle ſeine Jünger:„Will mir jemand nachfolgen, der verleugne ſich(wie ich es jetzt thue) ſelbſt, und nehme(wie ich) ſein Kreuz auf ſich und folge mir.“
1. Kor. 10, 32:„Seid nicht ärgerlich weder den Juden noch den Griechen noch der Gemeine Gottes.“
Hier iſt ein griechiſches Wort von anderm Stamme, nämlich dππσρενοαοε; die Bedeutung iſt übrigens dieſelbe: Gebt keinen Anſtoß, ſorgt, daß nicht durch euer Handeln Andere zu Fall kommen. Auch an dieſer Stelle ſpricht Paulus, wie Kap. 8, von Speiſen, deren Genuß Manche für unrecht halten.„Ihr eſſet nun,“ ſagt er,„oder trinket oder was ihr thut, ſo thut es Alles zu Gottes Ehre.“ Dann folgt unſere Stelle, durch die er offenbar die Freieren zur liebevollen, ſchonenden Rückſichtnahme auf die Schwächeren mahnt,— eine Mahnung, die, beiläufig geſagt, auch heute, unter ſo vielfach veränderten Verhältniſſen, gar nicht ſelten am Platze iſt.
Das Subſtantiv ürgerniß iſt in einigen altteſtamentlichen Stellen Überſetzung des hebräiſchen vPe, Fallſtrick, Sprenkel; ſo 2. Moſ. 23, 33:„Denn wo du ihren Göttern dieneſt, wird dir's zum ürgerniß gerathen;“ alſo: du wirſt dann gefangen genommen werden von der Sünde.— Ebenſo Richt. 8, 27 und Pſ. 106, 36.**)
An andern Stellen iſt es Üüberſetzung von wod(abgeleitet von dem oben angeführten 55), etwas, worüber man ſtrauchelt und fällt.
So Heſ. 14, 3:„Dieſe Leute hangen mit ihrem Herzen an ihren Götzen und halten ob dem Ärgerniß**) ihrer Miſſethat. So auch in einer Stelle des Jeſajas, die beſonders darum bekannter iſt, weil einige Worte aus ihr im N. T. angeführt werden; nämlich Kap. 8, 14:„So wird er(der Herr Zebaoth) eine Heiligung ſein, aber ein Stein des Anſtoßes und ein Fels der ürgerniß †) den zween Häuſern Iſraels.“— Der Prophet ermahnt bei der von den Syrern her drohenden Gefahr zum Vertrauen auf den Herrn der Heerſcharen; er werde die Zuflucht derer ſein, die ihm feſt vertrauen; die Andern aber, die Kleinmüthigen, ſowohl in Juda als in Iſrael, werde (dies iſt wohl der Sinn) ihr Unglaube und Kleinmuth zum Wanken und Falle bringen.— An
*) ꝓναραν εον εl.— V.: Scandalum es mihi.— F.: tu m'es en scandale.— E.: thou art an offence unto me.— A.: Du biſt mir zum AÄArgerniß. **) V.: scandalum, ruina.— F.: piége.— E.: snare.— A:: Fallſtrick, Fall, Anſtoß. ***) V.: scandalum.— F.: scandale.— E.: stumblingblock.— A.: Ärgerniß. †) V.: petram scandali.— F.: rocher de trébuchement.— E.: rock of offence.— A.: Fels der Argerniß.


