Aufsatz 
Die räumlichen Künste in der Schule
Entstehung
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3. Die Handarbeit bildet den Geist, da sie vergleichen, prüfen, schätzen, also urteilen lehrt und erfinderisch macht.

Das thun nun allerdings alle Lehrfächer, und es ist als besonderes nur hervorzuheben, daß dies hier hinsichtlich der Körperwelt vorzüglich geschieht.

4. Die Handarbeit ist charakterbildend, indem sie den Trieb und die Neigung zur Arbeit wachruft und das Interesse belebt. Auch das thut jeder Unterrichtsgegenstand in seinem Kreise, oder wenn er es nicht thut, so wird er schlecht gegeben. Da die Vorteile, welche das öffentliche Leben aus diesem Unterrichte ziehen soll, mit denen für die Person parallel laufen und durch diese bedingt sind, so sollen sie hier nur der Vollständigkeit und Gerechtigkeit wegen angeführt werden.

1. Die Handarbeit fördert die Schätzung der handarbeitenden Stände gegenüber den geistigen Berufsarten und lenkt die Jugend von diesen mehr zu jenen.

Das erstere ist zuzugeben, das zweite ist gut gemeint, aber doch auch ein Irrtum. Bei der Berufswahl bestimmen die eben blühenden Erwerbszweige. Man blicke auf Handel und Verkehr, man beachte die Stellung der Juristen und Bankhalter, der Elektrotechniker und Che- miker und höre aus den Verhandlungen der Parlamente die Ansichten über den Niedergang des Handwerks. Auch wenn es gelingt, das Kunsthandwerk wieder auf einen besseren und allge- meineren Platz zu stellen, so wird es doch im Zeitalter der Maschinen nie die frühere Ausdehnung wieder gewinnen. Vor allen Dingen aber hat die Schule auf die Bewegung der Mächte, welche diese Lebensbedingungen regeln, gar keinen Einfluß und kann ihn auch niemals erhalten. Es könnte auf diesem Wege höchstens ein Teil der Jugend irre geführt werden, und wir erlebten in Bälde statt eines UÜberflusses an Handlungsgehülfen einen solchen der Handwerksgesellen.

2. Die Handarbeit fördert durch die technische Leistungsfähigkeit den nationalen Wohlstand.

Das ist sowohl nach der aktiven, als nach der passiven Seite hin zuzugeben, d. h. die Arbeitenden werden geschickter und die Kaufenden verständiger, jedoch nur unter der Bedingung, daß bei beiden die Erhebung nach der künstlerischen Seite hin stattfindet. Denn der Hand- werker lernt das eigentlich Technische in der Lehre, und das Publikum muß sich hinsichtlich der Gediegenheit der Ausführung doch vertrauensvoll auf den Arbeiter verlassen und kann nur in Sachen des Geschmacks seinen Willen geltend machen.

3. Die Handarbeit pewahrt unbeaufsichtigte Kinder vor Verwahrlosung.

Die Beaufsichtigung solcher Kinder kann nun allerdings auf mancherlei Weise geschehen; doch ist sicher, daf für sie eine nützliche, praktische Beschäftigung hohen Wert hat; wenn nur die allgemeine Körperbewegung und der Aufenthalt in freier Luft darüber nicht vernach- lässigt wird!?

4. Die Handarbeit fördert das Familienleben, indem es Vater und Kinder in gemein- samer Thätigkeit verbindet und im Hause hält.

Das ist ohne Einschränkung zuzugeben.

Fassen wir die Ergebnisse dieser Betrachtungen zusammen, so pleibt: 8⁸)