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wendung; auch Spielbretter für Schach und Dame lassen sich so herstellen. Man beachte, daß
die Anweisung in der Farbenlehre so eine bedueme Förderung erfährt.
Die krummen Linien werden aus Draht gebogen und zu mancherlei Füllungen vereinigt, welche als Untersätze und Gitter anwendbar sind.
Die krummlinigen Flächen bestehen wieder aus Pappe und werden in der mannigfachsten Weise, auch mit ausgeschnittenen Pflanzenornamenten beklebt. Sie finden besonders in Fächer-, Ellipsen- und Schildform ausgedehnten Gebrauch, sogar schon als Bilderhalter u. s. W.
»In Klasse III(dreizehntes und vierzehntes Lebensjahr) Zeichnen nach einfachen und schwierigen Modellen und plastischen Ornamenten im Umriß, zuletzt erst UÜbungen in der Wieder- gabe von Licht und Schatten nach einfachen Modellen.«
Hier tritt die Körperwelt auf, zunächst in ihren eben- und krummflächigen mathematischen Formen und deren Zusammensetzungen zu einfachen Gebrauchsgegenständen, Häusern, Türmen, Treppen u. s. w. Sodann folgen Gefäßformen, Säulen, Gesimse, freie Endigungen.
Ist es da beim Zeichnen schon nötig, die Tektonik zu erläutern, d. h. Bedeutung und Thätigkeit der einzelnen Teile zu erklären und die Art und den Ausdruck ihrer Verbindung und Trennung aufzudecken, so wird dies alles noch notwendiger aber auch deutlicher und eindringender im Handfertigkeitsunterricht.
Zuerst werden Körpernetze aus Pappe geschnitten und zusammengeklebt, sodann dieselben Formen zu Bechern, Körbchen, Schachteln und Kästchen benutzt. Dabei können auch schon Holzplättchen verwendet werden, welche mit der Laubsäge geformt sind. Die einzelnen Flächen dieser Körper werden pei genügender Zeit in früher geübter Weise mit ausgeschnittenen Orna- menten stilgerecht beklebt. Gesimsformen sind gut als Konsolen und Wandbrettchen verwendbar; Stützen und freie Endigungen daran können aus Holz, aber auch aus Draht oder schmalen Metallstreifen gearbeitet werden.
„Klasse II und I(fünfzehntes bis achtzehntes Lebensjahr): Zeichnen nach plastischen Ornamenten im Umriß und mit Rücksicht auf die Beleuchtung; Ausführung von Zeichnungen nach Natur- und kunstgewerblichen Gegenständen. Ubungen im Malen in Wasserfarbe nach ver- schiedenen Gegenständen, nach Muscheln, Früchten, Blumen, Pflanzen, ausgestopften Vögeln u. dgl.«
Dem Zeitraum von vier Jahren entspricht dies weite Gebiet, wenn man auch bedenken muß, daß in den Realgymnasien fast die Hälfte dieser Zeit der darstellenden Geometrie geopfert wird. Doch fördert diese dafür auch die Einsicht in die wirkliche Formgestaltung ganz bedeutend.
Die Verteilung des Stoffes ist ungefähr folgende:
Klasse II 2: Die stilisierte Pflanze als plastisches Ornament.
Klasse II 1: Die Anwendung dieses Ornamentes an Gebrauchsgegenständen und Archi- tekturteilen.
Klasse I 2: Das figürliche Ornament, d. i. Tier- und Menschenformen in ihrer An- wendung.
Klasse I 1: Zeichnen und Malen von Naturgegenständen unter Hinblick aut die Ver- wendung der heimischen Flora in der Verzierungskunst.
In allen Klassen werden Andeutungen über Stil- und Kunstentwicklung gegeben.


