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Aus Brudzyn, mitgeteilt von Herrn Lehrer A. Szulczewski; polniſche Quelle. Doch iſt das Märchen offenbar nur eine beſondere Verſion des deutſchen Drachenmärchens bei Grimm H. B. M. Nr. 60. Anfang und Schluß ſind aber unſerer Faſſung eigentümlich. Zu dem Aufeſſen des Geldes ſ. meine Poſener Geld⸗ und Schatzſagen(Programm 1908) Nr. 61 und 62: Zwei reiche Geizhälſe ſchütten ihr Geld, um es nicht ihren Erben überlaſſen zu müſſen, in einen Topf mit Sahne oder Buttermilch und eſſen es auf. Vgl. auch Nr. 22.
Das Vertauſchen der Tiere iſt ein häufig vorkommender Märchenzug; vgl. Blätter für pommerſche Volkskunde IV, 21 ff.(Die falſche Schweſter): Hans vertauſcht ſeine Hammelherde gegen drei Hunde, Packan, Baltfeſt und Reißnieder, mit denen er in die Welt zieht und ſchließlich den Drachen beſiegt; ebenda IX, 156 ff.(Ein armer Hütejunge befreit eine Königstochter): Der Bütejunge vertauſcht ſeine Gänſe gegen drei Hunde, Ly, Slity und Mück, mit deren Hilfe er drei Rieſen beſiegt und eine Königstochter befreit. In den Kreis der Drachen⸗ und Rieſenkämpfe gehört auch das ebenda III, 5 ff. mitgeteilte Märchen von Hans dem Drachentöter. Zier nimmt aber Hans ſeine drei Hunde(Bring Speiſe, Zerreiße, Brich Stahl und Eiſen) ſchon von Hauſe mit; bei A. Haas, Rügenſche Sagen und Märchen, 1. Aufl. S. 241, kommen ſie dem Helden von ſelbſt in den Weg. Bei E. Veckenſtedt, Sagen, Märchen und abergläubiſche Gebräuche S. 269, tragen die drei Hunde, die der Bauernſohn für ſeine drei Schafe eintauſcht, dieſelben Namen wie in dem pommerſchen Märchen von Hans dem Drachentöter. W. v. Schulenburg, Wendiſches Volkstum S. 31: Der Sohn vertauſcht ſeine drei Kühe gegen drei Hunde, Greif an, Reiß auf, Reiß in tauſend Stücke; ſie ziehen weiter und befreien eine Königstochter von dem Vogel mit ſieben Uöpfen. Bei J. Baltrich, Deutſche Volksmärchen aus dem Sachſenlande in Siebenbürgen Nr. 25, vertauſchen Bruder und Schweſter eine Ziege und einen Hahn, die ſie von den Eltern ererbt haben, gegen drei Hunde, einen ſchwarzen, einen weißen und einen gefleckten. A. Schleicher, Litauiſche Märchen S. 4(Dom hörnenen Mann): Ein Menſch vertauſcht ſeine drei Kälber gegen drei Hunde und tötet einen Drachen. Vom Schlaf überwältigt, wird er von dem Autſcher der befreiten Prinzeſſin in die Erde gegraben, von den Hunden aber gerettet. J. Milenowsky, Volks⸗ märchen aus Böhmen S. 82 ff.(Das Märchen von den drei Hunden): Die drei Hunde, Brich, Reiß und Obacht werden für drei Schafe eingetauſcht. Strackerjan, Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg Bd. II S. 350: Der Knabe tauſcht für ſeine drei Schafe drei Hunde ein; S. 333: Der Unecht tauſcht für die Kuh drei Hunde ein. B. Curley, Schwediſche Märchen, 3. Aufl. S. 272: Der Sohn einer Witwe tauſcht für ſeine drei Schweine drei Zunde ein, mit deren Hülfe er eine Königstochter aus der Gewalt von Rieſen befreit. Immer alſo bildet dieſes Vertauſchen der Tiere die Einleitung zu Märchen von Rieſen⸗ und Drachenkämpfen; bei Strackerjan S. 333 iſt es ein Kampf mit Räubern und Teufeln.*)
Zur Untreue der Schweſter vgl. das von mir in den Heſſiſchen Blättern für Volkskunde VI, 80 ff. mitgeteilte Märchen von dem wunderbaren Gurt. Ahnlich wird der Verrat der Schweſter auch erzählt bei J. Poeſtion, Lappländiſche Märchen Nr. 57. Nachdem Iwan die Räuber getötet hat, verläßt er die Schweſter und heiratet in einer Stadt die Tochter eines Kaufmanns. Dorthin läßt er ſpäter auch die treuloſe Schweſter kommen, die ihm aus Rache ein Meſſer mitten ins Herz ſtößt. Von ſeinen treuen Tieren aber wird er gerettet, und nun wird die Treuloſe zum Code verurteilt. Erwähnt ſei auch ein polniſches Märchen bei Weryha, Podania Lotewskie S. 128 ff. Wir geben es hier im Auszug wieder: Ein Vater hatte drei Söhne und eine Cochter. Zwei Söhne waren verheiratet. Auf dem Sterbebette verteilte er ſeinen Beſitz unter ſeine beiden verheirateten Söhne; dem dritten Sohn und der Cochter wurde eine Bütte im Walde als Wohnung angewieſen. Als der Vater begraben war, wurden ſie von den Brüdern und ihren Frauen aus dem väterlichen Hauſe vertrieben und begaben ſich weinend zu ihrer Waldhütte. Da ſie nichts zu eſſen hatten, begab ſich der Bruder in den Wald, um etwas zu ſchießen. Er erlegte vier Vögel, von denen er drei in der Stadt verkaufte. Für das Geld kaufte er Butter und brachte die der Schweſter mit, damit ſie den vierten Vogel darin brate. Am andern Tage ging der Bruder wieder in den Wald und erlegte zwei Haſen; die verkaufte er wieder in der Stadt und brachte für das
*) Zu den drei Hunden in dieſen Märchen vergl. auch S. Singer, Schweizer Märchen S. 59 und Beilage zur Samotſchiner Zeitung IV Nr. 1(Chriſtel und Minchen).


