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geräuschlose elektrische Maschinen besorgen das sogenannte„Schrappen“ des Käses. In- elektrisch bewegtem Fahrstuhl gelangt man zu schwindelnden Höhen und auch zu Räumen, wo nach den In- und Auslande schon verkaufte Vorräte kostenlos aufgespeichert liegen, deren Eigentümer keine geeigneten Räumlichkeiten besitzen und nun nach Belieben von- dem Lager abnehmen. Voraussichtlich wird diese Gesellschaft binnen Kurzem den größten Teil des Exportes in Händen haben, was mit Rücksicht auf die unter kleineren Händlern vorkommenden- Fälschungen, welche den guten Namen der holländischen Käseproduzenten so schwer schädigen, sehr zu wünschen wäre.
Die in der Naturalwirtschaft notwendigen vorübergehenden Lagerstätten: Heuschober, Kornmieten, Erdgruben, Stadel und Scheunen brauchen wir nicht weiter zu betrachten; der Lagerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse jedoch, welche später zu Arzneien, Droguen und Likören verarbeitet werden, ist eine besondere Sorgfalt zuzuwenden. Bei der Ernte der Pfefferminze z. B. werden die Pflanzen in Tücher geschlagen und in einen hohen, luftigen Trockenraum befördert. von dem Schienengeleise in die Brennerei führen. Die moderne Stadtwirtschaft hat Läden aller Art so nahe, daß sie kaum noch einer Speisekammer bedarf. Und doch macht sich in der heißen Jahreszeit ein Bedürfnis nach einem konservierenden Lagerraum geltend— nach dem Eisschranke. Eine rege Industrie für Eisgewinnung und Konstruktion von Schränken hat sich auf Grund dieses Bedürfnisses erhoben. Ist auch die Ausgabe für Eis meist recht merkbar. so wird sie doch reichlich aufgewogen durch die tadellose Erhaltung der Speisen. Geschäfte und Familien sind daher gleicherweise für Eis- schränke interessiert.
2. Lagerhäuser.
In alter Zeit ist die Notwendigkeit von Lagerhäusern hauptsächlich aus zwei Wurzeln hervorgewachsen, aus dem Kontorhandel und der öffentlichen Fürsorge. Da genügende aus- gleichende Verkehrsmittel fehlten, so war schon bei örtlichem Mißwachs die Ernährung er- schwert; noch schlimmer gestaltete sich die Sache bei feindlichen Einschließungen, die ja nicht selten waren. So baute schon Joseph in Agypten Kornhäuser, und in den Städten, welche mittelalterliche Bauten bewahrt haben, ist auch der Name„Kornhaus“ in irgend einer Verbindung noch zu finden. Bern hat das Gewerbemuseum hinein gelegt, während sich im großen Kornhauskeller eine Bierhalle befindet. Nürnberg, das deutsche Schatzkästlein, spendet uns noch den Anblick mehrerer alter Kornhäuser. Je länger man eben hinter starken Mauern imstande war, eine Belagerung auszuhalten, desto mehr that es not, für ausreichende Verpflegung Sorge zu tragen. Das in den Jahren 1494/95 von Nürnbergs tüchtigstem Bau- meister Hans Beheim d. A. aufgeführte große Kornhaus auf der Feste zwischen dem Lugins- land und dem Fünfeckigen Turm diente bei Kaiserbesuchen auch als Stallung und führt daher heute den Namen Kaiserstallung. Es ist mit seinen Dachlukenreihen weithin erkennbar. Doch schon im Jahre 1400 hatte man auf dem Graben hinter St. Lorenzen das im 19. Jahrh. abgebrochene bürgerliche Kornhaus errichtet, dem um die Mitte des 15. Jahrh. eine ganze Kornhäuserreihe an der inneren Mauer folgte, die 1572 in Zeughäuser umgewandelt wurde und seit 1588 an der östlichen Schmalfront jenen auffälligen martialischen Portalbau zeigt. Ebenso waren Kornhäuser der als Peststadel bekannte Bau in der Tetzelgasse und das so- genannte Unschlitthaus. Das monumentalste Beispiel aber bietet das nach seiner späteren Bestimmung als„Maut“ bezeichnete 84,60 m lange und 19.70 m breite Riesenhaus, das 1498 bis 1502 in der Nähe des damals abgebrochenen inneren Frauenthores über der in einen gewölbten Keller umgewandelten Stadtmauer entstand. Heute ist es in geschickter Weise in ein Kaufhaus umgewandelt.
Diese Fürsorge, welcher außer der Brotfrucht besonders auch das Salz wichtig er- schien, wurde natürlich nicht ohne eine gewisse Nebenabsicht auf den städtischen Vorteil ge- übt. Die Verwaltung erhob eine Abgabe und drängte bald zur Erhöhung derselben auch kaufmännische Waren in die Lager mit Lagerhauszwang.
Unsere alten Handelsstädte zeigen uns aber auch den Großkaufmann, wie er unter dem Dache seines burgähnlichen Hauses Kontor und Lager vereint. Während das Erd-


