Aufsatz 
Grundzüge der kaufmännischen Architektur und ihre Behandlung im Unterrichte der Handelsschule
Entstehung
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680 Mill. und 1899 schon 950 Mill. Gallonen Petroleum von Amerika nach Europa versandt sind. Der Berliner Tankkahn hat eine Länge von 65 m, eine Breite von S und eine Höhe von 2 m und faßt 580 Kubikmeter ôl.

Unter den besonderen Einrichtungen für gewisse Waren, spielen diejenigen zur Kon- servierung von Nahrungsmittel eine große Rolle. Die Anwendung von Kälte dabei hat eine solche Entwicklung genommen, daß leicht verderbliche Waren von einem Erdteil zum andern verschickt werden können. Neuerdings sind zwei Dampfer erbaut worden, von denen jeder in seinen Gefrierkammern c. 9000 Ctr. frisches Fleisch aufnehmen kann. In Australien und Neuseeland hat sich dieses Verfahren besonders für die Ausfuhr von Kaninchen eingebürgert. Die Erhaltung ist eine so vollkommene, daß nur erfahrene Sachverständige den Unterschied zwischen einem frischgetöteten Tier und einem solchen, das mehrere hundert Meilen übers Meer geschafft worden ist, herausfinden können. In den ersten neun Monaten 1900 sind nicht weniger als 320 000 Ctr. Kaninchenfleisch auf den Londoner Markt gebracht worden.

Die schiffsmäßige Verpackung der Waren ist meist bemüht, sie auf den kleinsten Raum zu reduzieren. Man weiß, daß dadurch z. B. bei Baumwolle schon Erhitzung und Brand er- zeugt worden ist. In neuerer Zeit ist wiederholt auf die Verpackung nach tropischen Gegenden hingewiesen worden. Es ist zu achten auf die Feuchtigkeit, welche durch die heftigen tro- pischen Regengüsse erzeugt wird, und auf die zerstörende Wirkung, welche sie auf europäische Manufakturwaren ausübt. Textilwaren, Leder, Bücher und Schreibwaren sind den Stockflecken ausgesetzt, und auch die Erhaltung der Waffen, Messerschmiedewaren und überhaupt der Metallwaren erfordert beständige Aufmerksamkeit. Die Gewebe verändern ihre Länge derart, daß sie z. B. in verschiedenen Gegenden Indiens auch verschiedenes Maß aufweisen. In Bombay schwanken dichtgewebte ungestärkte Kalikogewebe, welche der Luft ausgesetzt sind, im Februar, dem trockensten Monate, von Tag zu Tag bis zu 3% in der Länge. Nichts erhält Stahl- und Eisenwaren so gut, als wenn die Kisten mit Baywood(leichterem Mahagoni- holz) oder einem andern absorbierenden Holz verkleidet sind, welches in heißem Zustand mit Paraffinwachs gut durchtränkt wird. Solche Verpackungen sind auch für Süd-Amerika, West- indien, Mexiko angebracht.

3. Karavanen.

Das Schiff sinkt in das Wasser und pflügt es; auf dem Lande hat man das Einsinken der Transportmittel weniger gern. Zwar freut sich der Wanderer auch des Anblicks der Spur seines Vorgängers, doch noch lieber ist es ihm, einen festen Pfad, Weg, eine Straße, Bahn zu finden. Daher gehört zu jedem einigermaßen geordneten Transport ein fertiger Weg.

Die einfachste Art des Landtransportes ist das Tragen, sei es durch Menschen oder Tiere. Die mit solchem Transport verbundenen Schwierigkeiten und Gefahren haben schon in alter Zeit zur Gesellung geführt. Diese Reisegesellschaften wollen wir in dem Namen Karavane zusammenfassen Ihre Art und Weise kann man mit dem Hausierhandel in Parallele setzen, sie ist alt und absterbend und muß überall dem Vollkommneren weichen.

Die Wege der Karavanen sind keine Kunststraßen, sie sind von den Wandernden getreten, in Wüsten oft nur an den Gerippen gefallener Tiere erkennbar, höchstens in Ge- birgsgegenden mit Mühe hergerichtet, jedenfalls immer schmal. Diese Enge schon zwingt zu dem sogenannten Gänsemarsch, der sich jedoch auch für feindliche Uberfälle, sei es durch Tiere oder Menschen, empfiehlt; es können dann immer nur einige Glieder der langen Kette getroffen werden.

Menschliche Trägerkaravanen trifft man gegenwärtig hauptsächlich noch in Afrika und auf den Inseln der Südsee; ihre Anwerbung bildet eine Hauptschwierigkeit des dortigen Reisens. Der Pfad führt durch Sumpf, hohes Gras und Urwald, auch durch Gewässer. Letztere sind oft sehr reißend, und ihr Ubergang erfordert besondere Vorsicht, sonst sind Träger und Last im Nu verschwunden. Die Lasten werden gewöhnlich in Bündel von 50 60 Pfund ver- schnürt und auf dem Kopfe getragen. Nur selten legt man größere Lasten auf zwei Träger. Natürlich muß auch ein Teil der Lebensmittel mitgeführt werden, zumal wenn der Weg durch schwachbevölkerte Gegenden geht. Unter den lasttragenden Tieren ist das Kamel das wich-