Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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machen, weil deren chem. Anz. durch diejenige der einzelnen Atome in den Gruppen nicht befriedigend erklärt werden kann. Atom⸗ gruppen, die bei chem. Vorgängen ihren Zuſammenhang bewahren und gleichſam die Rolle eines Elementes ſpielen, nennt man Reſte oder Radikale. Die Anziehung der Radikale können wir ver⸗ gleichen mit der Mittelkraft zweier oder mehrerer Kräfte in der Phyſik. Im Gegenſatz zu den zuſammengeſetzten Reſten (POo) u. ſ. w., nennen wir(Cl) und(8) einfache Reſte. (S02) iſt zweiwertig, weil es 2 Atome H zu binden vermag, (NO) und(Ol) ſind einwertig.(POa) iſt dreiwertig,(C03) und(8) zweiwertig. Weil unſere Reſte mit Metallen Salze bil⸗ den, ſo wollen wir ſie ſalzbildende Reſte oder kurzweg Salzbildner nennen, welchen Namen die Elemente der Chlor⸗ gruppe aus dem nämlichen Grunde führen. Da alſo dieſe Salz⸗ bildner bei chem. Vorgängen ihren Zuſammenhang bewahren, ſo betrachten wir(S04) H,(NOa)lI u. ſ. w. ähnlich wie(Cl)H als binäre Verbindungen der Salzbildner(S01),(NOa) u. ſ. w. mit Waſſerſtoff. Um dies zu veranſchaulichen, haben wir die Reſte immer in Klammern eingeſchloſſen. Die Salze ſind demnach Verbindungen der Salzbildner mit den Metallen, worauf auch ihre latein. Benennung hinweiſt. Säuren und Salze ſind ähnlich zu⸗ ſammengeſetzt und unterſcheiden ſich nur dadurch, das die Säuren Waſſerſtoff, die Salze Metalle enthalten. Da jedoch Waſſerſtoff, wie wir noch ſpäter genauer ſehen werden, in chem. und elektr. Beziehung ſich wie die Metalle verhält, und da wir ihn deshalb als ein ſehr flüchtiges Metall anſehen müſſen, ſo können wir einen Unterſchied zwiſchen Säuren und Salzen nicht mehr anerkennen. Säuren ſind Verbindungen der einfachen und zuſammengeſetzten Salzbildner mit dem Metall Waſſerſtoff, Salze ſind Verbindungen der Salzbildner mit den übrigen Metallen. Aus Zweckmäßig⸗ keitsgründen werden wir jedoch Säuren und Salze auseinander halten.

Die Einwirkung der Säuren auf die Metalle erfolgt nach den

Gleichungen: (Clyl+ Na=(Cl) Na+ H, (SO0H.+ 2)=(809) 2)+† H u. ſ. w.

Die einfachen und zuſammengeſetzten Salzbildner(S0¼),(NO), (Cl),(POp),(C03),(8) u. ſ. w. ſind ausgezeichnet durch große chem. Anziehung zu den Metallen, die im allg. von K zu Pt abnimmt, da auch die Fähigkeit der Me⸗ talle, den Waſſerſtoff der Säuren zu verdrängen, von K zu Pt kleiner wird. Die Auflöſung der Metalle in den Säuren erfolgt nach dem Schema: Säure+ Met.= Salz+ Wasserstoff. Es ſind alſo Reduktionsprozeſſe, bei denen die chem. ſtärkeren Metalle infolge ihrer Anziehung zu den Salzbildnern den flüchtigen Waſſer⸗ ſtoff verdrängen und ſich an deſſen Stelle ſetzen.