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Pfählen die Fortpflanzung des Feuers. Nachdem 1889 der nördlichste Schuppen ganz ab- gebrannt war, und nur die günstige Windrichtung die anderen gerettet hatte, zog man zu beiden Seiten Mauern und eiserne Vorwände, sodaß 1892 Nr. VI abbrennen konnte, ohne die übrigen zu gefährden.
Einer besonderen Fürsorge bedarf die Lagerung des Petroleums, dessen Einfuhr ja zunächst noch eine Lebensfrage der Kulturvölker ist. Die Versendung desselben geschieht in drei Formen: in Blechbüchsen und Kisten, in Fässern und in eigens dazu gebauten Schiffen, sogenannten Tankschiffen Für diese Formen müssen die Lager sorgen. Die Petroleum- schiffe entleert man durch Pumpen in feste eiserne Landtanks, welche den Gasometern ähnlich sind. Sie schießen überall aus der Erde empor, wie Pilze nach Regenwetter. Der Explosions- gefahr wegen bringt man sie gern an den Nebenbassins der Häfen unter. In Rotterdam z. B. besitzt die American Petroleum Cy. sieben solcher Reservoirs, die 120 000 hl halten, die Deutsch-Amerikanische Petroleumgesellschaft drei Resorvoirs mit 45 000 hl, Rieth& Co. eines mit 24 500 hli, die Pure Oil Cy. zwei mit 47 000 hl. Aber auch im Binnenlande sieht man sie, wenn auch nur kleinere Wasserstraßen dorthin führen. Berlin bezog das russische Petroleum bisher in Fässern aus den Tanks in Hamburg, Lübeck u. a. Jetzt hat die Deutsch-Russische Naphta-Importgesellschaft einen eigenen Tankkahn und eine Anzahl Reservoirs an der Spree erbauen lassen. Die letzteren haben einen Durchmesser von 20 und eine Höhe von 12 m, fassen also 3786 Kubikmeter. Sie haben am Boden 10, seitlich von unten nach oben abnehmend 12— 5, das Dach 3 mm Blechstärke. Von diesen großen Reservoirs wird das Petroleum unter Steuerverschluß in die Meßtanks geleitet, welche einen genau ausgemessenen Fassungsraum besitzen und auf 5 m hohen Mauerringen ruhen. Die ganze Anlage ist von einem 5 m hohen Erdwall umschlossen, der so bemessen ist, dass bei der Entleerung sämtlicher Tanks das Erdöl doch nicht überfließen kann.
Für Petroleum in Blechdosen und Fässern sind Lagerschuppen nõtig. In Antwerpen ist eine Fläche von 11 000 m? damit bedeckt. Die beiden älteren Gruppen bestehen aus einfachen Backsteinmauern mit Ziegeldächern. Sie sind wenig für ihre Bestimmung geeignet. Die neueren am Kattendyk zeigen verschiedene Verbesserungen, um die Verdampfung zu verhindern. Die Mauern haben innere Hohlräume, sodaß ein zu hohes Steigen der Temperatur vermieden wird. Unter dem Ziegeldach befindet sich eine dichte Lage von Binsen. Die Innenräume haben eine Breite von 7 m und sind überwölbt. Die Wölbungen tragen eine ungefähr 0,10 m dicke Schicht von Bleiasche. Außen sind Böschungen von Rasenstücken an die Mauern gelegt. Rotterdam besitzt ebenfalls Petroleumschuppen, die ungefähr eine Grundfläche von 12 000 m² bedecken.
In manchen Hafenorten sind Schuppen für die Ausbeute des Meeres, die Fische, notwendig geworden. Zu Geestemünde ist eine Auktions- und Packhalle, ein zweistöckiger Fachwerkbau von 450 m Länge und 20 m Tiefe errichtet worden. Die durch eine Längswand abgeschiedene vordere Hälfte bildet einen einzigen, nur Auktionszwecken dienenden Raum, während die hintere Hälfte und das obere Stockwerk, in 50 Unterabteilungen von je 9 m Front geschieden, von den Versandgeschäften benutzt wird, um die Fische zu verpacken. Hinter der Halle erstrecken sich in gleicher Länge die mächtigen, hunderttausende von Zentnern fassenden Eishäuser. Ein großes, zweistöckiges Restaurationsgebäude, in welchem auch Post und Telegraphie, sowie ein Seemannsheim und ein Heuerbüreau sein Unterkommen gefunden hat, schließt sich seitwärts an. Diesem Bau folgt die Güterexpedition mit drei großen Laderampen an einem weitverzweigten Schienennetz. Den Beschluß bilden Hafen- meisterhaus und Seemannsamt. Ist es dem Schweizerreisenden schon interessant, ganze Häuser mit Käselaiben gefüllt zu erblicken, so versäume kein Pourist in Holland, die berühmten Käsemärkte in Alkmaar, Purmerend, Hoorn oder Edam zu besuchen und die tausende von Käsen, die wie Kanonenkugeln aufgestapelt des Verkaufs harren, zu betrachten. Das Erstaunen wächst noch., wenn man den Riesenbau der„Hollandsche Kaas-Export Maatschappij, verheen, D. H. vom Blankensteijn“ an der Admiralitätskade in Rotterdam— Filialen in Gouda und Antwerpen— betritt. Über 600 000 Käse liegen hier in mächtigen, luftigen und hellen Hallen aufgeschichtet. Eine Fülle elektrischen Lichts überströmt abends diese Hallen, und


