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Versicherungsgesellschaften zu den Bankinstituten gehören, so wissen wir auch, daß ihre Bauten die Zierden der größeren Städte sind. In diesen Bauten spiegelt sich die Zunahme des Nationalreichtums. Die Kommandite der Deutschen Genossenschaftsbank in Frankfurt z. B. wurde im Mai des Jahres 1871 in den ermieteten Parterrelokalitäten eines Hauses am kleinen Hirschgraben eröffnet, später nach der Neuen Mainzerstraße 22 und von da nach Nr. 29 verlegt. Erst letzteres Haus wurde Eigentum der Bank. Im Mai 1900 hat sie ihr neues stattliches Heim an der Gallusanlage bezogen. Im Jahre 1871 betrug das ihr zu- gewiesene Kapital 900 000 Mark, das bald auf 1 431 000, 1872 auf 2 Millionen, 1888 auf 4 500 000, 1889 auf 6 Millionen, 1897 auf 9 und 1899 auf 12 Millionen Mark erhöht wurde. Während dieser Zeit, sind die Umsätze in Frankfurt von circa 81 Mill, auf 1 309 Mill. Mark jährlich gestiegen. Ahnlich ist der Wandel auch in anderen Instituten, auch sie wuchsen allmählich aus Mietkleidern in palastähnliche Garderoben. Selbst die eigenen Häuser, bei denen man zaghaft zuerst noch auf Vermietung an andere Geschäfte spekmulierte, sind schließlich ganz in den eigenen Dienst getreten. Der Frankfurter Bankverein, der jetzt am Durchbruch der Junghofstraße thront, baute 1873 bis 76 ein Haus an der Kirchnerstr., auf einem Grundstücke, das ziemlich unregelmäßig gestaltet war. Den vorderen wertvollen Teil an der Straße nimmt ein Gebäude ein, welches Läden, Geschäftslokale und Mietwohnungen enthält, die Räume der Bank waren in einem tiefen Flügelbau zwischen den Höfen, mit Anlehnung an die vorhandenen nachbarlichen Brandmauern untergebracht. Auch das Gebäude der Frankfurter Reichsbankhauptstelle entstand in zwei Absätzen; der erste Teil 1872— 74, die Vergrößerung 1878— 79. Die Fassaden zeigen die Formen des Palaststiles der italienischen Renaissance. Wohl den edelsten und imposantesten Anblick gewährt das ganz neue Haus der Versicherungsgesellschaft Providentia. Nicht mehr auf offenem Markte, nicht einmal mehr an offenen Tischen vollzieht sich der Geldverkehr. Dem Andrange und auch der reizbaren Begehrlichkeit sind Schranken gezogen, Schranken aus Eisen, Glas und Draht- geflecht, nur durchbrochen von Schaltern, d. h. von leicht schließbaren Fensterchen. Aber die Innenseiten selbst dieser Schalter zeigen Drahtwangen, um Eingriffe in die aufgestellten Schätze zu verhüten. Eigentümlich ist den neueren Bankbauten die Gruppierung sämtlicher Schalter um einen großen Mittelraum, sei er rund oder eckig. Der Verkehr der Beamten und der Uberblick über die Bankgäste und ihr Verhalten wird dadurch wesentlich erleichtert. Oft stellt das ganze Geschoß nur einen einzigen Saal dar, in den der Schaltervorraum eingebaut ist.
Da über den einer Bank unentbehrlichen Geldlagerraum an andrer Stelle zu sprechen ist, so mõöchte hier der Ort sein, ein Wort über die innere Einrichtung der Geschäftsräume hinzuzufügen. Auch darin hat die Neuzeit neben Licht und Luft angenehmen Wandel geschaffen. Die Büreaumöbel sind gewiß nicht unsolider und doch leichter geworden, besonders diejenigen aus gebogenem Holze. Dazu wird eine solche Fülle von Schränken und kleineren Einrichtungen zur Ordnung der Schriftstücke u. dergl. geboten, daß nicht nur eine gefällige Sauberkeit herrscht, sondern auch bedeutende Zeitersparnis gewonnen wird. Registratoren verschiedener Systeme, Blocks, Skripturenhaken, Kalender u. s. w. finden wir in geschmack- voller Ausstattung. Auch die Verwendung der Schreibmaschine möchte hierher zu rechnen sein. Diese sich immer mehr Bahn brechende Einrichtung verdankt ihren Ursprung eigentlich der Fürsorge für die Blinden, für diese wollte man eine brauchbare Schrift herstellen. Die erste moderne Schreibmaschine erbaute der Amerikaner Sholes 1866, aber erst 1873 konnte er daran denken, sie fabrikmäßig herzustellen. Nach vielen Verbesserungen und neuen Erfindungen ist man dahin gelangt, eine Schrift zu erzengen, welche dem Schreibenden ebenso sichtbar vorliegt wie die Federschrift.
Ist so den Angestellten von Banken u. s. w. ein zweckmäßiger und bequemer Rahmen für ihre Thätigkeit geschaffen worden, so sind doch ihre Genossen in den Läden auch nicht ganz unberücksichtigt geblieben. Auf behördliche Anordnung müssen in den Laden- lokalen Sitzgelegenheiten für die augenblicklich nicht Bedienenden geschaffen werden, und an vielen Orten haben es sich die kaufenden Damen nicht verdrießen lassen, diese Wohlthat für ihre dienenden Schwestern zu kontrollieren. Die Kasse auch der Ladengeschäfte wird jetzt meist


