Aufsatz 
Posener Dämonensagen : Ein Beitrag zur Sagenkunde der Provinz Posen
Entstehung
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in der Silveſternacht und in der Faſtnacht, ihre Verſammlungen und Beratungen abhalten. Der Berg wird zu dieſer Zeit von Teufeln bewacht, und niemand darf ihn betreten. Wer in ſeine Nähe kommt, wird von den Teufeln eingefangen. Vor mehreren Jahren iſt ein Mann, der dieſer Sage keinen Glauben ſchenken wollte und deshalb den Berg in der Weihnachtsnacht beſuchte, ſpurlos verſchwunden und nie wieder zurückgekehrt. Vergl. Poſ. Sagenbuch S. 105: in einer Höhle am Wege hauſt der Teufel mit ſeinen Geſellen; S. 98: am alten Wege von Dembe nach Czarnikau, der durch die Berge führt, halten in ſtockfinſteren Nächten im Januar und Auguſt die Teufel ihre Reitſtunden ab. Einem Bauern, der bei einer ſolchen Uebung zuſchaut, ſchlägt der Teufel mit ſeiner Peitſche ſo über das Geſicht, daß ihm alle Zähne ausfallen.

3. Der Teufelsberg bei Ceradz.

In der Nähe von Ceradz(Kr. Poſen⸗Weſt) iſt ein ziemlich hoher Berg, der von den Leuten Teufelsberg genannt wird. Dieſen Namen hat er daher, daß Leute, die in der Nacht dort vorbeigingen, allerhand Geſtalten daſelbſt erblickten, die man für Teufel hielt. Da man ſich nun fürchtete, bei dem Berge vorbeizugehen, ſo wurde in der Nähe desſelben ein Standbild errichtet, und ſeit der Zeit haben ſich die Teufel dort nicht mehr gezeigt.

Auf eine Schar von Geiſtern weiſt auch der polniſche Fluch(Sagenbuch S. 111): Bodaj to skrzaci wzieli, mögen dich die Teufel holen!

4. Der Teufel auf der Torfwieſe.

Im Oſten von Chojnica bei Poſen befindet ſich eine ziemlich große Torfwieſe. Eines Tages gingen zwei Frauen, Mutter und Tochter, auf dem Wege an der Torfwieſe vorüber. Sie erzählten ſich allerhand Geſchichten und kamen dabei auch auf den Teufel zu ſprechen. Da verſperrten ihnen plötzlich ein paar Teufel den Weg, umfaßten die Weiber und begannen mit ihnen zu tanzen. Die Tochter wollte dem Teufel enteilen, aber dabei machte er ihr die rechte Hand und das rechte Bein krumm. Die Mutter entkam unverſehrt. Sumpf und Bruch ſind Wohnſitz des Teufels. In der ſog. goldenen Kehle(Sagen⸗ buch S 104) iſt der Eingang zur Hölle. Vergl. auch Sagenbuch S. 247; Blätter für pom. Volkskunde IV S. 93; Volksſagen aus Hinterpommern. S. XI und 165.

5. Der Teufel im Sumpf.

In einem Walde von Golenczewo, jetzt Golenhofen, befinden ſich Sümpfe, in denen, wie die Leute erzählen, der Teufel ſeine Jungen haben ſoll Vor vielen Jahren ging einmal ein Mann mit einer Schubkarre(taczka) bei dieſen Sümpfen vorbei. Auf einmal erblickte er vor ſich einen Mann in Frack und Cylinderhut mit einem Pferdefuß und einem Hühnerfuß, der bat ihn, ihm doch die Karre zu leihen, damit er ſeine Jungen über den Sumpf herüberbringen könne. Der Mann tat es. Nach einer Weile kam der Teufel zurück, gab dem Manne die Schubkarre wieder und ſchüttete ihm zum Lohne die Mütze voll Geld.

Der Teufel und ſeine Jungen weiſen auf eine urſprüngliche Geiſterſchar hin. Die bösartige Natur des Sumpfgeiſtes tritt hier zurück; vergl. dagegen die Erzählung vom klugen Schulzen im Rog. Familienblatt X, S. 55. Im übrigen hört man in den Kreiſen Obornik und Wongrowitz die Leute auf die FrageWo? häufig antworten: Gdzie djabet mtode ma, wo der Teufel Junge hat. Zur Deutung der Redeweiſe wird folgende ſcherz⸗ hafte Geſchichte erzählt: In dem Dorfe Oporowo befindet ſich eine Kirche, die dem heil. Michael geweiht iſt. Im Hochaltar iſt eine Statue des Heiligen, der mit dem Schwerte einen Drachen, das Bild des Teufels, beſiegt. Der Drache hat das Maul weit aufgeſperrt. In dem offenen Rachen nun hatte ſich einmal ein Sperlingspaar eingeniſtet und Junge ausgebrütet. Als die Leute das ſahen, ſagten ſie: Djabet mtode ma, der Teufel hat Junge. Von dort aus ſoll ſich dann die Redensart weiter verbreitet haben. Im Kreiſe Schroda ſagt man, daß der Teufel ſeine Jungen im Wirtshausſchornſtein verſteckt.