Aufsatz 
Grundzüge der kaufmännischen Architektur und ihre Behandlung im Unterrichte der Handelsschule
Entstehung
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und hohe Schlote hergestellt werden, da die Ansammlung giftiger Gährungsgase trotzdem noch öfter Opfer fordert. Die erste Gährung übersteht der Wein in offenen hölzernen Kufen, die jetzt vielfach durch emaillierte Blechgefäße ersetzt werden, dann gelangt er in die Fässer. Die Fabrikation dieser Gefäße ist hinsichtlich der Größe und Ausstattung zu erstaunlicher Höhe gelangt. Selbst das berühmte Heidelberger Faß mit seinen 236 000 Flaschen ist mehrfach übertrumpft worden, und die bildnerische Ausschmückung ist oft fast zu reich. Die alten Griechen und Römer benutzten statt der Fässer bekanntlich Thongefäße. Sie waren stark- bauchig und dickwandig, oft von mächtiger Größe, sodaß Menschen bequem darin Platz fanden, wie uns die Erzählung von Diogenes zeigt. Begreiflicherweise waren sie aus rohem Thon und ohne Verzierung: Henkel hatten diese Gefäße nicht, da sie nicht zum Tragen bestimmt waren; sie wurden vielmehr vielfach in die Erde gegraben, sodaß sie nur mit der bald weiten bald engen Mündung aus dem Boden hervorragten. Für den Transport wurden die Krüge allerdings kleiner genommen und meist mit Stricken verschnürt. Auch der Weinschlauch aus Tierhaut diente schon früh als Lagerbehälter. Der tapfere Don Quichote durchsticht solche und sieht das rote Blut der vermeintlichen Feinde fließen, und noch heute werden die Weine Santorins auf den Rücken von Eseln, Maultieren und Pferden in Bock- schläuchen zum Hafen Thira geschafft. Dort sind in das Gestein große Höhlen gebrochen, die auch als Küferwerkstätten dienen, und hier erst werden die Weine in Fässer gefüllt, in die Goëletten geladen und durch das schwarze Meer nach Rußland geführt.

Nach dem Fasse bemächtigt sich vielfach noch die Flasche des Weines, allerdings des geklärten, wie wir ja auch beim Trinken am liebsten das Glas benützen, um das Funkeln mitzugenießen. An Weinflaschenformen unterscheidet man gewöhnlich nur drei, für Rotwein Weitzwein und Schaumwein; die gestaltenreiche Welt der Weintrinkgläser dagegen ist kaum überblickbar.

Die Fabrikation von Schaumwein hat in Deutschland großen Umfang gewonnen, von recht respektablen Sorten bis zum Apfelweinchampagner. Die Entstehung einer Flasche Sekt beginnt mit der Zusammenstellung der betreffenden Weinsorten in den großen Lagerfässern. Später kommt der Wein in kleineren Fässern aus der Kellerei in die zu ebener Erde gelegene Halle und wird hier auf Flaschen abgefüllt. Diese werden verkorkt und mit eisernen Agraffen versehen. Nunmehr beginnt die Gährung in der Flasche, sodaß der Druck 5 6 Atmosphären erreicht. Nach der Gährung bringt man die Flaschen in die Kellereien, welche sorgfältig temperiert sind. Hier lagern die Weine 23 Jahre, bis sie zum Rütteln reif sind. Nun muß der Sekt von dem durch die Gährung entstandenen Trub befreit werden. Um dies zu bewirken, werden die Flaschen auf pyramidale, mit Löchern versehene hölzerne Pulte mit dem Kopf nach unten gestellt und während zweier bis dreier Monate täglich gerüttelt, bis der Trub sich gänzlich auf den Kork der Flasche festgesetzt hat. Ist der Sekt ganz hell, so wird die Agraffe entfernt, und durch den Druck der Kohlensäure entflieht der Kork mit heftigem Knall und mit ihm der Trub. Die entstandene Lücke wird durch Zusatz eines Likörs ausgefüllt, welcher aus in altem Champagnerweine gelösten, feinstem Kolonialzucker hergestellt ist. Dann werden die Flaschen wieder verkorkt, mit Verschluß versehen, etikettiert, verpackt, versendet und getrunken. Bei der Bierbereitung sind Kellerei- und Faß- verhältnisse ähnlich. Hinsichtlich der Faßbinderei mag noch bemerkt werden, daß die deutschen Fässer sich durch Haltbarkeit auszeichnen. Die Dauben dazu werden nicht aus dem Holze geschnitten, sondern gespalten, so bleibt die Mehrzahl der Fasern unversehrt. Bei der Abfüllung von Spirituosen kommen Flaschen von den absonderlichsten Formen zur Verwendung. Die Lagerung ätherischer Ole findet dagegen meist in Blechzylindern statt, da diese möglichst luftdicht verschlossen Werden können.

4. Geldschränke.

Von jeher ist der Mensch genötigt gewesen, seine kostbaren Besitztümer gegen Diebstahl oder Vernichtung, besonders durch die Gewalt des Feuers, zu schützen. Als kostbarster Besitz aber galten ihm schon früh Edelsteine und Edelmetalle, dann das Geld und Schrift- stücke. Letztere nicht nur als Besitztitel, sondern auch als Inhaber der Geistesschätze, zu-

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