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Seite halten ſich S und Fe, ferner 2 Cl und 2 Hfeſt. Andererſeits aber beſitzen 2 Cl, wie im vorigen Verſuch, auch Anziehung zu Fe, werden aber an der Vereinigung mit Fe dadurch gehindert, daß dieſes an S gebunden iſt. Den 2 Cl kommen jedoch die 2 H zur Hilfe, die ſich ihrerſeits mit S zu vereinigen ſtreben. Weil nun Wechſelzerſetzung eintritt, ſo nehmen wir an, daß die Summe der anziehenden Kräfte von 2 Cl zu Fe, ferner von H zu 8 größer iſt, als die Summe der anzieh. Kräfte von S zu Fe und 2 Cl zu 2 H. Zwei binäre Verbindungen ab P ed zerſetzen ſich dann wechſelſeitig= ac+ bd, wenn die Summe der anziehenden Kräfte in den dabei möglichen zwei neuen ni udraen diejenige in den einwirkenden über⸗ trifft.
Schon bei den Reduktionen haben wir geſehen, daß immer das chem. ſchwächere Elem. durch das ſtärkere verdrängt wurde. Bei allen chem. Vorgängen herrſcht das Beſtreben, die chem. Anz. möglichſt zur Wirkſamkeit zu bringen, wie überhaupt die Natur das labile Gleichgewicht in das ſtabile umzuwandeln ſucht. Die im unſicheren Gleichgewicht befindlichen Körper bedürfen nur eines geringen Anſtoßes, um in das ſichere überzugehen(Beiſpiele!). Dieſer Anſtoß iſt bei chem. Vorgängen die Hilfskraft.
Da ſich die chem. Anz. faſt immer in Wärme umſetzt, ſo können wir den für alle chem. Vorgänge aufgeſtellten thermochem. Grund⸗ ſatz der rehien Wärmeentwicklung verſtehen: Jeder chem. Vor⸗ gang der ohne Mitwirkung einer äußeren Kraft erfolgt, erſtrebt
ie Erzeugung derjenigen Körper, bei deren Bildung die größte Wärmeentwicklung ſtattfindet, ähnlich wie der Schwerpunkt eines Körpers die tiefſte Lage einzunehmen ſucht, indem er ſo tief wie möglich fällt und ſo durch Umwandlung der erlangten Geſchwin⸗ digkeit das größte Maß von Wärme erzeugt. Wegen der nicht genau zu ermittelnden Bildungs⸗ beziehungsweiſe Zerſetzungswärmen der elementaren Atompaare iſt die Anwendung dieſes Grundſatzes zum Vorausſagen chem. Vorgänge nur im allgemeinen und mit Vorſicht geſtattet.
Unſer thermochem. Grundſatz iſt nur ein beſonderer Fall von dem Clauſiusſchen Satz der Entropie, wonach jede Kraft das Beſtreben hat, in Wärme überzugehen. Man denke an die bei allen Kraftumſetzungen entſtehende Reibungswärme; eine tönende Glocke erwärmt ſich; die Lichtſtrahlen werden von den Körpern unter Erwärmung verſchluckt; ein dünner Leiter des galv. Stroms erwärmt ſich, Glühlicht. Kurz, jede Kraft entartet bei ihrer Umſetzung zu Wärme(Energiedegradation). Unſer obiger Grundſatz iſt ſo zu verſtehen, daß bei den chem. Vorgängen die Atome ver⸗ möge ihrer chem. Anz. ſich derart zu lagern ſuchen, daß ihre chem. Anz., die ſie noch beſitzen, möglichſt in Wärme umgeſetzt wird.


