Aufsatz 
Grundzüge der kaufmännischen Architektur und ihre Behandlung im Unterrichte der Handelsschule
Entstehung
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sondern auch auf mancherlei andere Einrichtungen, welche den Verkehr fördern und erleich- tern. Dazu gehören vor allen Diugen Anstalten zur Ausbesserung der Schiffe, unter denen natürlich die Schwimmdocks bevorzugt werden. Die britische Admiralität läßt ein solches in Walsend on Tyne bauen, welches für Bermuda bestimmt ist, und bei einer Länge von 166 m 16 500 t Tragkraft hat. Nach amerikanischen Nachrichten soll aber das zu Sparrov- Point im Ban begriffene das größte der Welt werden und 18 Sh t Tragkraft erhalten. Es ist zwar für Algiers im Staate Louisiana bestimmt, kann aber bei Bedarf leicht nach Key- West, Portoriko oder Havana geschleppt und dort verwendet werden. weil es alle zum Betriebe nötigen Maschinen in seinem Riesenkörper mit sich fühnt.

2. Wassertransportmittel.

Die von der Natur so freigebig gebotene, tragende und teilweis auch bewegende Wasserkraft hat sich dem Menschen bald bemerklich gemacht. Der treibende Baumstamm, wie ihn die Flüsse aus den Urwäldern massenhaft zum Meere führten. zog bald die begehr- lichen Blicke auf sich In unsern Badeanstalten sehen wir noch heute zum Vergnügen der Jugend solche Stämme angekettet. Die tollen Reitkünste auf dem rollenden Gefährt würden auch uns bald lehren. dasselbe mit einem oder mehreren Genossen zu einem ruhigen Diener, zu einem Flosse zu machen. Dies Floß ist seither ein wichtiger Ferkehrsfaktor geblieben. Zum Transport anderer Waren ist es allerdings immer nur in beschränktem Maße benut⸗zt worden, es ist zu gleicher Zeit Fahrzeug und Ladung, höchstens bepackt mit kleinerem Holze. Die Herrichtung der Wasserlänfe für den Ploßverkehrr bleibt eine bedeutende wirtschaftliche Frage. In Ameérika hat man schon öfter versucht, auch das Meer dem Floßverkehr dienstbar zu machen, d. h. Flosse durch Dampfer schleppen zu lassen Mehrmals scheiterten die Versuche, da die Konstruktion dem W ogenprall nicht gewachsen war. Jetzt ist es gelungen, ein Floß nach einer Seereise von 700 Meilen in den Hafen von San Francisco zu bringen. Das Ungetüm war 200 m lang, 16m breit und 14m tief und umfaßte 10000 ganze Stämme von durchschnittlich ½ m Durchmesser. Zwanzig Dampfer wären sonst für seine Fort- schaffung nõtig gewesen, der Gewinn war also beträchtlich. Während man unsere gewöhnlichen Flosse durch biegsame Wurzelstricke oder aufgenagelte Leisten bindet, waren hier 1200 Ctr. eiserner Ketten und Bänder nötig, die man jedoch als wertvolle Mitfracht ansehen kann. Die Gruppierung der Stämme war derartig, daß ein schiffskörperähnliches Gebilde entstand.

Der ausgehöhlte Baumstamm, das Kanoe, ist wohl die Urform des eigentlichen Schiffes; gegen Rollen und Umschlagen schützt man ihn noch heute durch sogenannte Ausleger. Ohne hier noch weiter auf die Fntwicklung des Schiffbaues einzugehen, muß doch gesagt werden, daß im Allgemeinen die Kriegsschiffe den Handelsschiffen voraus waren und Ihnen bis heute ein gut Tei des öffentlichen Interesses kaperten. Solange die Schiffe ausschließlich durch Ruder bewegt wurden, nahmen die Ruderbänke einen sehr großen Teil des Raumes ein. Mit der Einführung der Segel wurde dieser der Fracht gewonnen. Jetzt haben wir bekanntlich Segel- und Dampfschife; doch kommen auch Zwitter vor, d. h. Segelschiffe, welche durch eine eingesetzte Dampfmaschine befähigt werden, Windstillen zu überwinden und beim Ein- und Auslaufen des Schleppdampfers zu entbehren, ohne den Charakter als Segelschiff zu verlieren. Auch das Umgekehrte findet sich. Nach der Bauart gliedern sich die Schiffe in

1. Volldeckschiffe, hauptsächlich zum Transport schwerer Ladungen, mit 14 voll- ständigen Deckbalkenlagen, das Hauptdeck zu oberst.

2. Spardeckschiffe zum Transport von Ladung und Passagieren, den Volldeckschiffen ähnlich, aber leichter gebaut; das oberste Deck ist nämlich dünner und das darunter liegende das Hauptdeck.

3. Sturmdeckschiffe, sie haben über dem Hauptdeck ein leichtes, durchlaufendes Deck., unter welchem Mannschaft, Passagiere und Viehtransporte hausen.

Die Frachtdampfer dienen fast ausschließlich dem Güterverkehr; die modernen Salon- Personendampfer mit ihrer prunkvollen Einrichtung sind bekannt genug. Das Baumaterial neigt vom Holz immer mehr dem Eisen zu.