Aufsatz 
Grundzüge der kaufmännischen Architektur und ihre Behandlung im Unterrichte der Handelsschule
Entstehung
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vermõgen. Sie sind in 30 Abteilungen geschieden und mit Betongewölben zwischen eisernen Trägern auf eisernen Säulen überdeckt. Im Dachgeschoß befinden sich die Futterspeicher. Die Krippen, zugleich Tränken, sind aus Sandstein, die Fenster in Eisen und mit Dreh- flügeln versehen, die Thüröffnungen mit verzinkten eisernen Schiebethoren geschlossen. Das Verwaltungsgebäude am Kai enthält im Mittelbau den 20 m langen, 10 m breiten und 11 m hohen Börsensaal mit Vorhalle und einer darüber liegenden, nach dem Saal geöffneten Loggia.

In den großen Lagerhäusern befinden sich hie und da auch wohl Kontorräume; im allgemeinen jedoch haben sich dieselben ebenfalls in besondere Häuser zurückgezogen. Diese Häuser nahmen in den Geschäftsgegenden mit sehr hohen Bodenpreisen selbstverständlich auch die Höhenentwicklung an. Auf dem beschränkten Inselgrunde New-Yorks wird für den mꝰ? ein Preis von 12000 M. bezahlt. Da darf man sich nicht wundern, wenn dort 51 Häuser mit 10 bis 14 Stockwerken, 7 mit 15 bis 17 Stockwerken, je 2 mit 21 und 22, je 1 mit 23 und 25 Stockwerken stehen. Früher war ja Chicago in dieser Richtung voran- strebend, seitdem aber die Polizei dort verboten hat, Häuser mit mehr als 12 Stockwerken oder über 40 m Höhe zu bauen, ragt New-York am höchsten in die Luft. Den Gipfel bildet zunächst das Park Row Building, welches sich auf einer kleinen Grundfläche, deren längste Seite 32 m mißt, bis zu den Knäufen seiner Flaggenmasten 136 m erhebt. Der Hauptteil hat 25 Stockwerke, unter den beiden Türmen befinden sich 27, und da diese selbst noch 3 enthalten, so ergeben sich dreißig. Die tragenden Teile, sind wie beim Brückenbau ganz aus Eisen und Stahl, 9000 t schwer. Das Gebäude hat 2000 Fenster und 950 Geschäfts- räume. Den Kaufleuten sind solche Bauten recht; denn Fahrstühle tragen sie bequem zu jedem Kontor.

3. Kellereien.

Diese meist unterirdischen Räume bestimmt die Naturalwirtschaft sinngemäß in erster Linie für diejenigen Früchte, welche im Schoße der Erde selbst gereift sind, der Wurzel- früchte; durch ihre kühle, fast gleichbleibende Temperatur haben sie sich aber auch empfohlen zur Aufbewahrung der Milch und Milchprodukte, der aus grünen Blättern bestehenden Gemüse und der Getränke. Sind die Keller für die erstgenannten Dinge durch ihre Kühle und Feuchtigkeit erhaltend, so sind sie für einige Getränke auch ausbildend, sofern sie nämlich durch ihre konstante Temperatur einen wirksamen Gährungsprozeß ermöglichen. Hauptsächlich kommen Wein und Bier hier in Betracht. Gern höhlt man zu diesem Zwecke den Fels oder benutzt natürliche Spalten und Höhlen desselben; oft genug findet man Keller in mehreren Etagen unter einander. Wie in anderen Geschäftszweigen, so ist auch hier der Großbrauer, der Groß-Weinhändler der beherrschende und glücklicherweise auch der bessernde in Herstellung und Lagerung geworden. Es ist ja bekannt, daß in südlicheren Ländern die Behandlung nicht immer so sorgfältig und durch die sogenannte Obergährung auch nicht so wirksam ist. In den griechischen Dorfschenken z. B. liegen die Weinfässer im Schenkraum, der mindestens an einer Seite offen ist. Der Fußboden ist aus Lehm gestampft und trägt nur einen offenen Feuerherd. In einer Ecke auf dem Boden befinden sich die Lagerstätten der Wirtsleute. An den Wänden stehen runde Tischplatten ohne Fuß, sie werden für eintretende Gäste in die Mitte des Raumes gerollt, und man lagert sich um sie. Doch kommt es auch wohl vor, daß sich wirkliche Tische und Bänke finden und ein Teil des Raumes vom Wirte in sinnreicher Weise zum Weinkeller gemacht ist. Dieser Platz ist dann etwa zwei Meter tief und ebenso breit ausgegraben und hier lagern die Weingebinde in Größe von Halbstückfässern; auf diese, in ziemlich gleicher Höhe mit dem Fußboden, sind Bretter gelegt, welche die Betten der Familie tragen. In Athen giebt es das natürlich respektabler; da nehmen die Zapffässer von 5 600 l Inhalt, schön weiß oder grün angestrichen, den größten Teil der Stube ein. Sie lagern auf Holzgerüsten über einander, und aus der oberen Reihe wird mittels einer Leiter der Wein geholt. Auch in unseren gesegneten Weingegenden findet man noch recht ursprüngliche Einrichtungen neben riesigen luftigen Hallen, in denen kolossale Fässer in endlosen Reihen lagern, magisch beleuchtet vom elektrischen Licht. Die Ventilation ist bekanntlich hier erst recht notwendig, oft muß sie künstlich durch Kamine