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wir, ſo werden wir darum nicht beſſer ſein; eſſen wir nicht, ſo werden wir darum nicht weniger ſein.“ Dann ermahnt er die Stärkeren zuzuſehen, daß ihre Freiheit nicht zu einem Anſtoß(roςνπιιαμμμσ) der Schwachen gerathe. Es könne nämlich leicht kommen, daß der Schwächere, indem er den Andern Opferfleiſch eſſen ſähe, bewogen würde, um nicht ſchwach zu erſcheinen, gegen ſeine Überzeugung auch von dieſem Fleiſche zu eſſen;(Vers 11)„und wird alſo über deinem(freieren) Erkenntniß der ſchwächere Bruder umkommen“(indem er zu einer Handlung, die er ſelbſt für ſündlich hält, verleitet wird),„um welches willen doch Chriſtus geſtorben iſt.“ Er ſchließt die Ermahnung, indem er ſagt, wenn die Speiſe ſeinen(ſchwächeren) Bruder ärgere, d. h. hier ganz eigentlich wieder: zum Böſen verleite, ſo wolle er lieber nie mehr Fleiſch eſſen, um nicht ſeinen Bruder zu einer dieſem als ſündlich erſcheinenden, alſo auch(vgl. Röm. 14, 23) für ihn wirklich ſündlichen Handlung zu verleiten.
Einen ähnlichen Inhalt hat das 14. Kapitel des Briefes an die Römer, von dem wir oben ſchon mehrere Verſe angeführt haben, und deſſen Vers 21 lautet:„Es iſt beſſer, du eſſeſt kein Fleiſch, und trinkeſt keinen Wein, oder das, daran ſich dein Bruder ſtoßet oder ärgert oder ſchwach wird.“
2. Kor. 11, 29:„Wer iſt ſchwach, und ich werde nicht ſchwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht?“
Gegen Ende des zweiten Briefes an die Korinther rechtfertigt ſich Paulus nothgedrungen gegen Solche, die in ſeiner Abweſenheit ihn verkleinern und die Gemeinde zu Korinth gegen ihn einnehmen wollten. Er, ſagt er mit Recht, habe mehr für die Ausbreitung des chriſtlichen Glaubens gethan und gelitten als ſie; er trage Sorge für alle Gemeinden. Und dann fugt er die obigen Worte hinzu. Im letzten Theile dieſes Verſes drückt er den Gedanken aus:„Wenn irgend ein Glied der Gemeinde geärgert, zur Sünde verführt, zum Abfall verleitet wird, ſo ſchmerzt es mich tief.“
Im A. T. finden wir das Wort ärgern z. B. 3. Moſ. 4, 3, wo davon die Rede iſt, daß etwa ein geſalbter Prieſter das Volk ärgerte(Dy dorFd), d. h. es durch ſein Beiſpiel zur Sünde verführte.
Jeſ. 52, 13. 14:„Siehe, mein Knecht wird weislich thun, und wird erhöhet und ſehr hoch erhaben ſein; daß ſich Viele über dir ärgern werden, weil ſeine Geſtalt häßlicher iſt denn anderer Leute, und ſein Anſehen denn der Menſchenkinder.“
Es iſt dies der Anfang der bekannten längeren meſſianiſchen Stelle. Viele, heißt es, die da geglaubt hatten, der Meſſias werde in irdiſcher Pracht kommen, werden ſich, da er nun in Nied⸗ rigkeit erſcheint, ärgern. Dieſes Wort or bedeutet übrigens nicht„einen Anſtoß nehmen, der zum ſittlichen Falle gereicht“, ſondern„vor Erſtaunen ſtarr ſein, ſich entſetzen.“*)
Mal. 2, 8:„Ihr aber ſeid vom Wege abgetreten und ärgert Viele im Geſetz.“
Maleachi, der jüngſte der Propheten, ſchrieb erſt nach der Rückkehr aus dem babyloniſchen Exil, nach der Erbauung des zweiten Tempels. Er tadelt hier die Prieſter, daß ſie, die die Leute lehren ſollen das Geſetz zu halten, ſelbſt es nicht halten und dadurch auch Andere ärgern, d. h. zur Sünde verleiten. Hier haben wir das ſchon oben angeführte hebräiſche Wort 599—, das in der an dieſer Stelle gebrauchten Form bedeutet: wankend machen.—
Das Adjektiv ärgerlich findet ſich in einer bekannten Stelle bei Matthäus(16, 23). Jeſus kündigte ſeinen Jüngern an, er müſſe nach Jeruſalem gehen und werde dort den Tod erleiden.
*) V.: sicut obstupuerunt super te multi.— F.: comme plusieurs ont été étonnés à cause de toi.— E.: as many were astonished at thee.— A:: gleichwie viele über dich ſtaunen.


