Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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ſäure zu Waſſer zu gießen, aber nicht umgekehrt. Die Schwefel⸗ ſäure beſitzt ſo große Begierde nach Waſſer, daß ſie dem Holz, Zucker, Papier u. ſ. w. die in dieſen Stoffen enthaltenen Ele⸗ mente Waſſerſtoff und Sauerſtoff entzieht, infolge deſſen ſie ſich unter Kohlenſtoffabſcheidung ſchwärzen.

Die Salpeterſäure NOzH iſt eine farbloſe, rauchende Flüſſigkeit, die Indigo entfärbt. Siedep. 860.

Salzſäure ClH ſ. S. 25.

3. Die Salze.

Verhalten der Säuren zu den Metallen.

Nachdem wir ſchon S. 54 auf die Löslichkeit der Metalle in den Säuren aufmerkſam geworden ſind, liegt es nahe, dieſe Vorgänge genauer zu unter⸗ ſuchen. Schon Paracelſus im 16. Jahrh. beobachtete, daß gewiſſe Metalle mit Säuren eine„brennbare Luft“ erzeugen.

Verſuche: Wiederhole die Einwirkung der Salzſäure auf die Metalle nach S. 54.— Übergießt man Eiſen mit verdünnter Schwefelſäure, ſo entweicht unter Wärmeentwicklung Waſſer⸗ ſtoff, während das Eiſen ſich auflöſt. Schon beim Stehenlaſſen der konzentrierten grünen Löſung oder beim Abdampfen ſcheiden ſich blaugrüne Kryſtalle aus, SO Fe Ferroſulfat, Eiſenvitriol.

(SO9)H+ Fe=(809)Fe+ H..

Meiſtens benutzt man zur Darſtellung von Waſſerſtoff ver⸗ dünnte Schwefelſäure und Zink, weil dieſes reiner iſt als Eiſen. Man erhält farbloſe Kryſtalle von ſchwefelſaurem Zink 8022n,

(S00) H.+ Zn=(809)2n+ H.

Ergebnis: Ähnlich wie die Salzſäure, vermag auch die Schwefel⸗ ſäure viele Metalle chem. aufzulöſen, wobei man findet, daß ihr Waſſerſtoff durch das betreffende Metall ausgetrieben und erſetzt wird. Die dabei entſtehenden neuen Körper heißen Salze, denen man allgemeine Eigenſchaften nicht gut beilegen kann. Eine genauere Unterſuchung auch der übrigen Säuren beſtätigt die Verallgemeine⸗ rung obiger Vorgänge: Viele Metalle löſen ſich in den Säuren chem. auf und bilden unter Waſſerſtoffent⸗ wicklung Salze nach dem Schema: Säure+ Met.= Salz+ Wasserstoff. Die Löslichkeit der Metalle in den Säuren nimmt von Kalium zu Platin ab. Eine Säure iſt alſo eine Waſſerſtoffverbindung, deren Waſſerſtoff durch ein Metall er⸗ ſetzbar iſt. Ein Salz iſt eine Säure, deren Waſſerſtoff durch ein Metall erſetzt iſt.

Warum nimmt man zum Auflöſen der Metalle verdünnte Schwefel⸗ ſäure? Übergießt man ein Stück blankes Fent mit konz. Schwefelſäure, ſo beobachtet man nur eine ſehr ſchwache Waſſerſtoffentwicklung, die bald ganz aufhört. Das Zink hat ſich mit weißem, unlöslichem 804260überzogen, welches das weitere Angreifen der Säure hindert. Sobald wir jedoch Waſſer zuſetzen, löſt ſich 80.2n auf und die Waſſerſtoffentwicklung geht raſch von ſtatten. 8