Aufsatz 
Posener Dämonensagen : Ein Beitrag zur Sagenkunde der Provinz Posen
Entstehung
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erhängt worden war. Die Leute der Umgegend unterlaſſen es gewöhnlich, in der Nacht durch den Wald zu gehen, um nicht die Ruhe der Geiſter zu ſtören. Der Teufel als Eule erinnert wieder an den Waldgeiſt Boruta. Auch die Eulen im Lhalben Bu Linpe(Kr. Obornik) ſind wohl als Waldgeiſter zu betrachten, ſ. Rog. Familien⸗ att. 28..

28. Lesnik und Lesna-d⸗iewica.

Der Lesnik(lesny maz) iſt ein böſer Halbmenſch oder ein Halbtier. Durch ſein Rufen zieht er die Menſchen tief in den Wald hinein, wo er ſie erwürgt. Die Leisna⸗dziewica iſt eine Gefährtin des Lesnik, eben ſo gefährlich wie dieſer, wenn auch nicht ſo ſchrecklich an Geſtalt.

Nach der Mitteilung eines polniſchen Wirtſchaftsbeamten.

29. Teufel erſcheinen als Ziegenböcke.

Auf dem Gute Podgaj in Kujawien lebten einſt ein Koch und ein Schäfer, zwei gottloſe Junggeſellen. Einmal war der Koch auf der Jagd, da ſah er eine Unmenge von Ziegenböcken auf ſich ukommen. Das waren Teufel. Nach wenig Augenblicken war er von ihnen umſtellt. So weit er zeſen konnte, ſah er nur Ziegenböcke. Er ſchrie und fluchte, ſo viel er nur konnte. Das hörten Leute, die nicht weit davon auf dem Felde arbeiteten; ſie kamen herzu und befreiten ihn. Der Koch ging alsbald zur Beichte und bekehrte ſich, und ſeit der Zeit iſt ihm kein Teufel mehr erſchienen. Nach wenig Tagen erſchienen auch dem Schäfer, als er um Mitternacht nach Hauſe ging, drei Teufel in Geſtalt von Ziegenböcken; doch wurde auch er noch rechtzeitig von ihnen befreit.

Aus Kujawien mitgeteilt durch Herrn Lehrer A. Szulczewski in Brudzyn. Auch die weiße Ziege im Tucholler Eichwalde und der Ziegenbock von Slomowo ſind Waldgeiſter, ſ. Poſ. Sagenbuch S. 168; als Feldgeiſt zu betrachten iſt der Teufel von Hohen⸗Podleſche, der ſich in einen Ziegenbock verwandelt, ſ. Rog. Familienblatt X S. 61. In Geſtalt eines Edelhirſches erſcheint der Teufel in einer Sage aus Parkowo, Rog. Fam. X S. 59; vergl. auch Oſtmärkiſche Sagen Nr. 15.

30. Die Frau mit der Schafherde.

Ein Mann fuhr an einem Kirchhof in der Nähe der Stadt Pogorzela vorbei. Aus dieſem trat eine Frau von wüſtem Ausſehen mit einer Herde Schafe heraus. Sie fragte den Vorbeifahrenden, ob ſie mitfahren dürfe. Der Mann erlaubte es. Als ſie ſchon ein gutes Stück Weges gefahren waren, ſprang die Frau vom Wagen herab, klatſchte in die Hände, und alles war verſchwunden.

31. Waldſpuk bei Kuznierz.

In Kusnierz(Kr Strelno) ſpukt es auf einem Kreuzwege im Walde. Als einmal ein Beſitzer dort auf Rehböcke jagte, ſah er plötzlich einen Mann in weißem Schaſpelz aus dem Walde heraus⸗ treten. Der Beſitzer glaubte anfangs, einen Betrunkenen vor ſich zu haben; aber der Mann im Schaf⸗ pelz überſchritt den Weg, machte dann plötzlich kehrt und ging auf den Jäger los. Dieſer rief ihn an und ſetzte das Gewehr in Bereitſchaft, und als er zu ſchießen drohte, verſchwand der Spuk plötzlich. Dasſelbe wiederholte ſich noch zweimal. Da machte ſich der Jäger davon, aber noch lange hörte er das eulenartige Lachen des Spukes. Ein anderes Mal wurde an derſelben Stelle ein junger Arbeiter von einer Frauengeſtalt erſchreckt und verfolgt. Als er ſich in ſeiner Angſt bekreuzte, entſtand ein hefti es Rauſchen im Walde. Der junge Menſch aber hat infolge der ausgeſtandenen Angſt vier

hen in heftigem Fieber darniedergelegen. Der Mann im Schafpelz vertritt offenbar den bockgeſtaltigen Waldgeiſt.

32. Der Ziegenbock in Möuchsgeſtalt.

Einige Fleiſcher fuhren einſt in dunkler Nacht über Land, um am Morgen ihre Einkäufe an Vieh zu machen. Zwiſchen Bomſt und Züllichau fanden ſie auf dem Wege einen gebundenen Ziegen⸗