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von der Erde auf und jauchzte und dankte; das Grafenſöhnlein aber ſenkte traurig ſein Haupt und war von nun an das Eſelein.
Der Diener, welcher von ferne gefolat war, hatte alles mitangeſehen. Er kam hinzu und wollte für ſeinen jungen Herrn ein gutes Wort einlegen; aber da war die alte Frau plötzlich ver⸗ ſchwunden..
Der nunmehrige Grafenſohn war mit einem Male ganz verändert; er war ſanft und ruhig, und alle im Schloſſe wunderten ſich über ihn. Der Diener aber bat dringend um ſeine Entlaſſung. Sie wurde ihm auch gewährt. Er ging bald von dannen. Aber ehe er ging, trat er noch einmal in den Stall ſeines Söglings und nahm Abſchied von ihm. Der Eſel ſchrie ihm jämmerlich nach. So blieb die Verwandlung beſtehen, ohne daß jemand davon etwas erfuhr.—
Aus Obornik, polniſche Quelle. Die Anknüpfung an das alte Schloß in Kurnik iſt nur eine zufällige. Der Eſel ſpielt als fremdes Tier im Volksglauben und in der Sage der Provinz eine geringe Rolle. Ich fand bisher nur noch die Sage, daß ſich im Walde bei Wongrowitz eine geſpenſterhafte Kutſche zeigen ſoll, die mit zwei kopfloſen Eſeln beſpannt iſt(Volkstümliches aus der Tierwelt Nr. 45). Sonſt erſcheint der Eſel im Märchen häufig, z. B. in den Bremer Stadt⸗ muſikanten, Grimm U. H. M. Nr. 22 und in einer dieſen entſprechenden Erzählung von Jakob und ſeinen Kameraden, bei U. Unortz, Irländiſche Märchen S. 102 ff. Vom Eſel als König der Tiere erzählt ein Märchen bei Fr. S. Krauß, Sagen und Märchen der Südſlaven Bd. I Nr. 2. Das griechiſche Märchen vom König Midas mit den Eſelsohren findet ſich wieder bei B. Jülg, Mongoliſche Märchen Nr. 22 und Unortz S. 42 ff. An die Stelle der Eſelsohren ſind hier Pferde⸗ ohren getreten; Ziegenohren bei W. St. Karadſchitſch, Volksmärchen der Serben Nr. 39, wo wir dieſelbe Erzählung finden. Beſonders häufig ſind die Verwandlungen in einen Eſel. Bei Schambach und Müller, Niederſächſiſche Sagen und Märchen S. 228, bekommt die Stieftochter lange Eſelsohren; bei H. Pröhle, Harzſagen(2. Aufl. Nr. 69), wird ein Bräutigam von ſeiner Braut und ihrer Mutter, die Hexen waren, in einen Eſel verwünſcht, aber wieder zurück⸗ verwandelt, nachdem ihm eine Schüſſel mit Taufwaſſer über den Rücken gegoſſen iſt. Bei Knortz S. 13 ff. erſcheint ein Kobold in Eſelsgeſtalt. Er iſt ein Unecht geweſen, der allerfaulſte, den jemals die Sonne beſchienen hat. Deshalb iſt ihm nach ſeinem Tode die Strafe auferlegt worden, jede Nacht ein beſtimmtes Haus zu beſuchen und alles, was in der Küche iſt, zu reinigen. Und dieſe Strafe ſoll ſo lange dauern, bis ihn jemand für ſeinen Dienſt bezahlt hat. Nach Grimm K. H. M. Nr. 144 wird einem König ein Söhnlein geboren, das war ein junges Eſelein. Dieſes Eſelein aber verwandelt ſich in einen ſchönen Prinzen, nachdem der Schwiegervater die in der Nacht abgelegte Eſelshaut verbrannt hat. AÄhnlich leſen wir bei Fingerle, Kinder⸗ und Haus⸗ märchen aus Süddeutſchland S. 103 ff. von einem jungen Grafen, der von ſeiner böſen Stief⸗ mutter in einen Eſel verwandelt iſt und ſich mit andern Verwünſchten in einem Teich im Walde aufhält. Ihre Tierfelle haben die Verwünſchten am Rande des einſamen und geheimnisvollen Ceiches niedergelegt. Ein junges Mädchen, das ſpäter die Gemahlin des jungen Grafen wird, wirft die Eſelshaut und die übrigen Tierfelle ins Waſſer und erlöſt dadurch die Verwünſchten. Verwandlungen in Eſel finden ſich auch noch bei Krauß, Sagen und Märchen der Südſlaven Bd. I S. 291, Bd. II S. 191. Su dem Grimm'ſchen Krauteſel(M. H. M. Nr. 122) vgl. auch Krauß Bd. I S. 189(Verwandlung zeiner Mutter zund Tochter in Eſelinnen).
k 11. Die drei Hunde.
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Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die waren ſo geizig, daß ſie vor ihrem Code alles Geld, das ſie hatten, aufaßen, alſo daß ihre beiden Kinder, ein Sohn und eine Tochter, ſie kaum beerdigen konnten. Nur ein einziges Schaf blieb ihnen darnach übrig. Dies Schaf nahm der Sohn und trieb es in die Stadt, um es dort zu verkaufen. Als er durch den Wald kam, traf er einen Jäger mit drei Hunden; dieſe hießen: Wind, Eiſenſtahl und Menſchenverſtand. Die Hunde gefielen dem Burſchen ſo ſehr, daß er das Schaf für ſie hergab und gleich mit ihnen nach Hauſe zurückkehrte. Als die Schweſter erfuhr, welchen Handel er gemacht hatte, ſchimpfte ſie ihn aus und nannte ihn einen Caugenichts. Sie ſetzte ihm ſo lange zu, bis er ſeine Hunde nahm und ſie verließ. Er kam in einen großen Wald. Hier verſtellten ihm fünf Räuber den Weg; aber


