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entgegenhält. Ahnlich auch in dem Märchen von den eiſernen Stiefeln, bei J. W. Wolf, Deutſche Hausmärchen S. 198 ff.
Zur Keule des Madej(Aus dem Poſener Lande II S. 00) ſei noch folgendes nach⸗ getragen: Nach der Niederſchrift des Märchens durch einen aus Czarnikau ſtammenden polniſchen Schüler hat der Vater, ein Maufmann, dem Teufel ſeine Seele verſchrieben, wenn er ihm ein mit lauter Geld angefülltes Fimmer gebe; dann würde er, ſo ſagte er, glücklich ſein und vor Freude gar nichts eſſen. Der Teufel ſchließt ihn nun in ein ſolches Zimmer ein, gibt ihm aber nichts zu eſſen. Endlich bekommt der Mann Hunger; der Teufel will ihn jedoch nur dann aus dem Zimmer herauslaſſen, wenn er ihm das verſchreibt, was er in ſeinem Hauſe zuerſt erblicken wird. Es iſt ſein Sohn. Ferner enthielt die Niederſchrift auch den in andern Märchen häufig vorkommenden Zug, daß der auf der Wanderung begriffene junge Geiſtliche in dem einſamen Waldhauſe eine alte Frau trifft, die ihn auffordert weiterzugehen, da ihr Sohn ein gefährlicher Räuber ſei. Er bleibt aber und bekehrt den Räuber; losſprechen kann er ihn nicht, obgleich er alle Weihen erhalten hat; denn da ſein Vater ſich noch in der Gewalt des Ceufels befindet, darf er kein prieſterliches Amt verrichten. Sonſt ſtimmte dieſe Niederſchrift mit der Oborniker Verſion des Märchens überein.
2. Der Geiſt in der Flaſche.
Es lebte einmal ein armer Fiſcher, der war ſchon hochbejahrt. Trotzdem ging er jeden Cag zum Fiſchfang aus, und er arbeitete eifrig und willig, denn er hatte eine Frau und drei Töchter zu ernähren. Als er eines Cages wiederum fiſchte und das Netz herauszog, glaubte er einen guten Fang getan zu haben, denn das Netz war ſo ſchwer, daß er es kaum allein an das Ufer zu ziehen vermochte. Doch er hatte ſich getäuſcht, denn er fand weiter nichts darin als einen toten Eſel. Zum zweiten Mal warf er das Netz aus, und wieder hoffte er auf einen guten Fang; doch als er nachſah, hatte er nur einen Haufen Knochen, Scherben und allerhand Unrat aus dem Waſſer gezogen. Darüber weinte der arme Mann und wollte faſt mutlos werden. Doch ſchließlich ſagte er ſich:„Aller guten Dinge ſind drei; probieren wir das Glück noch einmal!“ Allein, als er das Netz herauszog, fand er nichts weiter darin als eine große verſiegelte Flaſche von Meſſing. Er freute ſich darüber und ſprach:„Das iſt doch etwas! Die Flaſche verkaufe ich beim Schmied; ſie iſt gewiß zwei Maß Weizen wert. Erſt aber möchte ich doch ſehen, was darin verborgen iſt.“
Er zog ſein Meſſer aus der Taſche und öffnete mühſam den feſt verſiegelten Verſchluß. Kaum aber hatte er ihn entfernt, als ein dichter Rauch aus der Flaſche emporſtieg, der ſich ſo ſehr verbreitete, daß er faſt die Sonne verdunkelte. Als der Rauch ſich nun wieder verdichtete, ſah der Fiſcher einen mächtigen Geiſt vor ſich, der ihn zu packen verſuchte und drohend anſchrie: „Du biſt des Codes! Du mußt ſterben!“ Zitternd ſank der Fiſcher in die Knie und bat um ſein Leben; doch der Geiſt wollte davon nichts wiſſen.„Höre meine Geſchichte!“ ſagte er und begann zu erzählen:„Ich war einer der böſen Geiſter, die auf Erden nur Unheil anrichten. Deshalb hat mich ein Geiſt, der mächtiger war als ich, in dieſe Flaſche geſperrt und ins Waſſer geworfen. Da lag ich nun verzweifelt und ſchwur in den erſten hundert Jahren, den groß und mächtig zu machen, der mich erlöſte. Aber die hundert Jahre vergingen, und ich blieb, wo ich war. Da ſchwur ich in den zweiten hundert Jahren, ich wollte dem, der mich erlöſte, alle Schätze der Welt öffnen. Aber wieder vergingen hundert Jahre, ohne daß mich jemand fand. Da ſchwur ich in meiner Wut, ich wollte den töten, der mich im dritten Jahrhundert befreien würde. Nun kamſt du, und ſo mußt du ſterben.“„O weh“, ſeufzte der Fiſcher traurig;„aber muß ich denn ſterben, ſo wirſt du mir doch eine letzte Bitte nicht verſagen“.„So ſprich!“ befahl der Geiſt.
Der Fiſcher, der inzwiſchen bei ſich überlegt hatte, ob es nicht möglich ſei, den böſen Geiſt zu überliſten, ſprach ſchlau:„Ehe ich glaube, daß du, großer Geiſt, in dieſer Flaſche eingeſperrt warſt, möchte ich es zuvor doch ſehen; denn es ſcheint mir unmöglich, daß du da hineinkriechen kannſt.“„Das will ich dir gleich zeigen“, erwiderte der Geiſt, und ſogleich löſte er ſich wieder in Rauch auf und verſchwand in der Flaſche. Nun war aber der Fiſcher ſchnell bei der Hand. Er machte die Flaſche ſchnell wieder zu und drückte das abgelöſte Siegel darauf. Dann ſchleuderte er die Flaſche ins Waſſer und rief aufatmend:„Da bleibe liegen, du böſer Geiſt, bis zum jüngſten


