ſie ſolle ſich die langen Haare abſchneiden. Die Frau tat das und wurde ſeit der eit nicht mehr vom Teufel beläſtigt Ebenſo war eine Frau in Imielno vom Teufel beſeſſen. Sie konnte weder leſen noch ſchreiben und verſtand nur polniſch zu ſprechen; in manchen Stunden aber ſprach ſie ganz fließend auch deutſch, franzöſiſch und noch andre Sprachen und konnte ſogar die ſchwierigſten Aufgaben löſen. Es war dann der Teufel bei ihr, der für ſie handelte und ſprach. Solche beſeſſenen Frauen gebraucht der Teufel oft in ſeinem eigenen Intereſſe. Daher iſt das polniſche Sprich⸗ wort entſtanden: Gdzie djabel nie moze, tam babe wysle, d. i. wo der Teufel nichts ausrichten kann, da ſchickt er ein altes Weib hin. Wenn die Leute Frauen ſehen, die kurzes Haar tragen, ſo ſagen ſie auch jetzt wohl noch, daß dieſelben früher vom Teufel beſeſſen geweſen ſind. 1 5u dem Märchen ſelbſt vgl. Heſſiſche Blätter für Volkskunde IV S. 29: Der Grajek — Dorfmuſikant— ſoll dem TCeufel ſeine Seele geben, wenn die Blätter von den Bäumen ab⸗ gefallen ſind; K. Bartſch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Mecklenburg I S. 521(val. Niederhöffer, Mecklenburgs Volksſagen IV, 140): Dem Teufel ſoll die Seele gehören, wenn alle Bäume kahl daſtehen; Gott aber erbarmt ſich des armen Mannes, indem er Steineiche und Steinbuche ihr Laub behalten läßt, bis Birke und Weide ſchon neues Laub bekommen. Fr. Müller, Siebenbürgiſche Sagen S. 212: Der Teufel ſoll dem lieben Gott die von ihm erfundene Mühle und den Wagen ſo lange überlaſſen, bis alles Laub abgefallen iſt. Als auch die Eichen alles Laub verloren hatten, hoffte der TCeufel wieder in den Beſitz ſeiner Erfindungen zu kommen; doch Gott wies ihn ins Gebirge zu den ewig grünen Tannen. Nach Alpenburg, Mythen und Sagen Cirols S. 391, verſuchte der Teufel einſtmals Gott Vater und wollte, daß er ihm eine Bitte gewähre. Gott verſprach ihm die Bitte zu erfüllen, ſobald von den Eichen alles Laub abgefallen ſein würde. Das geſchah aber niemals. Ein Märchen bei Zingerle, Sagen aus CTirol, 2. Aufl. S. 322, erzählt, die Blindſchleichen, früher die giftigſten Würmer, hätten Gott gebeten, nur ſo lange alljährlich ſehen zu dürfen, als die Eichen unbelaubt wären. Um aber die Menſchen vor ihnen zu ſchützen, habe der liebe Gott angeordnet, daß die Eichen auch im Winter ihr Laub behalten ſollten.
6. Der Teufel im Dienſt.
Der Teufel bekam ein Junges. Dieſer junge TCeufel war aber ſehr dumm. Einmal entlief er der Hölle und kam auf ein Feld, wo der Bauer gerade pflügte. Der hatte ein Stück Brot in der Furche liegen laſſen, um es zum Veſper aufzueſſen. Als der Teufel es ſah, nahm er es und aß es auf. Bald merkte der Bauer, daß ſein Brot geſtohlen war; er fluchte aber dem Diebe nicht, ſondern ſagte nur, Gott möge es ihm geſegnen. Als nun der junge Teufel zu ſeinem Vater kam, bekam er Prügel, denn er hätte von einem frommen Manne nichts annehmen dürfen; und zugleich erhielt er den Auftrag, dem Bauern dafür ein Jahr zu dienen. Der Ceufel kam auch zu dem Bauern und erzählte ihm, warum er gekommen ſei; doch der Bauer wollte ihn nicht an⸗ nehmen, denn was er zu arbeiten hatte, war nicht viel. Aber der Teufel fand gleich Arbeit. Auf dem Hofe des Bauern war bis an die Unie Schmutz vorhanden. Er fragte den Bauer, ob er einen Spaten habe. Der Bauer gab ihm einen ſolchen, aber der war für den Teufel viel zu klein. Er nahm deshalb das Tor der Scheune in ſeine Hände, und mit dieſem reinigte er den Hof.
Darauf ſchickte ihn der Bauer auf das Gut, wo er für ihn Dienſte tun ſollte. Der Herr wies ihn in ſeine Scheune, um zu dreſchen. Der Ceufel riß eine große Pappel aus dem Boden, und mit dieſer draſch er alles aus. Es lagen aber die Körner der verſchiedenen Getreidearten zuſammen. Als nun der Herr den Teufel fragte, wie er die Getreidearten auseinanderbringen werde, da ſtellte ſich der Teufel an die Tür und fing an zu puſten. Und alle Körner lagen bald nach der Getreideart geſondert auf verſchiedenen Haufen. Jetzt fragte der Teufel den Herrn, was er ihm dafür geben wolle. Der Herr erlaubte ihm, ſo viel zu nehmen, als er tragen könne. Da nahm der Ceufel die ganze Scheune mit allem, was darin war, auf die Schulter und trug ſie fort. Der Herr wurde zornig und hetzte mit allen Hunden hinter ihm her; aber der Teufel nahm auch die Hunde noch auf die Schulter und trug alles dem Bauern auf den Hof. 3
Am nächſten Tage ſollte er mit einem Pferde in den Wald fahren und Holz holen. Im Walde kamen zwei Wölfe und fraßen das Pferd auf. Da fing der Ceufel die Wölfe und ſpannte


