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Cage; ſo wirſt du kein Unheil mehr anrichten können.“ Furchtbar ziſchte das Waſſer auf, als die Meſſingflaſche mit dem böſen Geiſt darin verſank, und einige Wellen überfluteten das Ufer, die Netze des Fiſchers und allen Unrat, den er damit herausgezogen hatte; und als das Waſſer zurücktrat, hatten ſich die Scherben und die Unochen, die der Fiſcher zuvor gefiſcht hatte, in reines Gold verwandelt, woran jener wohl für ſein ganzes Leben genug hatte. Überglücklich gelangte er mit dem reichen Gewinn des Tages, der ſo ſchlimm begonnen hatte, nach Hauſe, und ſeine Frau und ſeine Töchter freuten ſich mit ihm; denn alle Not und alles Elend hatte jetzt ein Ende.—
Aus Czarnikau, deutſche Quelle. Das Märchen geht in dieſer Form zurück auf die Geſchichte des Fiſchers mit dem Geiſt in Tauſend und eine Nacht(Ausgabe von G. Weil, 3. Aufl. Bd. I S. 26 ff.). In kürzerer Geſtalt und als Einleitung zu einem längeren Märchen(Die beiden gleichen Brüder) findet ſich die Erzählung von dem aus einem verdeckten Töpfchen befreiten und wieder eingeſchloſſenen roten Nebel bei Kuhn und Schwartz, Norddeutſche Sagen, Märchen und Gebräuche S. 337; vergl. S. 500. Uhnlich iſt eine Sage bei H. Pröhle, Harzſagen, 2. Aufl. Nr. 83: Ein junger Menſch wollte im Wunſchſee angeln, konnte aber keinen Grund finden. Am andern Tage nahm er ein Netz mit. Es ward im Waſſer ganz ſchwer, doch war weiter nichts wie Kieſelſteine und Grand darin. Er warf es wieder aus und hatte ein Gerippe darin. Eine Stimme rief: Bei Sonnenuntergang, wenn er zurückkomme, ſolle er noch einmal einwerfen. Er tat es und hatte einen großen verdeckten Keſſel mit einem Deckel im Netz. Der junge Menſch und ſeine Schweſter ziehen ihn heraus und öffnen den Deckel; der Rauch daraus zieht ſich um den See, da ſteht ein großer Mönch vor ihm, der nachher in einen Felſen hineinging. Der verlieh ihm, daß er Fiſche fangen ſollte in allen Farben; dieſe ſollte er in Elbingerode mit ſeiner Schweſter an einen reichen Mann verkaufen. Wirklich gab dann der reiche Mann für drei von den Fiſchen eine Handvoll Goldſtücke. So ging's drei Tage lang. Der Mann iſt der Satan geweſen und will nicht, daß in dem See noch jemand fiſcht. Vergl. auch A. Wünſche, Der Sagenkreis vom geprellten Teufel, S. 115.
3. Die verhexte Königin.
Einſt lebte ein junger Prinz, der hatte ſich mit einer verwitweten Königin verheiratet und war ſo ſelbſt König geworden. Als König herrſchte er ſtrenge, aber gerecht. Durch einen Zufall erfuhr er eines Cages von ſeiner Dienerſchaft, daß die Königin verhext ſei; und als er ſich weiter erkundigte, erzählte man ihm, daß ſich die verhexte Königin in jeder Nacht in der Uirche aufhalte. Der König wollte das nicht recht glauben, und um ſich von der Wahrheit des Gehörten zu überzeugen, begab er ſich in einer der folgenden Nächte ſelbſt in die nahe gelegene Kirche. Nachdem er eine Weile in einer Bank geſeſſen hatte, hörte er auf einmal ein lautes, dumpfes Brauſen, welches von der linken Seite des Altares herzukommen ſchien. Mit gezücktem Schwerte ging er zum Altare hin. Als er ſich demſelben genähert hatte, ſah er plötzlich einen aufrecht ſtehenden Sarg in hellem Glanze vor ſich. Erſchreckt blieb er ſtehen. Da hob ſich langſam der Deckel von dem Sarge ab, und es wurde eine hagere Frauengeſtalt ſichtbar, die ihre langen und großen Zähne zeigte. Den König befiel eine ſo große Furcht, daß er gar nicht daran dachte, ſeine Gemahlin von dem Zauber zu befreien, ſondern ſo ſchnell als möglich floh er aus der Kirche. Ohne zu ſehen, wohin er lief, war er in die Hauptſtraße der Stadt gekommen. Dort erſt blieb er ſtehen, um aufzuatmen; und als er dann ſeinen Palaſt erblickte, eilte er in ſchnellem Laufe darauf zu. Als er aber hineingekommen war und ſich umſchaute, da gewahrte er zu ſeinem Schrecken, daß er gar nicht im Palaſte, ſondern wieder in der Kirche war, und wieder ſtand die Frauengeſtalt im Sarge vor ihm. Zum zweiten Mal lief er vor Furcht hinaus. Abermals kam er auf die Hauptſtraße und ſah ſeinen Palaſt. Doch als er hineingegangen war, ſah er ſich wieder in der Kirche. Jetzt ſah er die ganze Kirche voll Hexen und in der Mitte ſeine Gemahlin. Er erbebte vor Furcht und fiel dann in Ohnmacht. Erſt am nächſten Morgen wurde er von dem Kirchendiener gefunden und geweckt.
. Als er nun in ſeinem Palaſte angekommen war, fand er ſeine Gemahlin ſehr betrübt vor. Dadurch wurde er noch mehr in dem Glauben beſtärkt, daß die Hexe mit den großen Fähnen, die er in der Uirche geſehen hatte, ſeine Frau geweſen war. Um ſie zu heilen, beſchloß er, ſie


