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einer größeren Menge unter Ziſchen, in Waſſer zu einer farbloſen Flüſſigkeit auf, die ſauer ſchmeckt und blaues Lackmuspapier rot färbt. Beim Eindampfen der Löſung erhält man eine ſyrupartige Flüſſigkeit von der Formel PO Hz Phosphorſäure. Da alſo beim Auflöſen von P.Oz in H.O unter Wärmeentwicklung ein neuer Körper entſteht, ſo iſt dies kein phyſikaliſcher, ſondern ein chem. Vorgang.
Leitet man 802 und Sauerſtoff über Platinſchwamm, ſo ent⸗ ſteht ein weißer, feſter Körper, Schwefeltrioxyd 803. Dieſes löſt ſich auch in Waſſer auf zu einer farbloſen, ſauer ſchmeckenden und reagierenden Flüſſigkeit, Schwefelſäure,
803+ OH.= 803 H.
S02+ OH= 803H. Schweflige Säure. C0,+ OH,= C03H. Kohlenſäure. Dieſe 2 Säuren ſind im freien Zuſtand nicht darſtellbar.
Ergebnis: Viele Metalloidoxyde nehmen chem. Waſſer jau und bilden Säuren. Die wichtigſten, nach ihrer Stärke geordnet, ſind:
SOaHl Schwefelſäure.
NOsH Salpeterſäure.
ClH Salzſäure.
PHAH Phosphorſäure.
COH Kohlenſäure.
Während man früher die Metalloidoxyde ſelbſt für Säuren hielt(daher noch jetzt die gebräuchlichen falſchen Namen), ſind ſie nach unſerer jetzigen Anſchauung Säuren ohne Waſſer, Anhydride.
S0, Schwefeldioxyd oder Schwefligſäureanhydrid. 8 O03 Schwefel⸗ ſäureanhydrid. Pz O; Phosphorſäureanhydrid. C02 Kohlendioxyd oder Kohlenſäureanhydrid. Die Anhydride ſind jedoch aus den Säuren durch Abſpaltung von Waſſer ſchwer darſtellbar.
Eigenſchaften der Säuren.
Die bekannteren Säuren ſchmecken ſauer und färben blaues Lackmuspapier rot. Sie laſſen ſich in jedem Verhältnis mit Waſſer miſchen, wirken im konzentrierten Zuſtand ſehr ſtark ätzend und giftig und zerſtören mehr oder minder ſtark Pflanzen⸗ und Tier⸗ ſtoffe, z. B. Kork, Holz, Tuch. Die Säuren kommen im freien Zuſtand in der Natur nicht vor.
Die Schwefelſäure 8 0. H iſt eine ſchwere, ölige, farb⸗ loſe Flüſſigkeit(Vitriolöl), die bei 3300 ſiedet. Sie iſt ausgezeich⸗ net durch ihre Begierde, Waſſer anzuziehen, und wird deshalb zum Trocknen von Gaſen und in Exſikkatoren benutzt. Waſſer, auf Schwefelſäure gegoſſen, erhitzt ſich ſo ſtark, daß es durch den ent⸗ ſtehenden Waſſerdampf mit der Säure umhergeſpritzt wird. Man beobachte deshalb die Vorſicht, beim Miſchen immer die Schwefel⸗


