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ſie vor den Wagen, und nun ging's im Galopp dahin. Auf dem Wege traf er einen feinen Herrn. Dieſer ließ ſeinen Kutſcher halten und ſah dem wunderlichen Fuhrwerk zu. Der Teufel fragte ihn, ob er mit ihm tauſchen wolle, und der Herr willigte ein. Da nahm der Teufel die Pferde und die Kutſche und fuhr weg; der Herr aber empfing die Wölfe. Als dieſe nun den Teufel nicht mehr ſahen, wurden ſie wild und fraßen den Herrn ſamt dem Kutſcher auf. Der Bauer bekam die Pferde und die Kutſche und wurde ſo ein reicher Mann.
Da nun zuletzt keine Arbeit mehr für den Teufel vorhanden war, wurde er aus dem Dienſt entlaſſen; und weil er noch nicht in die Bölle zurück durfte, ſetzte er ſich auf einen Baum am Wege und ſperrte das Maul weit auf. So trafen ihn zwei Säufer. Der eine von dieſen ſteckte ihm die Hand ins Maul. Da nahm ihn der Teufel in die Luft und flog mit ihm zur Hölle, und dadurch verſöhnte er ſeinen Vater wieder.—
Polniſche Quelle. Zum Anfang dieſes Märchens vgl. das polniſche Märchen von Rokita und dem Schafhirten in den Mitteilungen der Schleſiſchen Geſellſchaft für Volkskunde, Heft XIV: Der Teufel Rokita, der zum erſten Mal auf Raub ausgezogen iſt, nimmt einem Birten den unter einem Strauch verborgenen Aſchenkuchen und wird von dem Teufelsfürſten dazu verurteilt, dem Hirten ein halbes Jahr zu dienen, weil er dieſen dadurch nicht zum Fluchen bewogen hat. Ebenſo in einer Variante aus Weſtpreußen, die in der Beilage zur Samotſchiner Seitung Jahrg. III Nr. 6 abgedruckt iſt. Bei J. Wenzig, Weſtſlaviſcher Märchenſchatz S. 30 ff. nimmt der böſe Geiſt den Armen das Almoſen und muß dafür zur Strafe drei Jahre in der Welt dienen; ähnlich in der Erzählung vom ſchwarzen Knirps S. 62 ff. Bei Krauß, Sagen und Märchen der Südſlaven Bd. I Nr. 51, ſtiehlt ein ausgehungerter Ceufel einem auf der Wanderſchaft begriffenen armen Jungen das letzte Stück Brot und muß ihm dafür ſein Leben lang dienen. Die Arbeiten, durch die er den Armen reich macht, ſind ähnlich wie in unſerm Märchen, zu dem noch das ebenfalls polniſche Märchen vom ſtarken Maciek in meinen Oſtmärkiſchen Sagen, Märchen und Erzählungen Nr. 26 verglichen werden kann; vgl. auch U. Bartſch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Mecklenburg Bd. I S. 512 ff. Sum Stehlen des Brotes ſ. auch„Aus dem Poſener Lande“ II S. 61: Der Teufel nimmt dem büßenden Madej das Brot weg, in der Hoffnung, ihn dadurch zum Fluchen zu bewegen. Zum Fluchen ſ. Oſtmärkiſche Sagen Nr. 42(Das Wunderbrünnlein).
Ausführlich erzählt wird das Märchen auch bei St. Chelchowski, Powiesci i opowiadania ludowe z okolic Przasnysza Bd. II Nr. 79. Hier iſt es ein armer Bauer, der im Walde Bäume ausrodet. Der Teufel nimmt ihm den Kuchen, den er ſich aus ſeinem letzten Mehl gebacken hat, und ißt ihn auf. Der Mann flucht aber nicht, ſondern ſagt:„Mein Gott, es muß doch noch ärmere Menſchen geben als mich, die mir ſogar meinen ſchlechten Kuchen fortgenommen haben.“ Zur Strafe muß er drei Jahre bei dem Bauern dienen. Am Schluß wird dann erzählt: Als die drei Dienſtjahre abgelaufen waren, nahm der Teufel Abſchied von den Bauersleuten, nachdem er ihnen noch erzählt hatte, daß er von ſeinem Schwager zu dieſer Dienſtzeit verurteilt worden ſei, weil er dem Bauern den Uuchen geſtohlen habe. Da der Bauer ihn aber nicht ohne Lohn ſcheiden ſehen wollte, ſo verſprach er ihm auf ſeinen Wunſch, wenn er noch eine Tochter bekommen ſollte, ihm dieſelbe zur Frau zu geben. Dann ging der Teufel fort. Einige Zeit darauf wurde der Bäuerin eine Tochter beſchert. Bald nach der Geburt des Kindes ſtarb der Bauer. Das Mädchen wuchs zu einer ſchönen Jungfrau heran. Als ſie eines Tages auf dem Felde die Gänſe hütete, kam der frühere Anecht zu ihr und warb um ihre Hand. Sie war mit ſeiner Werbung einverſtanden, und ſchon am nächſten Tage kam der Teufel mit vielen Flaſchen Wein in ihr Haus, um die Hochzeit zu feiern. Alle Nachbarn wurden dazu eingeladen. Der Bräutigam war aber nur für die Braut ſichtbar; die andern ſahen ihn nicht. Als nun die Hochzeitsgäſte gemütlich beiſammenſaßen, da erfaßte plötzlich der Teufel ſeine Braut und entführte ſie unter einem heftigen Wirbelſturme durch das Fenſter. Am nächſten TCage fand man die Entführte bis an den Hals in einem Sumpfe ſtecken. Man brachte ſie nach Hauſe und holte den Geiſtlichen, um den Ceufel auszutreiben; doch das Mädchen ſagte, daß alle Hilfe nutzlos ſei, da ſie von ihren Eltern dem Ceufel verſchrieben worden ſei. Bald darauf holte ſie der Ceufel wieder, ſteckte ſie n den Sumpf und quälte ſie zu Tode.


